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Bad Waldsee - Womit kann man einem hochverdienten Mitarbeiter eine Freude bereiten, wenn er in Rente geht? Die Jugendmusikschule musste diese Frage auf wertschätzende Weise beantworten.

Nach mehr als 40 Jahren außerordentlich erfolgreicher Unterrichts- und Schulleitertätigkeit galt es, Manfred Fuchs angemessen zu verabschieden. Bekanntlich ist Fuchs nicht nur Musikpädagoge im Fach Gitarre sondern darüber hinaus auch Autor gefragter Lehrbücher und vor allem aber auch Komponist und Bandleader.

Sein Genre: der Jipsy Jazz, wie ihn Django Reinhardt populär gemacht hat. So lag es nahe, das weithin bekannte 'Manfred Fuchs Trio' an Fuchs' langjähriger Wirkungsstätte zu präsentieren. Der Heimat- und Museumsverein bot im Kornhaus den dazu passenden Rahmen, auch mit der laufenden Ausstellung von Werken eines ebenfalls verdienten Waldseer Künstlers, nämlich Professor Jörg Eberhard. Trotz Hitze und zeitgleicher Events durften Brigitte Hecht-Lang und Peter Lutz die sehr zahlreich erschienenen Besucher begrüßen. Und deren Besuch wurde reich belohnt von Fuchsens Trio.

Der erfahrene Gitarrist 'Mampe' Fuchs darf auf ungezählte Auftritte in verschiedenen Formationen, oft auch mit den ganz Großen dieser Welt, wie bspw. vor Jahren auch in der Kurstadt mit dem schwedischen Weltstar Andreas Öberg oder in Wien mit dem Sinto Diknu Schneeberger zurückblicken. Fuchs interpretiert ausschließlich Eigenkompositionen. Fuchs quäle seine Selmer-Maccaferri-Gitarre förmlich, wie Lutz einleitend erläuterte.

Auf seiner Lead-Gitarre entstehen rasend schnelle präzise Läufe, jede Note ausbalanciert, verbunden mit hochvirtuosen Improvisationen. Trotzdem legt er auch größten Wert auf Melodie und manchmal gar Romantik. Lutz verglich Fuchs mit dem Pianisten und Keyboarder Keith Emmerson von Emmerson-Lake and Palmer.

Ohne seine nicht minder verdienten Mitinterpreten funktioniert dieser perfekte Gipsy-Jazz natürlich nicht. Markus Kimmich an der Rhythmus-Gitarre ist Alleskönner in Gesang, Solo, Ensemble, in Klassik, Rock, Pop und Jazz. Tiny Schmauch ist gefragter Bassist und Arrangeur bedeutender Jazz-Ensembles im süddeutschen Raum und Österreich. Er leitet die Jazz-Bigband 'Horns Up', ist Dozent für Impro, Harmonielehre und Combospiel sowie Chef der Allgäuer Jazz-Initiative.

Durch das mehr als zweieinhalbstündige Konzert moderierte der Bandleader informativ und humorvoll über die Motive seiner Kompositionen. Da war von 42°C Hitze im ungarischen Ferienhaus seiner Vorfahren die Rede, da gab es eine Liebeserklärung an die 'Siebenbrünnen' seiner Heimatstadt Leutkirch, den Blues für Andreas Öberg, die Geschichte vom Lübecker Bootshaus, dem „lieben Gangster“ Markus Kimmich, dem Taking Off eines Flugzeugs, den Tango mit Kimmich an der Lead-Gitarre, den Light Blues in Dur, Late Night, Songs von Ismail Reinhardt und vieles weitere. Das Trio schuf so eine authentische und präsente Atmosphäre. Jedes Stück quittierten die Konzertgäste mit begeistertem Applaus. Was blieb da anderes übrig als eine tolle Zugabe mit dem Titel Sunshine Roses?

Zum Abschluss ehrte Peter Lutz die drei Musiker und Klaus Neher vom Museumsverein mit einem Weinpräsent. Auch der Förderverein der Jugendmusikschule mit Anita Rupp und René Hess ehrte den scheidenden Schulleiter mit Blumen und Einladung zu einem Jazz-Event. Klar, dass sich einige Kolleginnen und Kollegen der Musikschule unter den Gästen befanden. Elena Becker-Schramm dankte sichtlich berührt für den selbstlosen Einsatz des bisherigen Schulleiters. Gemeinsam mit Marina Bühler überreichte sie ein Geschenk dem langjährigen Chef, der sichtlich auch gerührt war.

 

Peter Lutz

 

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