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Bad Waldsee - Die Jungzüchter Baden-Württemberg wählten am vergangenen Sonntag (11.9.) ihre Besten in der Hopfenweiler Viehversteigerungshalle. Insgesamt gingen 122 Kinder und Jugendliche mit ihren Rindern in den „Ring.“

In der Viehversteigerungshalle ist es angenehm warm. Die Ränge sind gut belegt. Nicht überfüllt. Ein heimeliger Duft nach Kuhstall, Einstreu, Wirtschaft und Sommerende liegt in der Luft. Lautsprecherdurchsagen, Unterhaltungen. Ein Lacher hie und da und dazwischen Applaus. Die Manege ist mit grüner Streu knöchelhoch bedeckt. Kräftige Stahlbarrieren trennen Manege vom Zuschauerraum.

Von der breiten Öffentlichkeit nahezu unbeachtet findet hier ein wichtiges Wettkampfereignis statt: die baden-württembergische Ausscheidung der Jungzüchter. Vom Rang innerhalb der Rinderzüchter vergleichbar mit einer badenwürttembergischen Meisterschaft in der Leichtathletik, im Ski-Abfahrtslauf, im Tennis oder in ähnlich populären Sportarten.

Vom obersten Rang der Versteigerungshalle hat man einen guten Überblick über die Manege. Fünf, sechs Rinder drehen ihre Runden. Jeweils geführt von einer jungen Frau oder einem jungen Mann. Bei manchen geht es ganz manierlich zu, bei anderen Paaren ist es mit der Einigkeit nicht soweit her: Da will das Rind was anderes als sein Führer.

Einigermaßen ratlos schaue ich dem Treiben zu. Soll ich doch als Berichterstatter Ihnen, geneigte Leser der Bildschirmzeitung, vom Jungzüchtertag berichten.

Die Versteigerungshalle in Hopfenweiler ist angelegt wie ein Zirkus. Das heißt, die Manege hat auch einen Eingang und gegenüber sind die besten Plätze. Neben dem Eingang erspähe ich einen Tisch, auf dem viele Pokale aufgereiht sind. Gehütet von einer jungen Dame, die gleichzeitig das Mikrofon beherrscht und allem Anschein nach viel beschäftigt ist. Trotzdem gibt sie mir freundliche Auskunft, als ich nach einer offiziellen Person frage. „Ja, das bin ich.“ Viele Fragen kann sie mir nicht beantworten, sie hat alle Hände voll zu tun.

Ich schlendere weiter durch die Halle. Ah, hier ist ein Platz frei. Ich lasse mich auf die Holzbank nieder. Probiere eine Unterhaltung mit meiner Nachbarin: „Können Sie mir sagen, worum es hier geht?“ Sie verweist mich an eine Dame und einen Herrn, die in der Pole-Position gegenüber dem Manegen-Eingang sitzen: „Die beiden kommen vom Verband, die können Ihnen alles erklären.“

Ah, ja, der Verband. Der Jungzüchtertag wir durchgeführt von der RBW, der Rinderunion Baden-Württemberg mit Sitz in Herbertingen. Die RBW betreibt die Versteigerungshalle in Bad Waldsee und ist also hier Hausherr.

Ein bisschen drängle ich mich zwischen die beiden und jetzt sitze ich zwischen geballtem Sachverstand. Mein linker Nachbar ist Dr. Alfred Weidele, der Geschäftsführer der RBW, und meine rechte Nachbarin Monika Nörr, die in der Zuchtleitung der RBW zu Hause ist.

Mal von rechts, mal von links werden meine laienhaften Fragen beantwortet und so erfahre ich, dass beim Jungzüchtertag die Präsentation des Rindes im Vordergrund steht. Ziel ist es, die Jugendlichen schon früh an den Umgang und die Arbeit mit den Tieren zu gewöhnen. Der Jungzüchtertag ist deshalb auch mit Absicht an das Ende der Sommerferien terminiert, damit die Jugendlichen genug Zeit bekommen, sich mit ihren Tieren auf den Wettbewerb vorzubereiten.

Wer schon mal mit Tieren gearbeitet hat, weiß, wieviel Arbeit hinter der scheinbaren einfachen Übung steht, mit anderen Artgenossen ruhig im Kreis herumzugehen. Da müssen die Jungzüchter schon eine Menge Zeit und vor allem auch Verständnis und Kenntnis um die Rinder hineinstecken.

Die einzelnen Klassen sind nach Alter aufgeteilt. Nicht nach dem der Rinder, sondern dem der Vorführer. Die Klassen reichen von den Minis von 4 bis 9 Jahren, über die Junioren von 10 bis 12 Jahren, Intermediate von 13 bis 16 Jahren bis zu den Seniors von 17 bis 25 Jahren.

Insgesamt haben sich zum mittlerweile 17. Jungzüchtertag in Bad Waldsee 122 Teilnehmer mit gleich vielen Rindern angemeldet.

Die Vorführungen sind in einzelne „Ringe“ aufgeteilt. In 21 Ringen traten die Teilnehmer gegeneinander an. "Gerichtet" (bewertet) wurde von einer jungen Dame namens Christina Rueben. Sie stammt aus Eschweiler und verrichtete ihr Amt laut dem Bericht des RBW souverän. Die Reihenfolge des Auftretens richtet sich nach dem Alter: Die Minis starten und die Seniors machen das gute Ende.

Das Richten ist für den Laien schon ein Buch mit sieben Siegeln. Die Führer müssen ihr Tier am Halfter führen, dabei das lose Ende zusammengerollt in der Hand halten. Der Unterarm am Halfter soll in einer Linie mit der Rindernase gehalten werden. Dabei sollen die Führer immer den Blick zur Richterin halten, die mit wenigen spärliche Gesten bedeutet, was sie gerne haben will. Ich hoffe, alle Landwirte verzeihen mir die laienhaften Wiedergabe der von mit verstandenen Regeln.

In jedem Ring gibt es einen Sieger und eine „Reserve“. Und zum Schluss natürlich in jeder Klasse einen Champion. Die interessierten Landwirte kennen die Ergebnisse der einzelnen Ringe schon von der Veranstaltung oder auch aus den Veröffentlichungen des RBW. Deshalb hier nur die Champions der einzelnen Klassen:

Mini: Elias Albinger aus Biberach
Junior: Sarah Klenk aus Murrhart
Intermediate: Elena Fuchs aus Schlier
Senior: Katharina Mock aus Markdorf.

Die schönsten Stalltafeln
Für die Kleinsten gab es noch einen Wettbewerb um die schönste und originellste Stalltafel. Ersichtlich sein sollte, dass die Kinder die Tafeln wirklich selbst gestaltet und nicht die Eltern den Stift führten. Die Preisträger sind Hannes Butscher aus Oberessendorf, Fabian Haerle aus Bad Schussenried, Felix Mink aus Seitingen, Franziska Schmaus aus Haslach, Jule Utz aus Mettenberg und Emilie Weber aus Illmensee.

Nachstehend Impressionen vom 17. Jungzüchtertag in Bad Waldsee.

Text / Fotos: Erwin Linder

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