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Bad Waldsee - Am Freitagabend hatte Dirk Haselbacher beim Ortsgespräch, diesmal in der Säulenhalle des Museums, Franziska und Hannah Barzcyk zu Gast. Die beiden sind als Jugendliche mit ihrer Mutter nach Toronto ausgewandert und haben in Nordamerika eine große Karriere als Illustratorinnen und Grafikerinnen gemacht.

„Wie war es, als ihr wieder nach Bad Waldsee gekommen seid, ein bisschen wie nach hause kommen?“ „Schon, man erinnert sich an vieles – und in Bad Waldsee hat sich nichts verändert.“ „Na, immerhin haben wir jetzt ein Mobilitätsband und der Löhleweg ist geteert“

Leicht und locker führte Dirk Haselbacher die beiden Künstlerinnen durch den Talk und die Zuschauer erfuhren auf unterhaltsame Weise, wie sie sich ihr Leben in Nordamerika einrichteten. Das Schwäbische ist dabei, wie die Zuschauer aus der Sprachexamination erfuhren, etwas auf der Strecke geblieben. Deshalb bekamen beide als Gastgeschenk ein Mundartlexikon

„Am Anfang war es schon schwierig. Die Sprache, die Schule, neue Freunde finden. Aber mit dem Eintritt ins College bin ich dann richtig angekommen“ erzählte Hanna.

Malen und zeichnen wurde in der Familie Barzcyk seit frühester Kindheit gepflegt. Schon der Großvater hatte immer ein Skizzenbuch dabei.

Dass beide der Weg in die Illustration und Grafik führte, war nicht so klar, wie es rückblickend aussieht. Ausflüge ins Filmgeschäft und zum Tanz, Reisen nach Argentinien, um den Tango kennenzulernen standen auch am Anfang des Lebenswegs.

 

Beide studierten am Ontario College of Art and Design. Ihre Arbeiten wurden in der New York Times, im National Geografic und vielen anderen bekannten Titeln veröffentlicht. Und als Dirk Haselbacher nach dem „Ritterschlag“ für eine Illustratorin fragte, bemerkte Hanna wie nebenbei, sie hätte auch für das MoMa gearbeitet. Das hat der Moderator wohl nur am Rande mitbekommen. Das MoMa abgekürzte Museum of Modern Art dürfte das wohl bekannteste und renommierteste Museum der Welt sein. Und ein Auftrag vom MoMa ist schon ein Ritterschlag.

Hanna und Franziska arbeiten sehr unterschiedlich. Während Hanna ihren Illustrativen Stil mit herkömmlichem Zeichnen gefunden hat, arbeitet Franziska mit Collagen. Beide bekamen für ihre Arbeiten nicht nur allererste Adressen an Kunden, sondern sie konnten auch schon viele Preise gewinnen.

„Wie unterscheidet sich das Leben in Nordamerika vom Leben in Deutschland?“ „In Nordamerika ist man freier, der Wettbewerb ist stärker. In Deutschland gibt es viel mehr Regeln.“

 

Fünf Begriffe für Deutschland sollten die beiden Künstlerinnen zum Schluss noch auf einen Zettel schreiben. Vielleicht lag’s doch noch an der Sprachbarriere, die beiden verlegten sich gleich wieder auf’s Zeichnen.

Heraus kamen bei Franziska Pünktlichkeit, Präzision, Sarkasmus, Seen, Bäume und Brezel. Hanna skizzierte Bier trinkende Gartenzwerge und thematisierte das Auto, des Deutschen liebstes Kind.

Die Barzcyk-Zwillinge kamen nicht alleine. In der ersten Zuschauer Reihe saß die Mutter, die von Dirk Haselbacher auf ungarisch begrüßt wurde. Während die junge Damen sich vor Lachen wegschmeißen wollten, staunte das zahlreiche Publikum nicht schlecht über Haselbachers Sprachkenntnisse.

Die beiden Illustratorinnen spendierten eine Grafik, die am Ende des Abends für 300 Euro unter den Hammer kam. Das Geld kommt der Hospizhilfe Weingarten und Ravensburg zu gute.

Für ein musikalisches Erlebnis sorgte am Freitagabend das Duo Carolin Höfler, Bass und Isolde Werner, Gitarre und Vocal mit sensibel vorgetragenem Jazz.

Und wer sich für ihre Arbeiten interessiert: Am heutigen Samstag um 17.00 Uhr ist die Vernissage mit ihren Arbeiten im Museum im Kornhaus.

 

Bericht und Bilder Erwin Linder

 

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