Aulendorf – Zum ersten Mal seit zwei Jahren Pandemie tagte der Gemeinderat wieder im Ratssaal im Schloss Aulendorf.

Zu Beginn der Tagesordnung stellten Nicolas Riether, Revierleiter im Polizeirevier Weingarten und sein Kollege Benjamin Tratzyk, seit 1.12.2021 neuer Leiter des Polizeipostens Altshausen den Sicherheitsbericht 2021 vor. Bei 1061 Einsätzen, davon nach Abschluss der Ermittlungen 406 Straftaten in Aulendorf, konnten sie eine Aufklärungsquote von 62,6 % vermelden.

Gegenüber einer im 10-Jahres-Vergleich durchschnittlichen Zahl von 457 Straftaten kann von einem Rückgang gesprochen werden. Lediglich im Bereich Betäubungsmittelmissbrauch (BTM) verdoppelten sich die Fälle von 24 auf 49, ohne dass von einer offenen Szene gesprochen werden kann.

Eine Zunahme der Ladendiebstähle und der BTM - Fälle sei bei der Jugenddelinquenz zu verzeichnen, obwohl wie mehrfach betont, die Lage „überschaubar“ sei, so Riether. Schon im Vorfeld, also präventiv, könne man aktiv werden. Riether empfiehlt bei Ordnungsstörungen einen „Blauen Brief“ an Heranwachsende und deren Eltern zu verschicken.

Die Unfallentwicklung stagniere, so Tratzyk, ohne nennenswerte Schwerpunkte bei nur zwei Schwerverletzten und keinen Toten im gesamten Jahr 2021. Entgegen der Annahmen mit zunehmendem Radverkehr nahm im Vergleich von 2020 auf 2021 die Zahl der Unfälle mit Radfahrern von 10 auf 5 ab.

Wenig erfreulich für Bürgermeister Matthias Burth und Karin Halder (B.U.S) , die von fortwährenden Ruhestörungen durch Jugendliche in Nachbarschaft der Grundschule und Stadthalle berichteten, war die Aussage von Riether, „Ruhestörungen haben bei uns keine Priorität“. Zahlreiche Gespräche mit den Jugendlichen und selbst der zeitweilige Einsatz von einem Sicherheitsdienst hatten zu keinen Verbesserungen geführt.

Erhöhter Bedarf an Schulsozialarbeit!

Thematisch wie örtlich anknüpfend war die Erhöhung des Beschäftigungsumfangs bei der Schulsozialarbeit an der Grundschule Aulendorf. Klaus Kappeler, Referatsleiter Haus Nazareth Sigmaringen erläuterte den erhöhten Bedarf in seinem Jahresbericht. Insbesondere die Einzelfallhilfe und die Verwaltung habe sich überproportional erhöht zu Lasten der Prävention und offenen Angebote.

Die Schulsozialarbeit „agiere derzeit oft nur als Feuerwehr“ und werde dem aktuellen Bedarf nicht gerecht, so Kappeler. Diese Einschätzung bekräftigte der Schulleiter der Grundschule Oliver Trzeciok, der von vermehrten zeitintensiven Gesprächen von ihm und der Schulsozialarbeiterin Anna Halder mit Kindern aus familiär belasteten Familien berichtete.

Wie schon im Verwaltungsausschuss vorberaten, stimmte der Gemeinderat einstimmig einer Erhöhung des Stellenumfangs der Schulsozialarbeit um 50 % zum neuen Schuljahr 2022/2023 zu.

Der Anteil der Stadt an diesen Personal- und Sachkosten beträgt 23.893,87 Euro.

 

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Text und Bild: Gerhard Maucher

 

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