Aulendorf – Vor Eintritt in die Tagesordnung musste Bürgermeister Matthias Burth bekannt geben, dass die Punkte 7 und 8 Aufhebung eines Teilbereiches des Bebauungsplanes „Gewerbe- und Industriepark Sandäcker“ III und Bebauungsplan „Fa. Heydt“ noch nicht entscheidungsreif sind und somit von der Tagesordnung genommen werden müssen.

Die Idee eines Schussenradwegs von Herrn Knies sei angekommen und die Gesellschafterversammlung OTG würde die betroffenen Gemeinden hierzu zu einem runden Tisch einladen. Die Anschaffung eines Fahrzeugs der Feuerwehr werde mit 19 000 Euro bezuschusst. Bezüglich der Wassergebühren 2018 sei die Klage vor dem Verwaltungsgericht abgewiesen worden und der Fußgängerüberweg in der Altshauser Straße werde inklusive Blindenleitweg gebaut. Zu den Einwohnerfragen, weshalb die Gaststätte am Steegersee nicht im Haus servieren könne, antwortete Burth, ein Verbot liege nicht vor. Weshalb das Aulendorfer Thermalbad im Gegensatz zu allen umliegenden Thermalbädern nicht geöffnet sei, sagte Burth nur kurz, auf Wunsch des Betreibers sei es so und dieser sei in seiner Entscheidung frei. Kurt Harsch war nicht in der Sitzung anwesend.

 

Lärmaktionsplan Stufe III fortgeschrieben

Wie vom Gutachter Dr. Uwe Frost festgestellt, sind bislang die Punkte des Lärmaktionsplaney Stufe II noch nicht umgesetzt, trotzdem bestehe die Verpflichtung die Stufe III aufzustellen schon daher, weil auf Aulendorfs Allewindenstraße täglich mehr als 8200 Fahrzeuge fahren. Somit sei ein Meldebogen bei der Landesverwaltung abzugeben, der dann nach Brüssel weitergereicht werde. Falls dies nicht geschehe, können Strafzahlungen auf die Bundesrepublik zukommen. Inhaltlich schlägt er vor, Tempo 30 nachts zwischen Kreisverkehr am Knotenpunkt Allewindenstraße und Schwarzhausstraße und dem Fußgängerüberweg Mockenstraße zu installieren. Sofern diese Regelung in der Praxis überschritten werde, zusätzlich eine Geschwindigkeitsüberwachungsanlage.

Der BUS-Gemeinderat Pierre Groll merkte an, dass Pläne ohne Folgen traurig seien, auch wegen den Erwartungshaltungen der Bevölkerung. „Wenn es einem Ernst sei, dann komme man auch beim Regierungspräsidium weiter.“, und er erwarte, dass eine Umsetzung mit Nachdruck vertreten werde. Zweitens wünsche er eine Fahrbahnerneuerung in der Mockenstraße und drittens Tempo 30 ganztags in der Schussenrieder Straße. Der Bürgermeister sagte grundsätzlich seine Unterstützung zu, „aber es seien dicke Bretter zu bohren.“

Dieter Ehlert vom Sanierungsträger Wüstenrot erläuterte den Tagesordnungspunkt Sanierungsgebiet Stadtkern III . Parallel dazu läuft schon einige Jahre das Sanierungsgebiet Stadtkern II mit der entsprechenden Gestaltungs- und Erhaltungssatzung der Kommune. Die Voruntersuchung, so Ehlert, soll dieses Jahr noch zu Ende kommen und spätestens Anfang nächsten Jahres mit einer Satzung beschlossen werden. Wichtig auch für eine eventuelle Förderung sei, dass eine Sanierungssatzung der Stadt bestehe. Dr. Hans-Peter Reck, CDU, findet die Sache grundsätzlich gut, ohne aber große Erwartungen bezüglich Beteiligung zu hegen. Eine Förderung, so Ehlert, sei auch nur für ein Gebiet üblich und realistisch.

 

Ortsabrundungen der Teilorte mit Spannung verfolgt

Simone Knupfer von LARS Consult GmbH, Fachbereichsleiterin Stadtplanung informierte ausführlichst zum Thema Ortsabrundungen. Viele Besucher waren nur deswegen gekommen. Sie startete ihre 1 ½ Stunden dauernden Ausführungen mit der Teilgemeinde Blönried. Ihre Aufgabe, so Knupfer, sei es aufzuzeigen, wo Spielraum für ein bauliche Weiterentwicklung eines historisch gewachsenen Dorfes vorhanden sei. Ihr war es wichtig zu zeigen, wo charakteristische Bereiche eine verdichtete Bebauung verbieten, wo Blickbezüge offen gehalten werden sollten, wo eine gelungene Ortsabrundung mit weiterer Bebauung gestört werden würde. Trotz all ihrer Einwände sind aber in allen sieben Ortsteilen von Blönried, Steinenbach, Münchenreute, Zollenreute, Esbach, Tannhausen und Tannweiler Spielräume, um den Bedarf der Bürger, die in dem Dorf bleiben wollen, zu befriedigen. Wo Strukturen „überformt“ sind, schadet wenn möglich eine weitere Bebauung nicht. Mit welchem Instrument und welchen Vorgaben im Bebauungsplan dies bewerkstelligt werde, sei dann Entscheidung des Rates. Auch die drei Ortsvorsteher Hartmut Holder, Stephan Wülfrath und Margit Zinser-Auer waren anwesend und nahmen Stellung dazu.

Ein Grundsatz, so Knupfer, gelte generell, aktive Landwirtschaft solle geschützt bleiben, ebenso der ökologische Wert einer Streuobstwiese ist zu beachten. Zu Blönried führte sie aus, dass gegenüber dem Dienstleistungzentrum mit Sportplatz, Feuerwehr, Kindergarten und Alte Schule keine Bebauung empfohlen sei. Halder war mit ihren Empfehlungen für seine Ortsgemeinde einverstanden. Zu Steinenbach empfahl sie keine großflächige Erweiterung, aber fünf, sechs oder sieben Bauplätze mehr könne das Dorf vertragen. Der FWV-Vorsitzende Ralf Michalski weist auf Voranfragen hin. Diese sind bekannt und sollten wenn möglich, berücksichtigt werden, so Knupfer. Bei Münchenreute sei die Eigenständigkeit im Bild der vier einzelnen Inseln und der Zwischenräume dazwischen zu beachten. Eine Arondierung im südlichen Bereich könne sie sich vorstellen. In Zollenreute sei der Streuobstbestand durch eine Bebauung schon überprägt. Wenn, dann dort wo im Anschluss zu neuzeitlicher Bebauung noch Lücken sind, sei eine weitere Bebauung zu empfehlen. Der Ortsvorsteher Wülfrath ergänzte, dies solle auf jeden Fall über einen Bebauungsplan geschehen. Esbach so Knupfer sei ein stimmig gewachsenes Dorf mit kompakter Siedlungsstruktur und darüber sollte man nicht hinausgehen. In Tannhausen seien durchaus ein bis zwei Bebauungen ohne großen Eingriff am Ortsrand westliche Zufahrt möglich. Ebenfalls im Süden unter Wahrung des Waldabstandes. Tannweiler sei stimmig und kompakt, sodass nur eine kleinteilige Nachverdichtung zu empfehlen sei. Grundsätzlich spreche sie über Entwicklungen von 10 bis 15 Jahren, so Knupfer und Burth.

Pierre Groll betonte die Wichtigkeit der Bürgerinformationsveranstaltungen dazu und dass im Grundsatz auch alle mit gleichem Maßstab behandelt werden. Der Beschlussantrag auf Grundlage des Planungsentwurfs wurde einstimmig verabschiedet. Zur Beendigung des Bebauungsplans „Bahnbrücke Rugetsweiler“ ist anzumerken, dass dieser Eingriff trotz Ausgleichsmaßnahmen Punkte im Ökokonto der Stadt kostet, und am 8. Juli werde die neue Brücke über Stahlträger eingebracht.

Einen Aufstellungsbeschluss im Bebauungsplan Allewinden-/Hasengärtlestraße galt es zu beraten. Dies betrifft eine Erweiterung des Edeka-Einkaufsmarktes. Vorgesehen sind eine Vergrößerung im Eingangsbereich mit Sitzplätzen für den Backshop und eine Vergrößerung der Fläche um rund 300 qm bei unverändertem Sortiment. Die Zufahrt soll um 20 Meter nach Norden wandern und die Zahl der Stellplätze von 65 auf 81 erhöht werden. Zusätzlich kommen 14 Mitarbeiterstellplätze . Um die Anwohner vor nächtlichem Lärm zu schützen, solle die maximale Öffnung auf 21.30 Uhr begrenzt werden. Die Kosten des Aufstellungsbeschlusses, diese Ergänzung war Burth wichtig, werden vom Betreiber EDEKA getragen. Mit 17 Ja, bei Enthaltung von Karin Halder wurde dem zugestimmt.

Die Ausschreibung einer PV-Anlage beim Containerstellplatz geht an die Firma Elektro Keßler GmbH zu einem Bruttopreis von 61.445,82 Euro. Eine Kuriosität gab es zum Schluss: Bei der Entlastung des Aufsichtsrates der Vermietungs- und Grundstücksgesellschaft mbH war man nicht beschlussfähig, weil beteiligte Gemeinderäte befangen waren und nicht mitstimmen durften. Hier fehlte ebenfalls Kurt Harsch, um die nötige Zahl zu erreichen und die Abstimmung wurde auf ein nächstes Mal verschoben.

 

Text und Bilder: Gerhard Maucher

 

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Bild: Martin Waibel (BUS) in den Plan der Ortsabrundungen vertieft.

 

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Bild: Zum Lärmaktionsplan Stufe III informierte Dr. Uwe Frost (mitte), links Bürgermeister Matthias Burth, rechts Brigitte Thoma.

 

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