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BAD WALDSEE (bg) - Mit nur 16 Gästen, dafür aber umso herzlicher, ist am vergangenen Donnerstag der Schulleiter des Gymnasiums, Robert Häusle, verabschiedet worden. Dabei flossen auch einige Tränen.

 

Für die musikalische Unterhaltung der Feierstunde im Musiksaal sorgte der zukünftige Pensionär höchstpersönlich und gemeinsam mit seinem Stellvertreter: Robert Häusle am Klavier und Matthias Romer an der Violine. Und so bot das Duo zu Beginn und zum Ende nicht nur einen wahrhaften Musikgenuss, sie zeigten auch auf musikalische Art, wie hervorragend das Duo nicht nur schulisch, sondern auch menschlich harmonierte.

 

So fielen Matthias Romer auch die Abschiedsworte, die er an seinen Chef und Freund richtete, nicht leicht. Denn dafür, wie er sagte, seien für ihn die vergangenen zwei Jahre, in denen sie gemeinsam die Schule geleitet hatten, zu bereichernd und zu wertvoll gewesen. Aus seiner Sicht hätte Robert Häusle nicht vor Erreichen des Pensionsalters aufhören müssen – aber er gehe davon aus, dass er die Entscheidung nach reiflicher Überlegung getroffen habe.

 

Romer sagte von ganzem Herzen „Danke“ für Klarheit, Offenheit, Verlässlichkeit, Gelassenheit, Sachverstand und große Freude. Bürgermeister Matthias Henne brachte seine Freude darüber zum Ausdruck, dass sich sein beruflicher Weg mit jenem von Robert Häusle gekreuzt habe, wenn auch nur kurz.

 

Bereits vor seinem Amtsantritt in Bad Waldsee habe Häusle ihn besucht und man habe sich ausgetauscht. Sein erster Eindruck habe sich bestätigt: Häusle sei ein äußerst engagierter Schulleiter, für den stets das Wohl der Schule im Vordergrund stehe. Die Leitlinie des Gymnasiums „Transparenz, Wertschätzung und Kommunikation“ sei für Häusle während seiner Tätigkeit als Lehrer und Schulleiter nicht nur ein Motto gewesen, sondern er habe diese regelrecht gelebt.

 

Weiter ging der Bürgermeister auf die Zusammenarbeit mit dem Lehrerkollegium, dem Eltern-Schüler-Arbeitskreis und den Ausbau der Bildungspartnerschaften und den Einsatz für die fortschrittliche Entwicklung des Gymnasiums ein. Auch dass es gelungen sei, den Zuschlag für die Einrichtung von G9-Profilen zu erhalten hob er hervor. Henne überreichte einen Gutschein für einen Besuch der Staatsoper München, verbunden mit Dank und dem Wunsch einer guten Gesundheit.

 

Im Namen der Schulleiter auf dem Döchtbühl sprach der Geschäftsführende Schulleiter, Frank Wiest, und stellte seinem Kollegen im übertragenen Sinne ein Zeugnis aus: Eines mit Ziffern sei für Robert Häusle zu wenig aussagekräftig, denn er sei so einmalig und passe in kein vorgegebenes Raster, sagte Wiest. Deshalb habe er für ihn ein eigenes Raster entwickelt. Das erste Fach sei der Frohsinn, die gute Laune und die positive Ausstrahlung. Das zweite Fach sei das Arbeitsverhalten, inner- und außerhalb des Dienstes. Humor und Witz seien das dritte Fach und das vierte die Klarheit. Sich selbst nicht so wichtig nehmen, das sei das fünfte Fach. „Vielen Dank, Robert, Du bist nicht nur Kollege, sondern ein wahrer Mensch, eine große Bereicherung. Mit Dir ist jeder Tag ein guter Tag“, sagte Wiest.

 

Als Abschiedsgeschenk und zur Erinnerung überreichte er dem passionierten Radfahrer ein Fahrrad-Trikot. Für Gerlinde Buemann, Leiterin des städtischen Fachbereichs Schulen, Bildung und Betreuung, war es ebenfalls ein großes Anliegen, einige Worte an Robert Häusle zu richten. In ihrer Funktion habe sie drei Jahre lang mit ihm zusammengearbeitet. Es sei eine sehr intensive und prägende Zusammenarbeit gewesen, sehr konstruktiv und strukturiert. Häusle habe eine Gabe, andere zu begeistern. Sein Schiff könne er getrost dem Offizier und der Mannschaft übergeben, sagte Buemann. Jetzt solle er ganz seiner Familie gehören.

 

 

Zum Abschluss ergriff Robert Häusle selbst das Wort und informierte, dass er am Tag zuvor vom Regierungspräsidium Tübingen die Entlassungsurkunde bekommen habe. Sein Dank galt Bürgermeister Matthias Henne, der Ersten Beigeordneten Monika Ludy, Gerlinde Buemann und Brigitte Brenner (Fachbereich Schulen, Bildung und Betreuung), den Schulleiterkollegen, den Elternvertretern, den Abteilungsleitern, dem Kollegium, der Schulverwaltung und – nicht zuletzt – seinem Stellvertreter Matthias Romer, der sein Sohn sein könnte, wie er ihn wohlwollend beschrieb. Ihnen allen dankte Häusle von ganzem Herzen für die Zusammenarbeit, den Zusammenhalt und die Unterstützung.

 

Text und Fotos: Brigitte Göppel

 

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Eingespieltes Team: Schulleiter Robert Häusle am Klavier und sein Stellvertreter Matthias Romer an der Violine musizierten gemeinsam.

 

 

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