Aulendorf – Die meisten Beobachter des Krieges in der Ukraine sind sich inzwischen einig: Diese Zerstörung, dieses Töten könnte noch Jahre andauern.

 

Fast vier Monate lang seit dem Beginn von Putins Überfall auf die Ukraine am 24. Februar kam die Aulendorfer Friedensinitiative, der BUND Aulendorf zusammen mit der Evangelischen und Katholischen Kirchengemeinde und weiteren Unterstützer/innen jeden Sonntag zu Mahnwachen und Kundgebungen zusammen.

Zum Abschluss trafen sich am vergangenen Sonntag (19.6.) um 19.00 Uhr am Sonntagabend alle Musiker zu einem Benefizkonzert mit „Liedern für den Frieden“ im Schlossinnenhof. Zu Beginn läutete – wie bei allen Kundgebungen zuvor – die Regina-Pacis-Glocke zum Gedenken an die Gefallenen des Krieges und mit den Worten, „wir wollen nicht reden, sondern singen und musizieren", kündigte Bruno Sing die ersten Interpreten Christine und Gunter Vogt an. „Ein etwas holpriger Anfang, aber immerhin“ , kommentierte Christine ihren Gesang in den Obertönen im ersten Lied von Udo Lindenberg „Wir ziehen in den Frieden“.

Durch aufmunternden Beifall gestärkt, fand sei aber zu einem sicheren Vortrag der nicht weniger schwierigen Lieder „People help the People“ von Birdy und insbesondere „Mr. President“ von „Pink“. Zum ersten Mal konnten die Thomas-Blockflöten unter Leitung von Dietlind Zigelli teilnehmen und forderten das Publikum auf, den Kanon „Dona nobis pacem“ mitzusingen, was auch vielstimmig gelang. Bekannt aus Taizé, folgten „Laudate omnes gentes" und „Meine Hoffnung und meine Freude“. Zum Schluss noch „Gottes Friede sei mit dir“. Andi Herkommer (Gitarre) spielte Lieder der Österreicher Georg Danzer „Traurig aber wahr“ und Reinhard Fendrich „Frieden“.

Mit keltischen Klängen von Martin Waibel (Gesang und Gitarre) und Eckhard Lehmann (Gesang, Dudelsack und Flöte) wurde dem Publikum bei über 30 Grad noch mehr eingeheizt, ganz entgegen ihrem Auftritt im Februar bei bitterer Kälte. Nach Eigenkompositionen wie „The world is colourful“ spielten sie untypisch zum ersten Mal ein Lied in deutscher Sprache von Reinhard Mey „Nein, meine Söhne geb ich nicht.“ Eine Hommage an russische und ukrainische Mütter.

Sie hatten als letzte zugesagt und insbesondere durch den viel gelobten Auftritt der zehnjährigen Lilli, die mit ihrem Opa Peter Engel auf der Bühne stand, wurde es zum meistgefeierten Beitrag des Abends: „Wozu sind Kriege da“, fragte schon der kleine Junge, der mit Udo Lindenberg auf der Bühne stand und auch die Eigenkomposition von Peter Engel „Peace on Earth“ bereicherte Lilli mit ihrer zweiten Stimme.

Zum guten Schluss sangen alle Musiker zusammen mit dem Publikum „We shall overcome“. Die Spendeneinnahmen des Konzerts, wobei alle Musiker auf eine Gage verzichteten, gehen der lokalen Flüchtlingshilfe von Michael Deffaa zu. Mit den Spenden werden fehlende Hilfsgüter, Verbandsmaterial, Medikamente und Nahrungsmittel besorgt sowie der Kraftstoff für die Hilfslieferungen finanziert.

 

 

Text und Bilder: Gerhard Maucher

 

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