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Bad Waldsee - Pünktlich um 19.30 am Dreikönigstage 2022 fand das traditionelle Gschellabstauben in Waldsee statt. Zwar nicht in der Stadthalle, sondern auf Youtube, aber gefehlt hat fast nix. Und immerhin 287 PCs waren zugeschaltet, also vergleichbar viele, wie sonst immer in der Halle waren.

Den PC mit Luftschlangen geschmückt, ein Gas Wein zu Hand, so saßen wir, die beste Gattin von allen und ich, vor dem Monitor.

Ohne Narrentruhe kein Gschellabstauben und deshalb treppauf, treppab zwei lamentierende Kanoniere unterwegs im Fasnetsmuseum mit der Kiste. Und dann, das Bild fast passend zum Wetter, denn trocken war’s heute auch, aus den Museum und schwupps, befanden sie sich in einer virtuellen Stadthalle.

Quer über die Tische ging’s, und zack, kam unser Zunfte Role Haag ins Bild marschiert, holte einen feinsäuberlich gefalteten Umhang aus der Truhe und stimmte nach einem noch belegten AHA die bekannte Strophe des Elferliedes an:

Am Dreikönigstage, wenn der Tag aufholt,
wird nach alter Sage, s'Narrakloid her g'holt,
abgestaubt, gesichtet, g'streichelt, hergerichtet,
Narren alt und jung, tun den ersten Sprung!

A capella, das hat er gut hinbekommen. Mit einem Gruß an sein „hochedles Narrenvolk“, insbesondere an den neuen OB und seine erste Bürgermeisterin, stimmte er auf die Fasnet ein.

Das kleine Mäschkerle aus der Truhe mit seinem AHA, AHA, AHA, die Fasnet ist jetzt da, ist immer ein besonderes Highlight für Seele und Gemüt und darf auch beim virtuellen Gschellabstauben nicht fehlen.

Der Narr, lässig mit den Beinen auf der Truhe, nimmt pointiert das Geschehen in der Stadt aufs Korn. Vom mittlerweile geteerten Löhleweg über Manne Luchas unsäglichen Krankenhausplänen bis zur großen Kreisstadt schlägt er einen weiten Bogen über die Kommunalpolitik. Und wünscht sich und uns allen nichts sehnlicher, als dass wir wieder mal eine Fasnet alle zusammen feiern können. Und bis dahin tragen wir die Fasnet im Herzen.

Federle, Narro, Faselhannes , Schorrenweible und Schrättele kommen aus der Truhe. Werners Esel war nicht zu sehen. Vielleicht, wie es sich für einen störrischen Esel gehört, einfach zu spät für die Kamera dran.

Echtes Homevideo unter Corona-Bedingungen waren die Vorstellungen der Garde. Da wurde aus manchem Christbaum auch schon der Narrenbaum.

Der Hofmarschall hatte auch schon ein paar Missgeschicke von Narren närrisch aufbereitet und dem Samlerkönig war die Quetsche eingegangen.

Und alles nochmals zum Nachsehen und Nacherleben auf Youtube unter Narrenzunft Waldsee Reinschauen lohnt sich.

 

Bericht und Bilder Erwin Linder

 

 

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