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Haisterkirch-Osterhofen - Am sommerlich heißen Mittwochabend kamen gut 70 Personen in die Haisterkircher Gemeindehalle, um an der Gründungsversammlung des Fördervereins Kapelle Osterhofen teilzunehmen, sich zu informieren und um auch gleich Mitglied zu werden. Ortsvorsteherin Rosa Eisele, die sich selber mit Herzblut für die Kapelle einsetzt, freute sich über einen ähnlich guten Besuch wie schon letzte Woche, als das Pfarrhaus in Haisterkirch Thema war.

Bei der Begrüßung hob sie hervor, dass dieser Mittwochtermin gewählt worden war, damit auch die Verwaltungsspitze der Stadt Bad Waldsee, vertreten durch Bürgermeister Matthias Henne und Erste Beigeordnete Monika Ludy dabei sein konnten. Das war auch ganz wichtig, denn schließlich ist die Stadt Bad Waldsee Eigentümerin der Kleinkirche von Osterhofen und ist für die „wertvollste Kapelle in der Region“, wie Pfarrer Stefan Werner das Kapellenjuwel bezeichnete, auch für deren Baulast zuständig. Der Pfarrer erinnerte an die hitzigen Auseinandersetzungen, die zwischen den Verantwortlichen der Stadt und der Kirche in den letzten Jahren geführt worden waren. Er sah sich in der Rolle des Don Camillo und hatte damals als Gegenpart den Ersten Beigeordneten der Stad Bad Waldsee.

An diesem Abend wurde nach vorne geschaut und nach neuen Lösungen gesucht. Alle waren gespannt, wie die neue Rathausspitze jetzt zur Kapelle in Osterhofen Stellung bezieht. Dass sich die beiden Repräsentanten der Stadt wie 61 andere an diesem Abend dem neu gegründeten Förderverein angeschlossen haben, darf als positives Zeichen gewertet werden. Besonders erfreut zeigte sich Pfarrer Werner über die Anmeldezahl 63, denn dies sei ein gutes Omen, schließlich spiele die Zahl 63 bei den beiden marianischen Bruderschaften von Osterhofen eine entscheidende Rolle. Mehr als 63 „Brüder“ dürfen aufgrund der schon seit über 300 Jahren geltenden Satzungsregelungen nicht aufgenommen werden. Die Bruderschaften, vertreten durch Peter Fluhr (ältere Bruderschaft) und Franz Maucher (jüngere Bruderschaft) sind besonders eng mit der Kapelle Osterhofen verbunden und hoffen, dass in der angestammten Heimatkapelle in der auch die beiden Bruderschaftsgemälde hängen, bald wieder die Gottesdienste abgehalten werden können.

Ausführlich schilderte Bürgermeister Matthias Henne die möglichen Wege und Ziele durch die Stadt. Er nannte auch die Summen für eine totale, gründliche Sanierung. Nach der Schätzung vom April 2020 liege diese bei etwa 660.000 Euro. Eine anwesende Zuhörerin fragte, ob es denn nicht möglich sei, eine bautechnische Lösung zu finden, eventuell mit Stützsicherungen, damit die Gläubigen wieder in ihrer Osterhofer Kapelle beten, meditieren und Gottesdienste besuchen können. Für den Bürgermeister ist eine Aufstückelung in verschiedene Bauabschnitte (Dachstuhlsanierung, Raum- und Deckensicherung) keine gute Lösung, was auch in einem Gespräch danach die sachkundige Fachfrau (selbst Restauratorin) Brigitte Hecht-Lang aus Bad Waldsee so beurteilt. Die Fördergelder muss man sinnvoller Weise für das gesamte Sanierungsprojekt mit Begutachtung durch die Denkmalschutzbehörde beantragen.

Die Chefin der städtischen Finanzverwaltung Monika Ludy äußerte sich ebenfalls zur geplanten Vorgehensweise und erinnerte daran, dass aufgrund der Corona-Pandemie im Stadtsäckel millionenschwere Löcher entstanden sind. Für den Bürgermeister ist klar, dass bei der Klausurtagung des Gemeinderats im Oktober dieses Jahres das Thema „Kapelle Osterhofen“ auch eine bedeutende Rolle spielen werde. Mit einer Fleißarbeit glänzte der später gewählte 1. Vorsitzende Markus Schmid. Er hatte eine interessante Präsentation zusammengestellt, beleuchtete viel Historisches, nannte religiöse Hintergründe, verwies auf heutige Aktivitäten wie die Kapellenfeste am 1. Mai. In seinem Rück- und Ausblick nannte er Daten und Fakten von den Anfängen der Kapelle bis zur Schließung am 23. November 2018.

Für den Ablauf der Regularien mit der Gründung des Fördervereins und den anstehenden Wahlen war es von großem Vorteil, dass mit dem Bürgermeister und der Ersten Beigeordneten zwei Profis zur Verfügung standen und die Versammlung in korrekte Bahnen lenkten. Die Versammlungsleitung lag somit beim Bürgermeister in bewährten Händen. Zudem erstellte Monika Ludy das Protokoll. Einstimmig wurde die Satzung beschlossen und alle zur Wahl anstehenden Vorstandsmitglieder auch einstimmig gewählt.

So setzt sich das Vorstandsteam des Fördervereins der Kapelle Osterhofen zusammen: Vorsitzender: Markus Schmid (Osterhofen), Stellvertretender Vorsitzender: Florian Eisele (Osterhofen), Kassierer: Oliver Stefan (Osterhofen), Schriftführerin: Dr. Carmen Pöhl (Oberhaslach), Beisitzer sind Pfarrer Stefan Werner (Bad Waldsee), Ortsvorsteherin Rosa Eisele (Haisterkirch), Peter Fluhr (Osterhofen), Franz Maucher (Bad Waldsee). Als Kassenprüfer wurden gewählt Heinrich Henne (Haisterkirch) und Oskar Bohner (Hittisweiler). Der jährliche Mitgliedsbeitrag wurde auf 20 Euro (Familienbeitrag: 30 Euro) festgelegt. Ziel des Fördervereins ist es, die Sanierung der kunsthistorisch so wertvollen Kapelle Osterhofen voranzubringen.

 

Fototext: Rudi Martin

 

 

 

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