Aulendorf/Region – 13 Uhr, das Wetter gut, machte ich mich auf den Weg. Über Steinenbach, an der Dobelmühle vorbei nach Münchenreute bis Wolpertswende waren die ersten Kilometer , um in Gang zu kommen. Auf der Höhe zwischen Wolpertsende und Blitzenreute streift der Blick hinüber zur 30 km entfernten Waldburg und links davon der Antennenmast bei Vogt.

Vogt ist bekanntlich die Heimat von Emu, Emanuel Buchmann, der Radfahrer, der nicht nur in Süddeutschland der bekannteste Radfahrer ist. Er wird ja auch als Ravensburger geführt, weil dort geboren und im KJC hatt er mit dem Rad fahren begonnen, heute ja Profi bei Bora-Hans-Grohe, seinem Rennstall. Aktuell ist er bei der Baskenrundfahrt unterwegs, dem letzten Test vor seinem Auftritt beim Giro d`Italia.

In Blitzenreute geht es bei der Schule steil bergab nach Staig und über Ettishofen, Vorberg nach Ravensburg respektive Weißenau-Mariatal, mein erstes Ziel. Jetzt war ich 30 km unterweg und schon hatte meine StravaApp ein Problem, ja diese App hatte nur 24 km aufgezeichnet, Ursache Akku leer.

Egal, weiter geht es, da sich die Beine gut anfühlen und das Wetter schön bleibt. Nach der Überquerung des Marienplatzes nehme ich beim Hotel Storchen den Leibingerbuckel in Angriff. Er heißt inoffiziell so, weil er direkt am Friedhof vorbei zur Brauerei führt. Als Kind bin ich dort noch Schlitten gefahren. Weiter am Hirscheck, Abzweigung Lumperhof vorbei, Erinnerung an viele Trainingsrunden im angrenzenden Wald, um die Laufform aufzubauen. Heute aber kein Thema, sondern auf dem Rad hoch nach Schlier und plötzlich war die Waldburg ganz nah.

3 km bis Siberatsreute und dann noch 2 km bis Waldburg alles bergauf. Über Hannober geht es geradeaus Richtung Karsee bis zum Schild Kongo rechts. Der Einheimische weiß, damit ist die Gaststätte Grüner Baum (Kongo) gemeint, natürlich wie alle Gaststätten in Coronazeiten geschlossen. Aber die Strecke bietet phänomenale Ausblicke auf die Nagelfluhkette, ebenso verschneit wie die Gipfel in Vorarlberg und natürlich auch der Säntis (Schweiz). Rund um Hochberg bei Wangen am Christkönigsberg erinnert ein Skilift, wir sind im Allgäu.

 

Statt hinunter nach Karsee, nur ein Kilometer entfernt, kreuze ich hinüber nach Vogt und von dort Nach Wolfegg. Bei Grund überlege ich kurz, ob sich ein Abstecher zu den Baumbesetzern im Altdorfer Wald lohnt, entscheide mich aber dann dagegen, und strebe dem Museumsort Wolfegg zu , mit Bauernhausmuseum und Automuseum, beides zu empfehlen, wenn sie wieder geöffnet haben.

Man könnte einen direkteren Weg nach Aulendorf finden, ich radle weiter nach Weitprechts und Eintürnen. Sogar den Büßerpfad halbhoch nach Eintürnenberg nehme ich völlig ab vom Weg und obwohl ich nichts zu büßen habe. Gut bei Station V beende ich diesen Blödsinn und fahre zurück mit Schwung nach Molpertshaus und über Haisterkirch nach Bad Waldsee.

Die restlichen 10 km durch das Ried, Untermöllenbronn, Tannweiler kennt jeder Aulendorfer Radfahrer im Schlaf. Ich auch. Geschätzt saß ich heute 90 km in 4 ½ Stunden, das weiß ich genau auf dem Rad. Es können auch nahe 100 km gewesen sein. Schade mit exakter Messung hätte ich auch einen Hunderter noch voll gemacht.

Weitere Radfahrberichte auf facebook Tagestouren mit dem Rad durch Oberschwaben – MTB oder Rennrad

 

Text Gerhard Maucher
Bilder Gerhard Maucher und Birgit Frick

 

11gerhard

Im Bild unser radelnder Reporter Gerhard Maucher

Nur registrierte Benutzer können Kommentare schreiben!

­