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Bad Waldsee - Daniel Steinhauser, unseren Lesern bekannt durch seine Everesting Challenge an der Grabener Höhe im letzten Jahr, plant für dieses Jahr ein noch ambitionierteres Projekt: Eine Teilnahme am Race Across The Alps (RATA). Das sind 13 Alpenpässe in Österreich, der Schweiz und Italien. Das sind 14.000 Höhenmeter verteilt auf 525 km. Und das Ganze am Stück.

„Nachdem ich letztes Jahr für soziale Zwecke über 9.000 Euro Spenden bekam, möchte ich diese Plattform nochmals zu Gunsten sozial Benachteiligter nutzen. Letztes Jahr konnten wir den FIB e.V.Biberach, den Eugen-Bolz-Kindergarten in Bad Waldsee und das SBBZ Sehen in Baindt unterstützen.

Wenn die Spendenfreudigkeit dieses Jahr ebenfalls vorhanden wäre, könnte wieder einigen Menschen, die es im Leben nicht so einfach haben wie wir, eine Freude gemacht werden.“

 

Von der Aktion Everesting@GrabenerHöhe gibt es einen Kurzfilm. Die Premiere hätte längst schon im Seenema stattfinden sollen. Aber aufgrund der Pandemie und der fehlenden Öffnungsperspektive des Seenemas wird er die nächsten Tage im Internet Premiere feiern. Die Bkldschirmzeitung berichtete darüber.

 

Unser Autor Erwin Linder stellte Daniel Steinhauser 10 Fragen zu seinem neuen Charity-Projekt:

 

Das RATA geht über 13 der höchsten Pässe in Italien, Österreich und der Schweiz. Das sind 14.000 Höhenmeter und 525 km. Am Stück. Das ist ja schon eine ziemlich irre Angelegenheit. Was ist deine Motivation, sich dieser Herausforderung zu stellen?

DS: Es hat sich entwickelt. Vom RATA hörte ich immer wieder in den letzten Jahren. Allerdings war diese Herausforderung aufgrund der großen Distanz und der vielen Höhenmeter völlig utopisch.
Aber nach dem Rekord an der Grabener Höhe kam es mir nicht mehr unmöglich vor.
Damals bin ich in 24 Stunden 428 Kilometer mit 13.845 Höhenmeter geradelt.
Das brachte mich auf diese verrückte Idee mich fürs RATA anzumelden.
Es wird mir alles abverlangen, das RATA gilt als das härteste Eintagesrennen Europas.

 

Wie bereitest du dich auf so ein Rennen vor? Was sind deine drei wichtigsten Punkte in der Vorbereitung?

DS: So ganz groß sind die Unterschiede zu meinem sonstigen Training auf Radmarathons nicht. Ich trainiere weniger kurze harte Intervalle und mehr Kraftausdauer, es wird nicht auf einen Zielsprint herauslaufen ;)
Die Radsaison beginnt Anfang November nach einer zweiwöchigen Trainingspause.
Der Formaufbau geht über viele Wochen in denen die Zeitumfänge und später die Härte im Training gesteigert werden. Im Winter halte ich die reine Radfahrzeit möglichst gering und schnalle mir, wenn es auch immer geht, die Langlaufski an. Das ist eine gute und wichtige Abwechslung für Körper und Kopf. Natürlich fahre ich im Winter auch zusätzlich Rad, die härteren Einheiten aber ausschließlich Indoor auf der Rolle.

Letztes Wochenende fuhr ich eine lange Trainingseinheit von 320 km, eben spezifisches Langstreckentraining.
Die wichtigsten Punkte im Training sind für mich eine gute Balance aus gemütlichen Fahrten und Intervallen sowie gute Ernährung und konsequentes Einhalten der Ruhetage, denn nur mit ausreichender Ruhe und Erholung wird man besser.

 

Gibt es nach dem RATA überhaupt noch Herausforderungen für dich?

DS: Ja, der Ötztaler Radmarathon. Leider werden die meisten Startplätze verlost. Das Losglück war bislang nie auf meiner Seite.

Also hoffe ich einfach mal auf mein Glück oder aber mit einer guten Leistung beim RATA auf einen der wenigen Plätze die der Veranstalter verdienten Fahrern direkt vergeben kann.

 

Du bist verheiratet, hast zwei Kinder und bist selbstständiger Finanzmakler. Wie bekommst du Familie, Beruf und Hobby unter einen Hut?

DS: Ohne meine Frau ginge gar nichts! Sie fängt enorm viel auf. Das ist wahrlich nicht selbstverständlich. Wir versuchen uns möglichst gut zu organisieren.

Für mich, als Selbstständigen bedeutet es früh aufzustehen und dann erst mal ins Büro. Dann mit der Familie frühstücken, wenn die Kinder dann in der Schule/ dem Kindi sind, habe ich meist Zeit für eine Trainingsrunde. Oftmals hänge ich nach dem Familienmittagessen noch eine zweite Trainingseinheit an.
Meine Selbstständigkeit bringt mir den Vorteil, die Arbeitszeit flexibel einzuteilen. Dadurch kann ich, trotz der hohen Trainingsumfänge, wohl mehr Zeit mit meiner Familie verbringen als so mancher Angestellter.

 

Ich habe gelesen, dass du für deine direkten Kosten, also Fahrt, Unterkunft, Verpflegung schon Sponsoren hast. Wie beim „Everesting@GrabenerHöhe“ möchtest du mit deiner Rennteilnahme noch Spenden für einen guten Zweck sammeln. Wie stellst du dir das vor?

DS: Das darf nicht falsch verstanden werden. Es geht nicht um’s Geld verdienen. Jeder Teilnehmer am RATA muss erst mal 450 Euro Startgeld bezahlen. Dann muss jeder Teilnehmer verpflichtend ein Begleitfahrzeug mit vier Personen stellen. Das bedeutet natürlich Reise- und Verpflegungskosten für fünf Personen, für die jeder Teilnehmer selbst aufkommen muss. Dazu noch die Kosten für das Auto. Es sollte schon ein kleiner Bus sein. Denn es muss ja das ganze Gepäck, die Ersatzteile, ein Ersatzrad und Werkzeug mit an Bord und zuletzt Platz für vier Begleiter.
Die Fixkosten werden natürlich möglichst klein gehalten, sodass der Spendenanteil möglichst hoch ist.

Es wäre schön, wenn, wie bei der Grabener Höhe, auch noch möglichst eine stattliche Summe zusammenkommt. Und dafür ist jede noch so kleine Spenden herzlich willkommen.
Die Spenden werden, wie auch bei der Grabener Höhe direkt an die jeweilige Einrichtung gehen, ohne Zwischenweg. Das SBBZ Sehen Baindt wird dann ein E-Rollstuhlfahrrad anschaffen können und die Eugen-Bolz-Schule in Bad Waldsee wird in Kooperation mit den Moskitos des Theater Ravensburgs eine Zirkus- AG auf die Beine stellen.
Die Künstler sind ja in der Pandemie ohnehin arg gebeutelt. Sie dürfen nirgends auftreten und erhalten teilweise auch keine staatliche Entschädigung. Wir wollen die Moskitos engagieren, im Vorfeld bezahlen und so eine Überbrückungshilfe schaffen. Das sind aber keine Almosen, sondern ein echtes Engagement, das die Moskitos, wenn die Kontaktbeschränkungen wegfallen, antreten werden.

 

Profis trainieren an Geräten, um ihre Leistung wattgenau zu kennen. Wie trainierst du?

DS: Wichtig ist ein strukturierter Trainingsaufbau. Ich habe an meinen Rennrädern Leistungsmesser, die mir die Leistung bei jedem Tritt anzeigen. So kann ich meinen Leistungsstand jederzeit bewerten und die Trainingsinhalte maßgeschneidert umsetzen.
Auch ist ein Leistungsfortschritt über viele Wochen zu erkennen, wenn man mit der identischen Herzfrequenz einige Wochen einfach mehr Leistung treten kann. Das motiviert.

 

Wie bist du zum Rennradsport gekommen?

DS: Durch meinen ehemaligen Fussballtrainer Manfred Mangold. Der sagte mir: „Steini, kauf dir a Rennrad“. Danach fuhr er mich bei einer Trainingsausfahrt absolut „platt“. Da hat mich der Ehrgeiz gepackt. Das war 2016.

 

Was bedeutet dir der Rennradsport?

DS: Ich würde das gerne verallgemeinern. Ich liebe den Sport und versuche auch wirklich vielfältig diesen zu betreiben.
Das Fahrradfahren ist inzwischen meine absolute Leidenschaft, nur Radfahren wäre mir auf Dauer aber zu eintönig. Daher betreibe ich eine Vielzahl von Sportarten, z.B. Langlaufen & Joggen im Winter, wenn kein Schnee liegt so bin ich ab und an mit den Rollerski unterwegs. Inzwischen habe ich, mit den richtigen Inputs der Waldseer Triathleten auch so meinen Gefallen am Schwimmen gefunden.
Gemeinsam Sport zu machen, die Natur zu erleben hat für mich die höchste Bedeutung. Unsere Region bietet eine enorme Schönheit und Vielfalt. Man muss nicht immer um die Welt reisen um spektakulär schöne Ort zu entdecken.

 

Wie sieht dein Trainingsprogramm aus?

DS: Steigernd ;)
Ich trainiere i.d.R. in 4 Wochenblöcke. Auf drei Wochen forderndes Training folgt eine Ruhewoche mit reduzierten Umfängen und weniger Intensität.Die Trainingswochen beinhalten meist so um die 20 Stunden pro Woche. Vor den Wettkämpfen kommt dann das das sogenannte Tapering. Tapering ist englisch und heißt „reduzieren“.

Nach einer Grenzbelastung über Wochen wird dem Körper so ca. 2 Wochen vor dem Wettkampf die nötige Erholung gegeben um dann am Tag des Rennens die maximale Leistung abrufen zu können.

 

Welchen Tipp kannst du Amateurradsportlern geben?

DS: Es ist ein wirkliches Privileg, mit dem Rad durch unsere schöne Landschaft zu fahren, die Vögel singen zu hören, das Spiel von Licht und Schatten in den Wäldern zu genießen. Wenn man an Wettkämpfen teilnimmt, ist es wichtig, sich auf ein Ziel zu fokussieren und die Trainingshärte darauf abzustimmen.

Race across the alps

 

Text von Erwin Linder

 

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Das Renntrikot mit Platz fuer Sponsoren 578

 

 

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