Aulendorf - Seit 2014 in Folge ist Aulendorf beim “Stadtradeln” dabei. Bei der bundesweiten Klimaschutz-Initiative “Stadtradeln” geht es um Spaß beim Fahrradfahren, aber vor allem darum, möglichst viele Menschen für das Umsteigen auf das Fahrrad im Alltag zu gewinnen und dadurch einen Beitrag zum Klimaschutz, für ein lebenswertes Aulendorf und natürlich für die persönliche Gesundheit zu leisten. Nun gilt es in drei Wochen vom 27. Juni bis zum 17. Juli möglichst viele Kilometer zusammen zu radeln.

Dazu sind nun alle Bürgerinnen und Bürger sowie die Mitglieder des Gemeinderats und der Stadtverwaltung eingeladen, Teams zu bilden. Auch wer in Aulendorf arbeitet, zur Schule geht oder in einem Aulendorfer Verein Mitglied ist, darf mitmachen. Die Kilometer, die in einem Team geradelt werden, sei es beruflich oder privat, werden dem entsprechenden Team gutgeschrieben. Die Kilometer aller Aulendorfer Teams werden dann zusammengezählt und so treten die einzelnen Kommunen gegeneinander an.

War 2014 Aulendorf noch die einzige Gemeinde im Landkreis Ravensburg beim “Stadtradeln”, sind jedes Jahr weitere Nachbargemeinden hinzugekommen. Seit 2018 koordiniert deshalb das Landratsamt kreisweit “Stadtradeln” und übernimmt auch die Teilnahmegebühren für die 15 Gemeinden, die heuer dabei sind. Diese sind neben Aulendorf auch Altshausen, Amtzell, Bad Waldsee, Baienfurt, Baindt, Bodnegg, Grünkraut, Isny, Leutkirch, Ravensburg, Schlier, Waldburg, Wangen und Weingarten.

Für Aulendorf organisieren das “Stadtradeln” von Anfang an Christine Vogt und Joachim Feßler. Die Bildschirmzeitung fragt die beiden Organisatoren nach ihren Erfahrungen dabei:

 

Wie hat sich das “Stadtradeln” in Aulendorf über die Jahre entwickelt?

Vogt: Ich finde es gut, dass sich der Landkreis Ravensburg unter Schirmherrschaft Landrat Sievers für das “Stadtradeln” begeistern konnte. Es sind seitdem immer mehr Kommunen dazu gekommen.

Feßler: Seit 2014 gings jedes Jahr mit den TeilnehmerInnen und den Kilometern bergauf außer letztes Jahr, da hatten wir einen kleinen Hänger mit nur 28.978 Kilometern bei 118 Teilnehmern, aber dieses Jahr greifen wir wieder an.

 

Was ist das Ziel für dieses Jahr?

Feßler: Gute Laune, viel Leute die mitmachen und beste Gemeinde im Landkreis.

Vogt: Seit Corona sind viele Radler unterwegs und das begrüße ich sehr. Ich hoffe, dass wir in diesem Jahr eine starke Aulendorfer Radler-Gruppe zusammen bekommen.

 

Seid Ihr zufrieden mit der Fahrradinfrastruktur in Aulendorf?

Vogt: Es hat sich einiges bewegt, es werden Fahrradwege gebaut, leider nicht in Aulendorf, aber immer noch zu wenig. Das Auto hat immer noch eine große Lobby.

Feßler: Wir haben jede Menge kleine und einige große Defizite. Für die Großen, wie den Radweg nach Ebersbach, braucht man viel Geld, Zeit und weitere Akteure. Viele kleine und kleinste Defizite könnte Aulendorf jedoch sofort und ohne Probleme beseitigen.

 

Was sollte in Aulendorf, im Kreis Ravensburg für das Radfahren zuerst verbessert werden?

Feßler: Es fehlt eine Radwegeverbindung im Schussental von Aulendorf nach Mochenwangen und natürlich ein Radweg von Aulendorf nach Ebersbach. Extrem stört mich in Aulendorf die fehlende Randsteinabsenkung bei der Jet-Tankstelle und der Polder im Krautlandweg.

Vogt: Die Roteinfärbung bei der Jet-Tankstelle, die wir schon vor Jahren gefordert haben, fehlt immer noch.

 

Wie nutzt Ihr das Fahrrad?

Feßler: Ich bin Alltagsradler - fahre oft, mache aber in der Regel keine Ausfahrten nur zum Spaß. Ich nutze mit dem Jobticket die BOB-Bahn und nehme mein Faltrad mit und radle von Niederbiegen nach Weingarten zur Arbeit. Mit dem Lastenfahrrad erledige ich Fahrten in Aulendorf zum Einkaufen oder zum Wertstoffhof.

Vogt: Ich bin absoluter Fahrrad-Freak und das bei Wind und Wetter. Ich wohne ausserhalb von Aulendorf und nutze mein Fahrrad zum Einkaufen, zur Arbeit nach Bad Waldsee, derzeit zum Schwimmen in die Nachbargemeinde und mache auch manchmal eine Familien- Fahrrad-Tour. Mein Fahrrad und ich sind die besten Freunde.

 

Was war Eure beste Radtour?

Vogt: Eine Fahrradtour zur Spitze des Feldberges, eine Tagestour von Menzenschwand aus.

Feßler: Von Splügen über den Splügenpass zum Comer See.

 

Wie STADTRADELN funktioniert, wie man sich registriert, ein Team gründet oder die Kilometer erfasst ist auf einer sehr schönen Webseite dokumentiert. Diese ist über www.aulendorf-radelt.de verlinkt.

 

Text und Bild: Gerhard Maucher

 

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