Aulendorf – Bevor sich die Gemüter im Gemeinderat über Mehrgeschossbau in den Baugebieten Bildstock II und Buchwald ereiferten, war nochmal die wenig umstrittene Einbeziehungssatzung zur Ortsabrundung in Münchenreute vom Sommer dieses Jahres das Thema. Diese wurde wie in der von LARS consult erarbeiteten Vorlage einstimmig so beschlossen.

 

Alternative Planungsvorschläge zum Bebauungsplan „Am Bildstock II“ mussten vorgelegt werden, da in der Sitzung vom 14.06.2021 bei Stimmengleichheit keines der vorgeschlagenen Modelle eine Mehrheit erhielt. Es geht um Mehrfamilienhäuser am Ortseingang in der Saulgauer Straße neben Einfamilienhäusern oder nur Einfamilienhäuser mit Doppelhäusern gruppiert.

Antonia Kasten vom gleichnamigen Architekturbüro erläuterte die unterschiedlichen Planungsalternativen von 6 Ein- bis Zweifamilienhäuser (Planung A), 4 Ein- bis Zweifamilienhäuser und 2 Mehrfamilienhäuser mit je 5-8 Wohnungen (Planung B), Planung C wie B nur mit Flach- statt Satteldächern und 4 Ein- bis Zweifamilienhäuser plus 2 Doppelhäuser (Planung D). In der Diskussion fühlte sich Ralf Michalski, FW, unglücklich, da er einen Mehrgeschossbau favorisierte, und nun durch „die Verquickung“ mit dem Baugebiet Buchwald, wo anstelle einiger Kettenhäuser nun auch Mehrgeschossbau geplant sei, unter Druck gesetzt.

Einer Verquickung widersprach Bürgermeister Matthias Burth, es werde getrennt abgestimmt. Pierre Groll B.U.S forderte die Bebauungspläne zeitgemäß anzupassen und nach zu verdichten, da sich eine Familie ihr Einfamilienhaus bei Baupreisen von einer halben Million und mehr nicht mehr leisten könne.

Zudem votierte er dafür, 20 Prozent bezahlbaren Wohnraum wie in Ravensburg zu schaffen und dies auf sämtliche Baugebiete anzuwenden, die jetzt erschlossen werden. Er war sich mit Michalski einig, eine dezent verdichtete Bauweise sei vertretbar und beantragte die Variente B, zwei Vollgeschosse mit Satteldach vorzusehen. In der Abstimmung darüber kam aber bei 7 Ja, 1 Enthaltung und 9 Gegenstimmen keine Mehrheit zustande, sodass die von der Verwaltung favorisierte Variante D mit 9 Ja, 1 Enthaltung bei 7 Gegenstimmen angenommen wurde.

 

Der Bebauungsplan Buchwald wurde abweichend vom ursprünglichen Entwurf mit 59 Grundstücken, davon 15 Kettenhäuser eine Alternative mit 3 Mehrgeschossgebäuden mit jeweils 2 bis 4 Wohneinheiten je Geschoss bei 3 Vollgeschossen vorgeschlagen. Die erforderlichen Stellplätze sollen zur Eindämmung des Flächenverbrauchs in Tiefgaragen vorgesehen werden. In dieser Variante müssen 9 vorgesehene Kettenhäuser dem Mehrgeschossbau weichen.

Während der vorgestellte alternative Entwurf vielfach gefiel, wollte Groll die Kettenhäuser an ihrer ursprünglichen Stelle belassen und die Mehrfamilienhäuser Richtung Saulgauer Straße versetzen. Sein weitergehender Antrag fand jedoch nur 7 Ja- bei 10 Gegenstimmen und der Verwaltungsvorschlag jedoch bei 10 Ja- und 7 Gegenstimmen die Mehrheit.

 

Die Kalkulation der Wasser- und Abwassergebühren, die Änderungen der Wasser- und Abwassergebührensatzungen, sowie der Entsorgungssatzung, alle zuletzt beschlossen am 10.10.2011, wurden wie schon im Ausschuss vorberaten (diebildschirmzeitung.de berichtete) mit 15 Ja bei 2 Gegenstimmen so beschlossen.

Als Grundlage für die Umstellung auf Doppik ist eine „Eröfffnungsbilanz“ zu erstellen. Damit soll der Steuerberater der Stadt KPMG beauftragt werden, unterstützt durch die Kämmerei der Stadt. Mit einem Ergebnis ist etwa in einem halben Jahr zu rechnen.

Bei 13 Ja und 3 Gegenstimmen wurde diesem Antrag so zugestimmt. Die Auflistung der Beteiligungen der Stadt für das Jahr 2020 wurden in einem Bericht zur Kenntnis genommen. und zuletzt wurden verschieden Missstände angesprochen, so Umleitungsschilder in der Hauptstraße, die stehen geblieben waren oder unpassierbare Wege durch den Schneebruch im Stadtpark.

 

Text und Bild: Gerhard Maucher

 

 

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