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Haisterkirch - Wer jetzt um die Jahreswende als Ziel die in der Region meist besuchte Kapelle St. Sebastian anstrebt, wird so manches am Wegesrand und in der Kleinkirche entdecken können, was Bewunderung und Freude auslösen dürfte.

Wer den Weg von Haisterkirch hinauf zur Kapelle begeht und die Augen offen hält, wird vom Beginn der Waldzone bis hinauf zur Kapelle und in deren Altarraum schöne, weihnachtlich geschmückte Nadelbäume entdecken können, insgesamt zehn an der Zahl. Mit unterschiedlichstem Schmuck sind die Bäumchen behängt worden.

Da hängen beispielsweise selbst gebastelte, beschriftete Sterne daran mit Mut machenden Impulsen für den Alltag. Die anonymen Schmücker/Innen verbindet eines, sie wollen anderen Menschen Freude bereiten.

Jugendliche haben einen großen Stein mit der Aufschrift „Hoffnung“ verziert und in der Kapelle abgelegt. Zu einem wahren Kunstwerk wurden von der Zimmerei Nothhelfer (Osterhofen) Baumwurzelscheiben zusammengestellt. Das Werk im Wald ist gut einsehbar vom Weg her, der von der Grabener Höhe nach St. Sebastian führt.

Vor allem der gesamte Altarbereich ist wieder wunderschön gestaltet worden. Die Mesnerfamilie Bernd und Rosmarie Schmid aus Hittelkofen hatte wie schon vergangenes Jahr beim Schmücken der Kapelle Helfer gefunden. So wurde von der Familie Groß aus Osterhofen die besonders beachtenswerte, ansprechende Krippe - eine Leihgabe von Zita Härle (Haisterkirch) – liebevoll, vor dem Altar aufgebaut.

Im vergangenen Jahr und auch 2020 wurden hier in der Kapelle viel mehr Opferkerzen angezündet als all die Jahre zuvor. Die Rekordzahl von 18.000 Kerzen wurde wiederum geknackt. Kapellenmesner Bernd Schmid führt dies auf die Corona-Pandemie zurück. Das erkennt man übrigens auch an den unzähligen Einträgen im momentan ausgelegten Wallfahrtsbuch. Eine, der vielen schriftlich festgehaltenen Fürbitten lautet beispielsweise: „Lieber hl.Sebastian, ich wünsche uns für das neue Jahr, dass alle Kinder auf dieser Welt vor Hass, Hetze, und Gewalt verschont bleiben und kein weiterer Lockdown durch Corona mit Homeschooling nötig ist.“

Zum ehrenamtlichen Mesnerdienst gehört für die Familie Schmid auch das Anzünden von vielen in einem Kästchen nachgelegten Kerzen, denn derzeit sind oft alle 50 Halterungen mit brennenden Kerzen belegt. Gerade in der Weihnachtszeit und den ganzen Januar über streben Hunderte von Menschen zu diesem Kraft, Hoffnung und Mut spendenden Ort.

„Bastiane“ 2022
Am 20. Januar, dem Gedenktag des Heiligen, werden sich wieder besonders viele Gläubige - wenn auch in kleineren Gruppen - betend aufmachen, um das sakrale Kleinod aufzusuchen. Wegen der Pandemie-Regelungen musste - wie schon 2020 - auch heuer die große Wallfahrt nach dem Festgottesdienst am 20. Januar abgesagt werden. Die Kirchengemeinde St. Johannes Baptist Haisterkirch ist aber bemüht, jetzt im Januar mit besonderen Angeboten ihrem traditionellen „Bastiane-Feiertag“ gerecht zu werden.

So werden 2022 jeweils vor der Sebastianskapelle Impulse angeboten und dies bei jedem Wetter: Beginnend am Sonntag (16. Januar) um 11.00 Uhr im Rahmen eines Familiengottesdienst, am Montag (17. Januar) Impulse um 19.00 Uhr für die Jugend, am Dienstag (18. Januar) Impulse um 19.00 Uhr für Berufstätige, am Mittwoch (19. Januar) Impulse für Familien mit Kindern.

Festpredigerin am 20. Januar beim Festgottesdienst um 10.00 Uhr in der Pfarrkirche in Haisterkirch ist die Theologin Regina Steinhauser (Dozentin an der Schwäbischen Bauernschule Bad Waldsee). Ein musikalischer Ausklang am Gedenktag (20. Januar) um 19.00 Uhr beschließt in der Pfarrkirche die Angebotsreihe.

 

Text und Fotos: Rudi Martin

 

 

 

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