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Bad Waldsee - Die Bundesanstalt für Straßenwesen in Bergisch Gladbach hat zum Jahresausklang neue Verkehrszahlen für die Bundesstraßen und Autobahnen in Deutschland veröffentlicht.

Ergebnis: Der Verkehr auf der B 30 ist bis zum Jahr 2019 weiter gestiegen. In Gaisbeuren und Enzisreute wurden nun rund 29.000 Fahrzeuge pro Tag gezählt, davon rund 4.000 Fahrzeuge Schwerverkehr. Das sind rund 5.300 Fahrzeuge oder rund 22 Prozent mehr, als noch 2015.

Die Zahlen für das Jahr 2019 basieren auf sogenannten temporären Messungen in den Jahren von 2016 bis 2019. Ergänzend ließ die Bundesanstalt für Straßenwesen Zahlen aus dem Jahr 2015 fortschreiben. Im Bundesdurchschnitt wurden im Jahr 2019 auf Bundesstraßen täglich rund 9.780 Kfz gezählt, davon 770 Kfz Schwerverkehr.

Zählung auf der B 30

Neu gezählt wurde auf der Bundesstraße 30 zwischen Meckenbeuren und Ravensburg sowie Baindt und Oberessendorf. Von Oberessendorf bis Hochdorf-Appendorf wurden die Zahlen der dortigen Verkehrsdauerzählstelle übernommen. Auf anderen Streckenabschnitten erfolgte eine Hochrechnung der Zahlen von 2015.

Mehr Verkehr nur in Mainz und Stein bei Nürnberg

Nach der Freigabe der großen Ortsumfahrung Ravensburg im Dezember 2019 weisen die Orte Gaisbeuren und Enzisreute nun die höchste Verkehrsbelastung der B 30 auf, mit rund 29.000 Kfz pro Tag, davon rund 4.000 Kfz Schwerverkehr - überwiegend schwere Sattelzüge und Lkw.

Weiterhin zählen Gaisbeuren und Enzisreute zu den Orten mit der bundesweit höchsten Verkehrsbelastung. Zusammen mit Mainz (B 455) und der Stadt Stein bei Nürnberg (B 14) zählen die Bad Waldseer Ortschaften nun sogar zu den drei bundesweit am höchsten belasteten Orten mit einer zweistreifigen Ortsdurchfahrt. Dabei ist die Schwerverkehrsbelastung in Enzisreute und Gaisbeuren jedoch mehr als doppelt so hoch.

Lärmbelastung gestiegen

Die Bundesanstalt für Straßenwesen ermittelte nach den neuen Lärmrichtlinien RLS19 für Gaisbeuren und Enzisreute auch die aktuelle durchschnittliche Lärmbelastung von nun bis zu 91,9 dB(A) am Tag und 85,0 dB(A) in der Nacht.

Bereits ab 70 dB(A) drohen schwere Gesundheitsschäden. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt aktuell Außenmittelungspegel von tagsüber 53 dB(A) und nachts von 43 dB(A) nicht zu überschreiten.

Der Kooperationserlass zur Lärmaktionsplanung des baden-württembergischen Ministeriums für Verkehr definiert 70 dB(A) am Tag und 60 dB(A) in der Nacht als sehr hohe Belastung, die als besondere Gefahrenlage restriktive Lärmschutzmaßnahmen rechtfertigt.

Belastung in weiteren Ortsdurchfahrten

In den B 30-Ortsdurchfahrten Meckenbeuren und Meckenbeuren-Buch wurden im Jahr 2019 bis zu rund 17.400 Kfz pro Tag ermittelt, davon rund 700 Kfz Schwerverkehr, bei einer Lärmbelastung von 90,1 dB(A) am Tag und 81,7 dB(A) in der Nacht.

In der fünften und letzten echten Ortsdurchfahrt der B 30, in Friedrichshafen, erfolgte weder eine Zählung noch Hochrechnung. Im Jahr 2015 wurden zuletzt täglich bis zu rund 13.600 Kfz gezählt, davon rund 210 Kfz Schwerverkehr. Zur Lärmbelastung nach den RLS19 liegen keine Zahlen vor.

Corona-Pandemie

Die Zahlen der Verkehrsdauerzählstelle der B 30 bei Oberessendorf belegen einen deutlichen Verkehrsrückgang mit dem Beginn der Corona-Pandemie im Jahr 2020. Doch schon die Zahlen von September 2021 liegen höher als im September 2019. Fazit: Nach der Pandemie ist in überschaubarer Zeit ein Verkehrsaufkommen wieder auf dem Stand des Vorkrisenniveaus zu erwarten oder sogar ein höheres.

 

Bericht Franz Fischer

 

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