Aulendorf – Das Problem ist altbekannt. Bedingt durch den demographischen Wandel wird es mehr pflegebedürftige und Unterstützung bedürftige Senioren:innen geben. Wie soll eine Kommune darauf eine Antwort finden?

 

In der Stadt Aulendorf hat man sich Gedanken gemacht und der Bürgermeister Matthias Burth stellt fest, dass es nicht möglich sei, stationäre Einrichtungen in entsprechendem Maße auszubauen. Deshalb die Gründung des Projektes „Solidarische Gemeinde Aulendorf“, das auf fünf Jahre angelegt sei, wobei er sich freue, dass der Gemeinderat dieser Idee zustimmend gefolgt sei.

Personell werde bei der Stadt die Stelle von der Integrationsbeauftragten Cornelia Glaser um 25 Prozent aufgestockt, wobei die Stadt die Kosten selbst trage. Unterstützung gibt es auch von Caritas Bodensee-Oberschwaben, vertreten durch den Leiter Ewald Kohler, der das Projekt im Landkreis wesentlich mit initiiert hat und auf eine 20-jährige Erfahrung mit Zuhause Leben-Stellen zurückblicken kann. Die Projektleitung bei Caritas übernimmt Petra Hanikel für den Landkreis Ravensburg, eine Sozialpädagogin.

Um dieses Projekt umzusetzen, gab es bereits eine konstituierende Sitzung einer Steuerungsgruppe mit insgesamt 14 Mitgliedern, die oben genannten Akteure inbegriffen. Kohler bezeichnet den Istzustand mit Feststellungen wie „Mangel an allen Orten“, Pflegenotstand“ und sieht eine große Nachfrage nach Nachbarschaftshilfe. Da man nicht mehr mit den Instrumenten der Vergangenheit, „mehr Pflege“ zurecht komme, sei die Aufgabenstellung grundsätzlich die Frage zu beantworten, wie man gut alt werden könne, und hier sind die Gemeinden die Akteure vor Ort wichtig, nicht die Regierungen in Berlin oder Stuttgart, so Burth. Es geht also um Seniorengerechtes Wohnen, um Mobilität, Nahversorgung, ärztliche Versorgung, um präventive Konzepte, fit zu bleiben, nicht zu vereinsamen, soziale Kontakte zu pflegen und zusammenleben zu gestalten, kurz ein gutes Miteinander zwischen jung und alt. Nach dem Grundsatzbeschluss im Kreistag für eine 90-prozentige Förderung der Konzeption „Solidarische Gemeinden im Landkreis Ravensburg“, die restlichen 10 % tragen Caritas und das Dekanat., haben sich die Gemeinden Aitrach, Berg, Schlier, Wolpertswende,Fronreute auf den Weg einer solidarischen Gemeinde gemacht und in Baindt gibt es zwar noch keinen Beschluss, aber großes Interesse.
Man orientiere sich an dem Beispiel Reute -Gaisbeuren, wo die Solidarische Gemeinde einem ehemaligen Krankenpflegeverein entsprang und es geht um proaktive Beteiligung im Vorfeld von Pflege. Expert:innen sind die Bürger selber, sagt Hanikelund man starte mit einer Befragung qualitativ nicht quantitativ und runden Tischen. Die nächste Sitzung der Steuerungsgruppe soll nach den Sommerferien, Mitte September sein.
Text und Bild: Gerhard Maucher

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