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Bad Waldsee - Zum zweiten Mal fiel der Zunftball Corona zum Opfer. Aber die Waldseer Narren geben sich nicht geschlagen. Und richteten am gestrigen Samstagabend einen virtuellen Zunftball aus, der mit vielen Höhepunkten und närrischem Spaß mehr als ein ein bisschen Fasnetfeeling ins Haus brachte.

Durch nachbarschaftliches Narrenbaumloben gut auf die Fasnet eingestimmt, saßen wir erwartungsvoll vor dem Monitor. Luftschlangen und Konfetti auf dem Tisch. Mit flüssigem und festem Treibstoff wohl versehen.

Eine Bar. Sieht aus wie in der Dachschräge einer Junggesellenbude. Alexander Bösch auf dem Barhocker. Sanft stupst er den auf der Theke liegenden Stefan Scheiter mit einem Narrenfigürchen am Kopf. Los jetzt. Und plötzlich, aus der Lethargie die Verwandlung: Mit blondem Vokuhila und blau-violetten Trainingsanzügen stimmen die beiden zu den Tönen von „Ich lieb dich nicht, du liebst mich nicht, AHA“ in den virtuellen Abend ein. Da da da.

Und dann geht’s auch gleich los. Laut und schrill, wie man sie kennt, die Prinzengruppe. Fetzige Melodien und des Hofmarschalls Spottgedicht auf die Unbilden des Weinkühlschrankes eines ortsansässigen Apothekers und Elferrates.

 

Das Moderatoren-Duo Bösch/Scheiter verband witzig und eloquent die einzelnen Szenen und brachte auch Prominente an die Bar und vor die Kamera. Und wenn unser Zunfte als Antwort auf die Frage nach dem Waldseer Narrenmarsch textsicher den Aulendorfer singt und unser OB seinen Karrierehöhepunkt ebenfalls als Oberhaupt der Nachbarstadt sieht, dann weiß man, der Narr ist in der Fasnet angekommen.

Aerobic aus den 80ern durfte wieder Einzug halten, die Mädchen aus der Balettschule hatten ihre Einlage, aufwendig am See gedreht und professionell eingeschnitten.

Der Poetry Slammer und verdiente Meister des Wortes Wolfgang Heyer trug seine Ode auf die Waldseer Fasnet vor.

Nicht schlecht staunten die Mädels von der Garde, als sich zwei Kanoniere um die Aufnahme bewarben. Weil man ja niemand aufgrund seines Geschlechtes (m/w/d) diskriminieren darf und wohl auch weil keine anderen Bewerbungen vorlagen, ließen die drei Gardemädels vom Auswahl-Komitee die Kanoniere zu den Prüfungen zu. Beim Schminken- und Kussmundwettbewerb schnitten die beiden noch recht gut ab, aber in die schmalen Mäntel der Gardemädels wollten die breiten Kreuze der Kanoniere nicht passen. Und so wurden sie als Lieblingskanoniere wieder mit in den Fasnetsrubel genommen.

 

Höhepunkt des virtuellen Balls war die Herzblattparodie mit Hanne Frick als Moderator. Als Herzbuben standen zur Wahl Werners Esel, Gian Gurgolo von der Mordskomedia, unser Zunfte Role, unser Prinz und als fünfter in der Runde der Büttel mit der großen Schelle. Klar, bei dieser hochkarätigen Kandidaten-Auswahl konnte sich Rosi, die Herzblattsucherin, nicht entscheiden und nahm zu den Klängen von Spider Murphys Skandal im Sperrbezirk alle fünf Kandidaten mit ins Ballett.

Mit Cordula Grün und einer Polonaise aller Mitwirkenden klang ein kurzweiliger virtueller Zunftball aus.

Den Machern an dieser Stelle ein großes Kompliment. Und ein AHA auf unsere Fasnet, die wir uns von keinem Virus nehmen lassern. Das wär ja noch schöner.

 

Erwin Linder

 

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