Aulendorf - Allein sechs Tagesordnungspunkte der im öffentlichen Teil vier Stunden andauernden Gemeinderatssitzung beschäftigten sich mit Bebauungsplänen und deren Änderung, Abwägung eingegangener Stellungnahmen und öffentlicher Auslegung nach einem Aufstellungsbeschluss.

Der Bebauungsplan „Langwegesch – 2. Änderung“ beschäftigte sich mit dem Neubau eines Dorfgemeinschaftshauses mit Sportheim in Blönried und der Schaffung einer neuen städtebaulichen und funktionalen Ortsmitte an diesem Platz. Als Sondergebiet Ortsmitte soll, so die beteiligte Architektin Antonia Kasten, der Bereich der bereits bestehenden zentralen Einrichtungen Kindergarten, Feuerwehrhaus und Sportanlagen mit dem Neubau eines Dorfgemeinschaftshauses mit Sportheim zur neuen Ortsmitte aufgewertet und gestaltet werden. In der Hoffnung, dass das Projekt nun zügig voran geht, so Ralf Michalski (FWV), wurde vom Gemeinderat unisono der Aufstellungsbeschluss gefasst und dem Planentwurf zugestimmt.

An anderer Stelle neben dem Sportplatz und den Tennisplätzen in Aulendorf ging es um die Erweiterung eines Gewerbebetriebs. Die Firma Weih-Tec Trägersysteme beschäftigt derzeit 12 Mitarbeiter und soll durch einen zweigeschossigen Neubau der Produktionsstätte mit Verwaltung und Betriebsleiterwohnung auf cirka 30 Mitarbeiter vergrößert werden.

In einer schwierigen Abwägung zwischen Naturschutz und Wirtschaftsförderung entschied sich der Gemeinderat einstimmig für die Änderung des Bebauungsplanes „Ehemaliger Schießstand“. Auf der einen Seite hatte der Revierförster Matthias Holzapfel (B.U.S) zwei mächtige und schutzbedürftige Eichen im Blick, während Konrad Zimmermann (CDU) positiv hervorhob, dass „ein Betrieb wächst.“ Mit der zusätzlichen Festsetzung einer Dachbegrünung und/oder PV-Anlage auf dem Flachdach des neuen Gebäudes wird allen Belangen Rechnung getragen.

Drei Bebauungsplanänderungen „Laurenbühl, Hofgarten und Vitahotel“ stehen in Nachbarschaft zueinander und betreffen Überlappungen früherer Bebauungspläne. Mit der Neuabgrenzung bleiben alle planungsrechtlichen Festsetzungen und örtlichen Bauvorschriften im neu gefassten Geltungsbereich erhalten. Mit großer Mehrheit wird den Berichtigungen und Anpassungen des Geltungsbereichs zugestimmt.

Auf 3,1 Hektar Fläche beabsichtigt der CDU-Gemeinderat Florian Maucher eine Freiflächen-Photovoltaikanlage mit insgesamt etwa 5 MW installierter Leistung zu errichten. Im moralischen Zwiespalt zwischen Energiewende oder Nahrungsmittelversorgung erklärte Oliver Jöchle (FWV) grundsätzlich seine Gegenstimme zu allen Freiflächen-PV-Anlagen, wobei er diese Anlagen auf Hausdächern begrüße. Bei 11 Ja-, zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung entschied sich die Mehrheit pro Stromerzeugung.

 

Text und Bild: Gerhard Maucher

 

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