Aulendorf – In der Gemeinderatssitzung gab es eine Neuerung. Die Mikrophone wurden häufiger benutzt und waren zudem mit einer Schutzhülle versehen. Allerdings wurde diese Hülle, die nach jedem Benutzer erneuert werden sollte, zusehends nicht mehr benutzt, sodass man von Ausnahmen der Gemeinderäte sprechen kann, die sich an die Regeln hielten. Silke Johler konnte von einem großen Erfolg am ersten Tag der Playmobil-Austellung berichten, 400 Besucher und der Shop fast ausverkauft.

 

Gaskonzession wird neu ausgeschrieben

Nachdem der Vertrag mit dem Aulendorfer Gasversorger Ende Juli 2021 abläuft, wird ein neuer Anbieter gesucht. Um den passenden Anbieter zu finden hat die Stadt iuscomm aus Stuttgart, die diese Frage für viele Gemeinden regeln, beauftragt, die Ausschreibung vorzunehmen. Der Rechtsanwalt Achim Zimmermann erläuterte, nach welchen Kriterien die Ausschreibung gewichtet wird, wie Versorgungssicherheit, geringst mögliche Ausfälle, Abwicklung bei Störungsprozessen etc. Weiter wird betrachtet eine möglichst gebündelte Verlegung, der Umweltschutz und Flächenverbrauch, die Interessen der Gemeinde und ein Sonderkündigungsrecht im Streitfalle, da der Vertrag langfristig auf 20 Jahre geschlossen wird. Obwohl Zimmermann nicht auf die Bewerber eingehen wolllte, verriet er, dass namhafte und große Versorger sich beworben haben. Am 30.11. ist der Vergabebeschluss vorgesehen.

 

Kurt Harsch glaubt es nicht

Aus der letzten Sitzung verschobene Tagesordnungspunkte sind die Aufhebung eines Teilbereiches des Bebauungsplanes "Gewerbe- und Industriepark Sandäcker III, Bauabschnitt I" und die örtlichen Bauvorschriften hierzu, sowie der vorhabenbezogene Bebauungsplan "Fa. Heydt" und die örtlichen Bauvorschriften hierzu. Die Abwägung der eingegangenen Stellungnahmen aus der Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange sowie der öffentlichen Auslegung umfassten allein 53 Seiten der Sitzungsvorlage, zu 90 Prozent waren es Einwendungen, die sich wiederholten, auch nicht immer zum Thema waren und nur deshalb eingereicht wurden, weil sich in diesem Baugebiet Industrie und Wohnungen mit ihren unterschiedlichen Interessen mischen. Aus Sicht der Naturschutzbehörde und öffentlicher Träger ging es um den Schutz der Zauneidechse, die Habitate zum Ausgleich bekommt und 13 neue Bäume müssen auch gepflanzt werden. Wiederholt wurde der Fa. Heydt unterstellt, dass sie eine Steinbrecheranlage betreiben will, eine Unterstellung, der auch der Bauunternehmer Kurt Harsch (CDU) anhängt. Das Argument, dass eine solche Anlage in der Genehmigung explizit ausgeschlossen ist, und nur eine Siebanlage vorgesehen ist, will er nicht glauben und steht aber auch alleine mit seinem Glauben, denn selbst seine Fraktionskollegen sehen es anders. Die Emmissionen Staub und Lärm liegen alle im Normbereich.

Karin Halder, BUS war einer Einladung der Fa. Heydt gefolgt, sich im Detail zu informieren und lädt die Ratsmitglieder ein, es ihr nachzutun. Sie ist der Ansicht, „eine gut Sache“ denn statt neuen Kiesabbau zu betreiben, sei eine Bauschutt-Recyclingsanlage der bessere Weg. Am Ende gab es 17 Ja-Stimmen, nur einer stimmte dagegen: Kurt Harsch.

 

Schloss Aulendorf GmbH schafft sich ab

Die Gesellschaft Schloss Aulendorf GmbH schafft sich ab und verschmilzt mit der Stadt Aulendorf. Dazu war erstmals nach 12 Jahren der Landesminister a.D. Ulrich Müller, Aufsichtsratsvorsitzender der Gesellschaft im Gemeinderat zugegen. Er bescheinigte der Gesellschaft eine so erfolgreiche Arbeit, dass die Gesellschaft jetzt eben überflüssig geworden ist. Silke Johler als Geschäftsführerin warb für die Abschaffung ihres Postens und Gehalts. Die Verschmelzung wird rückwirkend zum 01.01.2020 einstimmig befürwortet.

Aus dem Ausschuss für Umwelt und Technik war zu entscheiden, ob der Schlammfaulbehälter der Kläranlage saniert oder erneuert werden soll. Nicht nur finanzielle, sondern auch die Unwägbarkeiten der Sanierung sprachen für einen Neubau. Diesem Beschlussantrag folge der Gemeinderat einstimmig.

 

Neubau Dorfstadel mit Backhaus Zollenreute

Hier entstand eine längere Diskussion mit den Sachverständigen des Fachplanungsbüros IB Erb GmbH und Architekturbüro Kasten. Nach mehreren Kehrtwendungen, so Kasten, was man will und zu welchem Preis sei man nun durch insbesondere weiteren Einsparungen bei der Lüftungsanlage, die aber immer noch gut der Norm entspreche zu einem Angebotspreis für Heizung, Lüftung, Sanitär von 99.536,09 Euro an die Firma Real GmbH aus Bad Waldsee gekommen. Die Straßenbeleuchtung bleibt wie sie ist, denn man kann es nicht allen recht machen, so das Fazit zu dieser Frage: 14 Ja, 1 Enthaltung, 3 Gegenstimmen

 

Mehrere Millionen Verluste durch Corona

Wie der Kämmerer Dirk Gundel erläuterte, ist 2020 mit einer Verschlechterung von etwa 3,3 Millionen zu rechnen. Das heißt auch die Liquidität der Stadt am 31.12.2020 wir um 3 Millionen sinken. Trotzdem gibt es viele Pflichtaufgaben die getätigt werden sollen oder müssen. Aus dem Finanzausgleichspaket des Bundes rechne man mit 1,7 Mio. Euro Rückerstattungen. Der Aufsichtsrat der Vermietungs- und Grundstücksgesellschaft mbH konnte dieses Mal mit 10 anwesenden und stimmberechtigten Ratsmitgliedern entlastet werden. Mit der Änderung der Geschäftsordnung bezüglich elektronischer Einladung endete die öffentliche Sitzung nach rund fünf Stunden.

 

Text und Bild: Gerhard Maucher

 

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