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Ravensburg - Die krisengeschüttelte OSK kommt nicht zur Ruhe: OSK-Geschäftsführer Michael Schuler hat gekündigt. Das erfuhr die Bildschirmzeitung  am vergangenen Freitag aus sicherer Quelle.

Ob die Kündigung im Zusammenhang mit den Querelen um Schulers Co-Geschäftsführer Prof. Dr. Oliver Adolph steht oder ob sie persönliche Gründe hat, war zunächst nicht zu erfahren. Der Betriebsrat war nicht erreichbar; der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Hofmann war in Urlaub, sein Stellvertreter Müller in einer Sitzung.

Bereits um 11.29 Uhr hatte der Ravensburger Blogger Stefan Weinert von der Demission Schulers berichtet. Kurz vor 16.00 Uhr gab es eine Bestätigung aus dem Umfeld der OSK.

Der Brandbrief
In einem gemeinsamen Brief hatten 18 der 22 Chefärzte des OSK-Klinikverbundes ihr Verhältnis zu OSK-Geschäftsführer Prof. Dr. Oliver Adolph als „zerrüttet“ bezeichnet und eine weitere Zusammenarbeit mit dem erst 2020 installierten OSK-Chef ausgeschlossen. Am 12. August 2022 war der Aufsichtsrat der OSK zu einer Sondersitzung zusammengekommen. Sie endete ohne konkretes Ergebnis, wohl aber mit dem Appell an alle Beteiligten, im Grunde an die ganze Belegschaft, es noch einmal miteinander zu versuchen. Beobachter gewannen damals den Eindruck, dass Landrat Sievers als Vorsitzender des Aufsichtsrates nicht gewillt war, eine Trennung von dem umstrittenen Geschäftsführer Prof. Adolph ins Werk zu setzen – wohl vor dem Hintergrund der aufsehenerregenden vorzeitigen Beendigungen der Bestallungen der Geschäftsführer Dr. Wolf und Petra Hohmann.

Der Landrat rückt ab
Am 13. September hat der Personalausschuss des OSK-Aufsichtsrates getagt. Dort haben die Chefärzte ihren Brandbrief kontra Adolph begründet – sogar mit anwaltlicher Unterstützung. Dem Bericht der „Schwäbischen Zeitung“ (SZ vom 15.9.) zufolge habe Landrat Sievers nach der mehr als vierstündigen Sitzung eine vorzeitige Beendigung der Geschäftsführung durch Prof. Adolph nicht mehr ausgeschlossen.

Mit dem Abgang von Michael Schuler – noch kein Jahr im Amt – haben die bespiellosen Personalturbulenzen an der Spitze der Zentralklinik des Landkreises Ravensburg eine neue Dramatik erreicht.

Das Personalkarussell
Hier ein Rückblick: OSK-Geschäftsführer Dr. Sebastian Wolf, damals seit neun Jahren im Amt, war am 22. Juni 2020 vom Aufsichtsrat überraschend entpflichtet worden, obwohl er erst zwei Jahre zuvor für eine weitere fünfjährige Amtszeit bestellt worden war. Nachfolgerin von Dr. Wolf war Petra Hohmann geworden, die nach nur zehn Wochen vom Aufsichtsrat entlassen wurde. Sie hatte von einem Zerwürfnis mit dem 46-jährigen Oliver Adolph gesprochen. Nach der Entlassung forderte sie eine hohe Abfindung. Vor dem Landgericht Ravensburg kam ein Vergleich zustande; die Rede ist von mindestens 300.000 €, die an die Kurzzeit-Geschäftsführerin an der Seite von Oliver Adolph gezahlt worden seien. Seit Oktober 2021 war Michael Schuler (58) gleichberechtigter Geschäftsführer des Klinikverbundes OSK (zu dem das Krankenhaus Bad Waldsee gehört) gewesen.
Gerhard Reischmann

Anm. d. DBSZ-Redaktion: Der Artikel repräsentiert den Informationsstand vom vergangenen Freitag (16.9.). Inzwischen haben sich die Ereignisse überschlagen.

 

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