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Bad Waldsee - Dienstag ist Markttag. Und zum Bummel über den Markt gehört eine Tasse Kaffee bei Mundings oder im Czardas. Das hat uns lange gefehlt. Nicht den Kaffee als Muntermacher, vielmehr, weil wir den Schwatz am Kaffeetisch vermissen.

Bruno S. und Roland U. sitzen im Café am Markt. „Und, wie fühlt es sich so an, wieder im Café zu sitzen?“ „Es tut gut, wieder unter die Leute zu kommen. Das hat mir schon gefehlt,“ antwortet Roland U. „Ich war ja Zuhause nicht eingesperrt. Ich habe eine großen Garten und man kann ja in Waldsee auch viel machen. Aber so ein-, zweimal in der Woche sich mit Bekannten auf einen Kaffee zu treffen, diese sozialen Kontakte haben mir schon gefehlt.“

Um die Mittagszeit schlendere ich durch die Stadt. Mache einen Stopp am Grünen Baum. „Wir lassen es erst mal langsam angehen und schauen, wie die Leute das Angebot annehmen. Der Hirsch gegenüber hat das Mittagsangebot, wir öffnen für die Abendgäste. Wir haben zunächst die Terrasse auf dem Rathausplatz und das Bäumle für die Gäste vorbereitet und freuen uns, dass es wieder losgeht.“

Am Hasen werde ich von ein paar Stammgästen begrüßt und zu einem Gläschen eingeladen. Ich muss leider passen, weil es sonst mit diesen Zeilen hier nichts wird. Roland Klingele, Hasenwirt, hat schon seit Montag geöffnet. Er ist zunächst mal ganz zufrieden, dass überhaupt was geht, wenn auch die Umsätze naturgemäß noch nicht auf dem Vor-Corona-Niveau liegen. „Die Stadt ist sehr großzügig und kommt den Wirten mit den Außenflächen entgegen. So kann wenigstens ein Teil der wegfallenden Sitzplätze im Freien kompensiert werden.“

Auch im Scala steht das Team um Simon Mayer voll motiviert am Herd und im Service seit Montag bereit. „Die Gäste freuen sich genau wie wir, dass es endlich wieder losgeht. Wir haben schon wieder die ganz normalen Öffnungszeiten“ so Simon Mayer. „Hygiene wird in der Gastronomie seit jeher groß geschrieben. Jetzt gibt es noch zusätzliche Desinfektionsmöglichkeiten und Sicherheitsabstände zwischen den Tischen. Die ersten Gäste waren noch etwas verunsichert, man will ja nichts falsch machen. So werden die Gäste im Scala am Eingang in Empfang genommen und zu den Tischen geleitet.“

„Es ist schön, wieder die Gäste zu sehen“, sagt Horst Schmidt vom Kreuz in Mattenhaus. „Leider kamen die Spielregeln für uns Wirte etwas spät heraus. Die Gäste akzeptieren die Regeln. Wir haben für unsere Mannschaft ein Corona-Konzept entwickelt und eine Hausordnung für die Gäste. Nach Möglichkeit wünschen wir uns eine Rechnung pro Tisch und bargeldlose Bezahlung zum Schutz unserer Mitarbeiter. Wir halten die von der DEHOGA geforderten Richtlinien ein. Durch unsere Lüftungsanlagen sorgen wir für einen Luftaustausch in den Gasträumen und das Wetter spricht ohnehin für den Biergarten“

Und die Gäste? „Super. Spitze. Endlich sieht man wieder seine Freunde und Bekannten. Kann man wieder in der Mittagspause einen Snack zusammen einnehmen und muss sich nicht alleine irgendwohin verkrümeln.“

Klar, Wirte und Gäste sind zusammen gefordert, die Spielregeln einzuhalten. Denn keiner will, dass die Lockerungen, auf die sich alle so lange freuten, wieder zurückgenommen werden müssen. Den Wirten wird dabei deutlich mehr abverlangt als den Gästen. Sie sind für das Einhalten der Abstände, der Hygieneregeln und für die Gäste-Dokumentation zuständig. Mehraufwand, der richtig Geld kostet. Deshalb mein Rat: geht zu euren Wirten, macht eine ordentliche Zeche und vergesst nicht das Trinkgeld für die Service-Mitarbeiter.

 

Text und Bilder: Erwin Linder

 

 
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