Aulendorf – Der Aulendorfer Bürgermeister Matthias Burth umriss die Ausgangssituation in seinen Ausführungen zum Haushalt 2022 wie folgt, „keiner von uns weiß, wie Pandemie, Klimawandel und demografische Entwicklung sich in Zukunft entwickeln“, und die nächsten Jahre beeinflussen.

 

Der Haushaltsentwurf 2022 sieht ein ordentliches Ergebnis von 1.588.400 Euro vor, so die Kämmerin Silke Johler und das trotz Abschreibungen in Höhe von 4 Millionen.

Bei einem Gewerbesteueransatz 2022 von 7.481.350 Euro ist eine Kreditermächtigung erst im Jahr 2024 notwendig. Geplant sind 2,5 Mio. Euro zur Aufrechterhaltung der Liquidität. Diese wird durch sehr hohe Investitionen in den nächsten Jahren bis 2025 sind es über 67 Millionen aufgebraucht.

Allein 2022 sind Investitionen mit einem Volumen von 21.297.100 Euro vorgesehen, unter anderem für die Erweiterung Grundschule, den Neubau Kindergarten, den Breitbandausbau und die Erschließung Baugebiet Mahlweiher. Der Schuldenstand zum Jahresende 2022 beträgt 23.199.716 Euro.

Die Erwirtschaftung sei von einer stabilen, prosperierenden Wirtschaft abhängig, so Burth weiter, aber auch auf allen politischen und wirtschaftlichen Ebenen von Unsicherheit geprägt durch steigende Energiepreise und andauernde Inflation, die zuerst die Schwächeren treffe. Ein Ende des Baubooms sei nicht in Sicht bei steigenden Preisen und Lieferengpässen. Er hoffe auf die richtigen Weichenstellungen von Bund und Land und schloss mit einem Zitat von J.F. Kennedy „Wenn wir uneins sind, gibt es wenig, was wir können. Wenn wir einig sind, gibt es wenig, was wir nicht können.“

Die Beratungen zum Haushalt erfolgen im Januar mit einer Ausnahme die Entscheidung über die Höhe des Grundsteuer Hebesatz muss im Vorfeld zum Beschluss des Haushalts erfolgen. Die Verwaltung wollte angesichts der Unsicherheiten wie dieses Jahr schon auf eine Senkung verzichten und alles beim alten belassen.

Karin Halder, B.U.S sprach sich dagegen für eine Senkung um 50 Punkte von 650 auf 600 aus. Es sei dem Bürger nicht zu vermitteln, dass man 80 000 Euro Strafzinsen für Bargeld auf dem städtischen Konto zahle, weil man die Dinge nicht abgearbeitet bekomme, „seit 3 Jahren baue man einen Kindergarten“.

Rainer Marquart SPD konnte sich angesichts dieser Sachlage gar 70 Punkte vorstellen und Ralf Michalski Freie Wähler, erinnerte an ein Wahlversprechen und sei bei 50 Punkten Senkung mit dabei. Lediglich Konrad Zimmermann CDU konnte sich vorstellen, mit dem Verwaltungsvorschlag mitzugehen, was aber nicht alle in seiner Fraktion so sahen.

Dem von Halder eingebrachten Antrag , Senkung um 50 Punkte stimmten 12 Gemeinderäte zu bei einer Enthaltung (Zimmermann) und vier Gegenstimmen.

 

Text und Bild: Gerhard Maucher

 

 

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