Aulendorf – Von Aulendorf fährt man zunächst nach Reute am besten über Tannweiler und Untermöllenbronn immer das Kloster Reute im Blick. Das Kloster Reute kennt man als Träger sozialer Einrichtungen wie Altenpflegedienst, Altenheim und Behindertenwerkstätte, die St. Elisabeth-Stiftung, oder aber kulinarisch durch seine Landmetzgerei.

Durch Bad Waldsee am beliebten Stadtsee mit seinem ein Kilometer langen Rundweg vorbei, führt die Route nach Hittisweiler über den Berg nach Haidgau und danach die die Landstraße überquerend sind es nur noch fünf Kilometer bis Bad Wurzach zu fahren. An einem vom Verkehr wenig frequentierten Pfingstmontag ist das selbst über Landstraßen kein Problem. Eher ein Problem war es eine passende Raststätte in Bad Wurzach zu finden. Am Eisverkauf gegenüber dem Reisebüro WWeiss war die Schlange zu lang, so hielt ich am Biergarten beim Stadtbrunnen mit Blick auf das Schloss.

Der neue Pächter vom Stadtwirt hatte richtiges Pech. Nur zwei Wochen nach seiner Eröffnung kam die Coronapause. Seit letzter Woche darf er aber wieder eröffnen und hat nicht nur die Auswahl zwischen Härle und Farny-Bier, Mittagsgerichte und Vesper, sondern auch Kuchen, was man gar nicht vermutet. Ich nehme einen gut schmeckenden Aprikosenkuchen und Kaffee zu mir, ehe ich mich für die Rückfahrt aufmache. Doch zuvor schaue ich noch in das Schloss mit seiner Barocktreppe, dazwischen stehen die Stühle für einen Trausaal. Der ist inzwischen mehr gebucht als die Örtlichkeiten im Standesamt früher.

Das Schloss ist inzwischen von einem Seniorenheim und dem Salvatorkolleg bewohnt, dazwischen die über Oberschwaben hinaus bekannte Barocktreppe, die man tagsüber jederzeit besichtigen kann. Eines der schönsten Treppenhäuser Süddeutschlands, wird dieses gepriesen und es zeigt ein Barocktreppenhaus mit elegant geschwungener beidseitiger Treppe. Das Deckenfresko von 1728 gilt als einer der Höhepunkte der Oberschwäbischen Barockstraße. Besucher, wie jene aus dem Sauerland, die ich dort traf, staunen, wenn ihr Blick im lichterfüllten Treppenhaus von den barocken Stuckarbeiten und den farbenprächtigen Gemälden an Wänden und Decke schweift. Im Mittelpunkt der Darstellung steht der olympische Götterhimmel mit der Herkules-Sage.

Den Rückweg fahre ich entlang des Wurzacher Rieds nach Unterschwarzach. Das Wurzacher Ried mit seinem Hochmoor ist europaweit das höchstgelegene Hochmoor und mit seinem Torfbähnle auch ein beliebtes Ausflugsziel. Mein Weg führt weiter bergabwärts bis zur Abzweigung nach Bad Waldsee auf Höhe von Mühlhausen. Bei Buch rechts ab, führt eine schmale Straße über Mittishaus hinauf und hinunter nach Michelwinnaden oder auch nur "Winiga" genannt. Von dort sind es nur noch 12 Kilometer bis Aulendorf, entweder über Lippertsweiler und am Schweigfurter Weiher, bekannt durch seine Gaststätte mit den Brathendln oder über den Haslachweiher mit Biergarten und Schussenrieder Bräu. Ich warte aber bis Aulendorf, denn dort gibt es das unfiltrierte Reibolfbier der Schlossbrauerei.

Die Rundfahrt von 50 Kilometern dauert je nach Tempo und Fahrrad 2 ½ bis 3 ½ Stunden.

 

Text und Bilder: Gerhard Maucher

 

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