DBSZ DBSZ BadWurzach 1200v01

Bad Waldsee - Die zweite Tarifverhandlung für die Holz- und Kunststoffverarbeitende Industrie (HVI) Baden-Württemberg am 4. Oktober endete äußerst enttäuschend. Die Arbeitgeber legten kein neues Angebot vor.

Nur 2,5 Prozent über lange 30 Monate sollen es insgesamt sein, sechs Nullmonate eingeschlossen. „Das ist ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten“, so Helene Sommer, 1. Bevollmächtigte der IG Metall Friedrichshafen-Oberschwaben und Singen. Unter diesen Vorzeichen hatte die IG Metall Friedrichshafen-Oberschwaben zum Aktionstag aufgerufen. Dieser fand mit gut 1300 Teilnehmenden bei der Firma Hymer in Bad Waldsee statt.

Marcel Weißgerber, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender der Firma Dethleffs GmbH & Co. KG, rief den Versammelten zu: „Das ist ein tolles Bild, etwas Vergleichbares haben wir schon lange nicht mehr gesehen. Das müssen auch die Arbeitgeber hören: Wir Holzer sind bereit, für unsere Forderungen zu kämpfen“. Die IG Metall fordert in der laufenden Tarifrunde 4,5 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 12 Monaten, des Weiteren soll die Altersteilzeit attraktiver gestaltet und die enorme Belastung der Beschäftigten kompensiert werden.

Janusz Eichendorff, Betriebsratsvorsitzender von Hymer in Bad Waldsee, zeigte sich über die Kampfkraft der oberschwäbischen IG Metall sichtlich zufrieden: „Die guten Argumente sind auf unserer Seite. Das hilft in Tarifverhandlungen aber leider nur bedingt. Wir brauchen am Verhandlungstisch den Rückhalt von kampfbereiten Kolleginnen und Kollegen, damit die Arbeitgeber wissen, dass wir bereit sind für unsere Forderungen zu kämpfen. Mit diesem Eindruck können wir gestärkt in die nächste Runde gehen und auch den Arbeitgebern vermitteln, dass wir in dieser Tarifauseinandersetzung bereit sind, bis aufs Letzte zu gehen“.

Ernüchtert äußerte sich der Betriebsvorsitzende bei Hymer zu der Weigerung der Arbeitgeber über Belastungen zu sprechen, „Die Arbeitgeber haben bisher ein Angebot vorgelegt, das in keiner Weise die Auftragslage in den Unternehmen wiederspiegelt. Stattdessen versuchen sie einen wirtschaftlichen Boom schlecht zu reden. Die Caravan Industrie erlebt zum Beispiel seit Jahren eine historisch starke Phase. Alleine in diesem Geschäftsjahr plant Hymer mit einem Umsatzplus von 30 Prozent. Unsere Belegschaft ist seit Jahren am Anschlag. Ständige Mehrarbeit und eine enorme Leistungsverdichtung. Das Angebot der Arbeitgeber zeugt von wenig Wertschätzung der Belegschaftsleistung der vergangenen Monate.“

„Entgelterhöhungen über 1,2 Prozent im März 2022 und 1,3 Prozent im März 2023 liegen unterhalb der zu erwarteten Inflationsrate von derzeit über 4 Prozent, damit wird die Branche ihr Fachkräfteproblem sicher nicht lösen“, kritisierte Martin Klebusch, Betriebsratsvorsitzender von Waldner Labor in Wangen.

Insgesamt legten heute, unabhängig von der Kundgebung in Bad Waldsee, insgesamt 3180 Beschäftigte in folgenden Firmen die Arbeit nieder:

Dethleffs GmbH & Co. KG, Isny,
Carthago Reisemobilbau GmbH, Aulendorf,
Martin Staud GmbH Möbelwerk, Bad Saulgau,
Erwin Hymer , Bad Waldsee

 

Pressemeldung IGM Friedrichshafen-Oberschwaben

 

 

 

Nur registrierte Benutzer können Kommentare schreiben!

­