DBSZ DBSZ BadWurzach 1200v01

Steinenberg/ Bad Waldsee - Seit Altlandwirt und Altgemeinderat Karl Kranz den Bauernhof in Steinenberg an Sohn Siegbert übergeben hat, konnte er sich als „Ruheständler“ auch Zeit nehmen, um vermehrt örtliche Veranstaltungen wie beispielsweise das Frühjahrskonzert des Männerchors Haisterkirch im Maxibad zu besuchen. Besonders dieses Konzert, das wegen der Corona-Pandemie leider abgesagt werden musste, hatte es ihm immer angetan, denn besonders gefiel ihm das traditionelle, vierstimmige Eröffnungslied: „Schau nur, die Schwalben sind da“.

 

 

Das hat auch seinen Grund, denn die Familien Kranz freuen sich seit Jahrzehnten über die jährliche Ankunft und das Bleiben einer großen Anzahl von Schwalben auf ihrem Hof.

 

Vater und Sohn sind begeisterte Landwirte und sorgen sich selbstverständlich um Natur- und Tierwelt und tun auch alles, damit die Schwalben wieder gerne auf das Hofgrundstück zurückkehren. Als sie am vergangenen Montag (22. Juni) in der Schwäbischen Zeitung den Artikel mit der Überschrift: „.Eine der größten Mehlschwalben-Kolonien“ lasen, konnten sie ein breites Grinsen nicht unterdrücken.

 

Da wurde vom Bio-Bauernhof Schad (Kreuztal) berichtet, dass sich auf dem dortigen Hof eine der größten Mehlschwalbenkolonien im Landkreis Ravensburg mit 30 bezogenen Nestern angesiedelt hat. Was natürlich voller Stolz erwähnt wurde. Extra waren zwei Vertreter vom Naturschutzbund (NABU) Ravensburg e. V. in den östlichen Zipfel des Landkreises gefahren und bescheinigten den Hofbesitzern, dass diese Ansammlung von Schwalben erfreulich sei und besonderes Lob verdiene..

 

Karl und Siegbert Kranz berichteten anlässlich dieser Veröffentlichung genauso stolz: „Wir haben bei uns allein an der Westseite der Stallungen 55 Mehlschwalbennestern. Im stets offenen Stallbereich haben sich zusätzlich Rauchschwalben angesiedelt. Auch an einem weiteren Ökonomiegebäude befinden sich Schwalbennester. Auf dem konventionell betriebenen Bauernhof Kranz wird alles getan, damit sich die Vogelwelt hier wohl fühlen kann und immer gerne im Frühjahr wiederkommt. Die Stalltüren bleiben offen. Unter dem breiten Vordach wurden an der rau verputzten Wand Latten als Stützen für die Nester angebracht. Die ortstreuen Schwalben finden hier genügend Platz für ihre Brutstätten vor. Die sie gerne in großen Kolonien wie hier in Steinenberg nutzen. Zudem wurde auf dem Kranz-Hofgut eine Stelle mit lehmiger Erde eingerichtet.

 

Es ist schon spannend zu beobachten, wie die kleinen Baukünstler vertikal und horizontal arbeiten, um ihre Nistplätze anzukleben. Momentan kann man miterleben, wie die wendigen Flugakrobaten im Sekundentakt die Nester anfliegen. Schon als Kinder beobachteten die Kranzens die Schwalben beim Nestbau und bei der Aufzucht ihrer Jungen. „Es ist schon bedauerlich, dass es in Deutschland immer weniger Schwalben gibt und der Bestand bedroht ist. Aber das hängt ganz wesentlich mit dem Höfe-Sterben zusammen und moderne Stallbauten haben auch keine so idealen Vordächer wie wir“, meinte Siegbert Kranz.

 

Wo viel Vieh ist, gibt es auch viele Fliegen und die gehören nun mal zur Nahrungskette der Schwalben. Übrigens sorgt die Familie Kranz auch dafür, dass Insekten ein blühendes Revier vorfinden. Ganz in der Nähe an der Straße nach Michelwinnaden und auch Richtung Haslanden wurden auf ihren Grundstücken blühende Ackerrandstreifen angelegt. Schmetterlingen, Hummeln, Bienen und viele andere Insekten tummeln sich hier.

 

Karl Kranz zeigte auf dieses blühende Blumenvielfalt, wo es momentan bei viel Sonnenschein so richtig brummt und summt.

 

Fototext: Rudi Martin

 

Mehlschwalbenkolonie 578

 

 

Nestbauten 578

 

 

 

Stallung 578

 

 

ATT00209 578

 

Pin It

Kommentare powered by CComment

previous arrow
next arrow
Slider
­