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Bad Waldsee - Der Kinderschutzbund hat den Bad Waldseer Kindern zum Stadtfest eine besondere Attraktion geboten: den Zirkus Liberta, den kleinsten Zirkus der Welt. Das Waldseer Stadtfest glänzte mit Highlights und einem fulminanten Feuerwerk zum Abschluss. 

Sonntagnachmittag im Stadtgraben. Eine Schar Enten, Hühner, Gänse spaziert im Gras umher. Kein Mensch, der auf sie aufpasst. Jetzt kommt ein Hund dahergeschlendert. Mit einem Schausteller-Ausweis um den Hals. So en passant schaut er, dass das Federvieh nicht zu weit wegläuft. Im Schatten unter den Bäumen zwei Wagen. Mit großem Plakat Zirkus Liberta. Nächste Vorstellung um 16.00 Uhr. Die Ränge füllen sich. Der Zirkusdirektor Dieter Schetz und seine Frau und Assistentin Brigitte kostümieren sich, richten die Mikrofone unter munteren Plaudereien von Dieter: „An allem, was nicht klappt, ist meine Frau schuld.“

„Die großen Kinder nach vorne und auf den Boden sitzen, dann die nächsten nachrücken. Kein Problem, wenn der Hosenboden auch mal schmutzig wird.“ Munter erzählt er weiter. Von seinem Hof, auf dem er mit seinen ganzen Tieren wohnt. Alle in Freiheit und ohne Käfig. Und manchmal kommt halt der Fuchs vorbei und lockt das eine oder andere Huhn in seine Höhle. Dabei hält er einen Fuchsbalg hoch.

Ein paar Handvoll Konfetti übers Publikum gestreut. Die Kleinen und großen Zuschauer sind ganz in seinem Bann.

Dann kommt Assistentin Brigitte mit einer Ente in den Händen. Sie, die Ente, soll über eine Rutschbahn ins Wasser befördert werde. Assistentin Brigitte zeigt der Ente, wo sie hinsoll. Taucht sie ein paar Mal ins Nass. Dann übernimmt der Magier das Tier, die Ente schaut nochmals nach links und rechts, und hui geht die Fahrt auf der kleinen Rutsche ins Wasserbecken.

Dieter Schetz hypnotisiert einen Hahn, lässt einen schwarzen Kater auf einer schmalen Holzleiste über eine weiße Maus steigen, auf dem Hochseil einen weißen Kater über einen schwarzen Hahn. Dann muss das jüngste Ensemble Mitglied, die Ente Olaf Scholz, aus schwindelerregender Höhe („das ist, wie wenn ihr Menschen von einem 10-Meter-Brett springen würdet“, kündigt Dieter Schetz als Enten-Dompteur an) in ein winzig kleines Bassin springen. Klar, auch Olaf meistert die Übung.

NUn der Höhepunkt. Passend dazu das Lied vom Tod. Dieter Schetz entzündet den Feuerreif. Der Hund macht sich bereit. Und springt durch den brennenden Reifen. Als ob’s nichts wäre. Und gleich ein zweites Mal. Als Zugabe.

Die Kinder sind begeistert. Die Erwachsenen genauso. Es war der Höhepunkt eines unterhaltsamen Stadtfestsonntagnachmittags.

 

Und sonst in der Stadt? Ruhig plätschert das Fest dahin. Um 10.30 Uhr geht der Flohmarkt offiziell los. Er ist dieses Jahr, den Baustellen geschuldet, ein bisschen zerrissen. Ein paar Stände an der Bleichestraße bei der Ölmühle. Hier auch der Kinderflohmarkt. Ein paar Stände vom Gut-Betha-Platz Richtung Innenstadt. Und komplett die Wurzacher Straße.

An den Ständen der Vereine jagt ein Frühschoppen mit Konzert den nächsten und geht unmerklich in die Nachmittagsunterhaltung über.

Die Sonne brennt vom Himmel. Schattenplätze sind gefragt. Die Cafés und Eisdielen ausgebucht.

Beim Kinderschutzbund am Seeufer tummeln sich die Kleinen und nicht mehr so Kleinen. Theaterspiel und die beliebte Kistenrutsche. Ein üppiges Kuchenbüffet aus vielen Spenden.

Ein friedlicher, fröhlicher Tag neigt sich dem Ende zu und das Stadtfest strebt seinem Höhepunkt entgegen. Tausende drängeln sich auf dem Uferweg, um nach zwei Pausejahren wieder mal ein Feuerwerk zu erleben.

Und sie werden nicht enttäuscht. Boote setzen die unzähligen Leuchtbecher aus. Langsam senkt sich die Nacht über die Stadt. Romantisch die leuchtenden Ballon-Ketten rings um den ganzen See.

Und dann. Mit einem Donnerschlag zischt die erste Rakete in den schwarzen Nachthimmel. Die Musik setzt ein. Von Forte zu Fortissimo. Sterne, Schlangen, Spaghetti, Donnerschlag auf Donnerschlag. Von diesem Feuerwerk wird keiner enttäuscht nach Hause gehen. Beifall belohnt die Feuerwerker zum Schluss.

Das war’s. Das Stadtfest 2022. Friedlich, freudig, festlich. Bis zum nächsten Jahr.

Text und Fotos: Erwin Linder

 

Hier Impressionen vom Fest-Sonntag

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