Aulendorf – Weil das Brauchtum der Fasnet sich nicht verbieten lässt, wirbt der Präsident der Vereinigung Schwäbisch Alemannischer Narrenzünfte Roland Wehrle auf der jährlichen Hauptversammlung, die zum ersten Mal in Aulendorf stattfand, für eine kontrollierte Fasnet statt einem unkontrolliertem Treiben.

Der am 16.November 1924 in Villingen gegründete Verband mit Sitz in Bad Dürrheim ist eine von Deutschlands ältesten Narrenvereinigungen, ein Zusammenschluss von 68 Narrenzünften von Aulendorf bis Zell im Südwesten und der deutschsprachigen Schweiz beheimatet. 59 Zünfte waren der Einladung nach Aulendorf gefolgt.

Auf die Frage, wie die Fasnet aussehen werde, sprach Wehrle mehrmals von einer Fasnet in kleinen Formaten, wobei man in enger Abstimmung mit der Landesregierung sei und abwarten müsse, wie sich das Infektionsgeschehen Anfang Februar darstelle. Entsetzt ist Wehrle über mögliche Verlegungen der Fasnet in den Sommer. Fasnet gehöre ebenso in den Februar/März wie Weihnachten im Dezember. kleine Formate nannte er einen Besuch im Häs in Kindergärten oder Schulen, eine „geordnete Makenbefreiung“, einen Besuch im Altenheim. Immr insoweit es die örtlichen Regeln genehmigen und zulassen.

Große Umzüge mit mehreren tausend Besuchern werde es aber nicht geben können. Die Fasnet dürfe kein Treiber des Infektionsgeschehens sein und deshalb rufe er auch zum Impfen auf. Denn eine Sorge habe er auch, dass Impfgegner mit ihren Umzügen die Fasnet für sich instrumentalisieren.

Der Aulendorfer Zunftmeister Flo Angele kreierte das Motto „allen zu Freud, niemand zum Leid“ und bezüglich Regeln wollte er sich gerne an den Religionsgemeinschaften orientieren, die mehr dürfen, also Fasnet als Religion betrachten. „Er liebe sie alle“, rief er den versammelten Abordnungen der Zünfte zu und es es sei so wichtig, sich mal wieder gemeinsam gegenüber zu sitzen.

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 Text und Bilder Gerhard Maucher

 

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