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Bad Waldsee - Am Donnerstagabend informierten die Stadtwerke Bad Waldsee über das Projekt Nahwärme und die Verzahnung der Arbeiten mit dem Breitbandausbau, dem Projekt "Altstadt für Alle" und der Trinkwasserversorgung durch die OSG. Viele Plätze im Haus am Stadtsee blieben an diesem Abend frei, obwohl das Thema gerade die Bürger der Innenstadt besonders tangiert.

 

 

Auslöser: Die Klimaschutzgesetzgebung durch Bund und Land

Nach Begrüßung der Gäste und der Referenten durch die erste Beigeordnete Monika Ludy und einem Überblick über die abendliche Agenda durch Manfred Erne von den Stadtwerken kam Manfred Göppel von der Energieagentur Ravensburg gleich zum eigentlichen Auslöser der Maßnahme:

Die Klimaschutzgesetzgebung durch Bund und Land.

 

Die zentrale Forderung der Gesetzgeber ist eine verbindliche CO2 Reduktion auf mehr als minus 55 % bis 2030. Dieses Ziel soll unter anderem durch eine sukzessive CO2 Bepreisung ab 2021 von zunächst 25 € pro Tonne CO2 sowie dem Verbot neuer Ölheizungen ab 2026 erreicht werden. Bei Heizungssanierungen verlangt das Erneuerbare Wärme Gesetz einen Anteil von mindesten 15 % Erneuerbare Energien.

 

 

Walter Göppel verglich mit einigen schwer verständlichen Charts die verschiedenen Erfüllungsoptionen für Gewerbe- und Wohngebäude. Anhand der Charts machte er Werbung für eine Beratung durch die Energieagentur und stellte die Vorteile bei Nutzung der Nahwärmeversorgung aus seiner Sicht heraus:

 

• Sofortige größtmögliche CO2 Einsparung

• Hohe Sicherheit durch energie- und technikoffene Versorgung

• Erfüllung aller zukünftigen gesetzlichen Anforderungen

• Mehrwert für Hauseigentümer durch Erfüllung des EWärmeG bei Heizungssanierungen

• Mehrwert für private Investoren bei Neubaugebieten durch Erreichen eines bessren KfW-Effizienzhaus-Standards.

 

 

Komplexe Aufgabe Infrastruktur

Manfred Erne, Chef der Stadtwerke, gab einen Überblick über die komplexe Schaffung von Infrastruktur in Bad Waldsee. In einem Aufwasch sozusagen werden die Voraussetzungen für die Nahwärme mit dem Rohrleitungsbau, die Erneuerung Trinkwasserleitung in der Innenstadt, die Breitbandversorgung und die Maßnahme "Altstadt für Alle" geschaffen. Das koordinierte Zusammenspiel aller Beteiligten soll für kurze Bauzeiten sorgen und das mehrmalige Aufreißen von Straßen und Wegen verhindern.

 

Mit der Nahwärme verfolgt die Stadt Bad Waldsee ein ehrgeiziges Klimaziel, so Erne. Die CO2 Emissionen sollen nachhaltig gesenkt und der Anteil an erneuerbaren Energien erheblich gesteigert werden. Dazu bauen die Stadtwerke in der Schützenstraße ein Heizkraftwerk. Die dort erzeugte Wärme wird über ein wärmegedämmtes Rohrleitungssystem zu den Abnehmern transportiert. Die CO2 Einsparung erfolgt im ersten Step durch die deutlich günstigere Energiebilanz eines Blockheizkraftwerkes. Befeuert mit Erdgas wird Strom und Wärme erzeugt. Der Wirkungsgrad insgesamt liegt bei 95 %. Der anfallende Strom wird über die Stadtwerke in das Stromnetz eingespeist, die Wärmeüber ein ca. 4 km langes Rohrleitungssystem zu den Abnehmern gebracht. Der Jahreswärmebedarf wurde mit ca. 10.600 MWh/a berechnet, die Einsparung an CO2 beträgt ca. 1800t pro Jahr.

 

Die Bauarbeiten für das Gigaprojekt sind erheblich. In der Stadt wird kräftig gebuddelt. Der Zeitplan sieht in etwa so aus: Gartenstadt, Abschluss Mitte August 2020, Versorgung bis zur Fertigstellung der Heizzentrale mittels mobiler Aggregate Schützenstraße – Heizzentrale: Herbst 2020 Hittisweilerstrasse – Wurzacher Strasse: Herbst 2021 Innenstadt: Herbst 2020 bis Sommer 2021 Steinacher Straße –Frauenberg –Schulzentrum: Herbst 2021

 

Durch die Abstimmung mit allen Beteiligten, räumliche und zeitliche Eingrenzung und gemeinsame Nutzung der Baufelder sollen die Einschränkungen für Handel und Bürger in der Stadt so gering als möglich gehalten und der Zugang zu allen Gebäuden jederzeit gewährleistet werden.

 

Die Straße wird Baufester für Baufenster geschlossen und für das Mobilitätsband vorbereitet. Der endgültige farbige Asphaltbelag wird dann aufgebracht, wenn alle Bauarbeiten beendet sind

 

Die Kosten für einen Anschluss an die Nahwärmeversorgung haben die Stadtwerke ebenfalls berechnet: Die Anschlusskosten liegen bei 8330 €, der Grundpreis bei 36,62 €/kW und Jahr, der Arbeitspreis bei 8,47 ct/kWh.

 

Frühbucher erhalten Rabatte bis 30 %. Die Hausanschlüsse können auch vorverlegt werden. Dabei sind 50 % der Kosten gleich zu fällig, 50 % dann, wenn der Anschluss genutzt wird. Auch hier gibt es einen interessanten Frühbucherrabatt. Informieren bei den Stadtwerken lohnt sich.

 

Die OSG erneuert sämtliche Trinkwasserhausanschlüsse im Altstadtbereich. Dabei kommen auf die Hausbesitzer Kosten für die Wandeinführung und die Haus Installation zu. Entschließt sich der Hauseigentümer für den gleichzeitigen Einbau des Breitbandkabels, übernimmt die Stadt 50% der für die Wandeinführung entstehende Kosten, als ca. 250 von den 500 € gesamt.

 

Text und Bilder: Erwin Linder

 

 

 

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