Aulendorf – Es ist das zweite Mal, dass der Impfarzt vom Kreisimpfzentrum Ravensburg in Aulendorf tätig wird. Vor drei Wochen bei der Erstimpfung für Ü 85-jährige sei die Aktion personell mit einer 1:1 Relation mehr als erforderlich begonnen worden. Heute mit der doppelten Anzahl und 60 Impflingen, laufe es viel besser, wobei er noch weit mehr an einem Tag impfen könne.

Hawran sieht das Impfen ganz generell besser bei den Hausärzten aufgehoben, und schaut man heute in die Presselandschaft: „die Tageszeitung“ (taz) titelt „Das Recht auf Freiheit, jetzt bei Ihrem Hausarzt“, der Hausärzte-Verbandschef Ulrich Weigeldt will dabei jedoch Klarheit über Astrazeneca haben, wie er „Bild“ berichtete. Er fordert in diesem Zusammenhang Klarheit über die Nebenwirkungen des Präparats. "Impfen darf nicht zur Mutprobe werden", sagt der Mediziner.

Hawran weiß auch von ganz unterschiedlicher wöchentlicher Zuteilung bei den Arztpraxen, von 20 bis 180 wöchentlichen Impfdosen, im Schnitt sollen es ab heute 26 Impfdosen wöchentlich sein. Ganz zum Anfang sei er mit der siebten Dose eines Präparats von Biontech geimpft worden. In ärztlicher Eigenverantwortung, wobei streng genommen,wie so vieles im Zusammenhang mit Impfen, auch dieses der Erlaubnis des zuständigen Gesundheitsministers Manfred Lucha bedurft hätte.

Ein anderer Punkt, der Kritik laut werden läßt, sprach Hawran selbst an. Ihm und seinen Kollegen, die wie er im Ruhestand sind, gehe es nicht darum, am Impfen zu verdienen. Die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg hatte für Impfärztinnen und Impfärzte ein Honorar von 130 Euro pro Stunde plus Fahrtkosten ausgelobt. Im Vergleich dazu müssen Pflegefachkräfte mit 30 bis 50 Euro ohne Fahrtkosten zufrieden sein. Jedenfalls, Hawran und Kolleg*innen denken solidarisch mit der ganzen Welt und haben eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Zunächst wollten sie auch die glücklichen und frisch geimpften Impflinge in die Aktion einbinden. Damit scheiterten sie aber am entschiedenen Widerstand des Landrats Harald Sievers, der die Freiwilligkeit des Impfens nicht mit einer Spendenaktion im Zusammenhang sehen wollte. Ein gesonderter Bericht zur Spendenaktion folgt.

 

Text: Gerhard Maucher

 

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