Zollenreute - Der Aulendorfer Bürgermeister Matthias Burth bedankte sich zu Beginn des Bürgergesprächs in Zollenreute bei den etwa 30 Teilnehmer/innen für ihr Interesse an der Solidarischen Gemeinde, sprach vom demographischen Wandel trotz vieler jungen Familien in Aulendorf und dass zu befürchten sei, die Aufgaben bei Pflege und Gesundheitswesen „nicht in vollem Umfang zu schaffen“. Aber alle wollen gut älter werden und gut zusammenleben, so Burth weiter.

Letzten Juli wurde das von der Caritas Bodensee-Oberschwaben beim Landkreis beantragte Projekt gestartet, für fünf Jahre bewilligt, mit dem Ziel einer Verstetigung. Die Sozialpädagogin Petra Honikel wurde mit der Projektleitung beauftragt und die Stelle der Integrationsbeauftragten Cornelia Glaser um ein Viertel zur örtlichen Koordinierung aufgestockt. Das Projekt richtet sich vorrangig an ländliche Kommunen, die Impulse setzen wollen für eine seniorengerechte Gemeindeentwicklung.

Aulendorf ist neben Aitrach und Berg die erste von fünf Gemeinden, die mit der Arbeit begonnen hatte, eine 14-köpfige Steuerungsgruppe einrichtete und eine Umfrage bei 132 Personen über 65 Jahren, davon 21 in Zollenreute und 17 in Blönried durchführte. Honikel erklärte den Ablauf der Gespräche an vorbereiteten Thementischen und eine Aufstellung nach dem Alter ergab, die Gesprächsteilnehmer im Saal sind zwischen 39 und 79 Jahre alt.

An fünf Tischen wurde darüber gesprochen, wie die gegenseitige Unterstützung aussehen könne und woran es fehle. Die Moderation übernahmen Ortsvorsteher Stefan Wülfrath zum Bereich Begegnung und Treffpunkte, Hartmut Holder zu Mobilität, Margit Zinser-Auer zu Niederschwellige Hilfen, Gemeinderat Pierre Groll zu Wohnen und Cornelia Glaser zu Grundversorgung und notierten Stichpunkte. Die Begegnung ist eine Grundvoraussetzung der Beteiligung und vermisst werden in Zollenreute ein Treffpunkt für Jugendliche und eine Gaststätte, seit der „Hirsch“ geschlossen hat.

Zum Thema Mobilität wurde der Bürgerbus gelobt, mit dem man morgens von jedem Teilort nach Aulendorf und zurückkomme, so Holder. Aber als Ergänzung fielen die Stichpunkte Fahrgemeinschaften und als Aufgabe an die Stadtverwaltung Radwege- und Schulbuskonzept sowie zur Barrierefreiheit ein „Mobilitätsband“ wie in Bad Waldsee, das die Pflasterung in der Hauptstraße durchbricht.

Drei Ergebnisse sind bei Niederschwelligen Hilfen und Anlaufstellen zu notieren: Stärkung der Dorfgemeinschaft durch zusammenführen von jung und alt, Information für Ältere durch Flyer im Briefkasten, Hilfepool oder Pinnwand für Angebote. Zur Grundversorgung gehört ein Netzwerk, ob für Einkaufsdienste oder Fahrgemeinschaften. Den Ärztemangel könne man in diesem Kreis nicht abhelfen, doch eine neue Idee wurde geboren, ein Pop-up Store im „Gasthaus Hirsch“.

Die wenigsten Ergebnisse wurden zum Thema Wohnen zusammengetragen. Offensichtlich ist man zufrieden und möchte an der bestehenden Situation festhalten. Neue Wohnformen wie Alters-WG oder Wohnen in überzähligen Räumen gegen Hilfe werden noch mit Skepsis betrachtet.

Eine Überprüfung der vorrangigsten Interessen durch eine Punktevergabe aller, ergab ganz vorne liegen Stärkung der Dorfgemeinschaft, Einrichtung eines Dorftreffs und Zusammenführen von jung und alt. Darüber hinaus konnte auch Sandra Göttel, zu erreichen über Tel. 07524-97483317 E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, sich und ihr kostenloses und unabhängiges Angebot des Pflegestützpunktes vorstellen, das wie ein Ergebnis der Umfrage feststellte, noch zu wenig bekannt ist.

Text und Bilder: Gerhard Maucher

Unsere Bildergalerie zeigt die Projektleiterin Petra Honikel, Bürgermeister Matthias Burth und Aulendorfs Integrationsbeauftragte Cornelia Glaser (von links) sowie Eindrücke vom engagierten Arbeiten am Thema.

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