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Aulendorf/Ravensburg – Die 24-jährige Ravensburgerin Charlotte Rezbach, vergangenes Jahr bekannt geworden als Lotte, die mit Max Giesinger den Hit: „Auf das, was da noch kommt“ aufnahm und selbst als Musikerin mit ihren Alben „Querfeldein“ und „Glück“ durchstartete, hat jetzt viel Zeit. Zeit, die sie mit ihrer Familie verbringen kann. Doch Glück bekommt nun eine andere Bedeutung, nicht mehr dieses unbeschwerte Gefühl, das sie auf ihrer Tour besingen wollte. Die Tour muss warten und für sie in Hamburg, wo sie jetzt, wie viele andere Musiker lebt, heißt es, die Zeit zuhause zu verbringen. „Zuhause für mich“ heißt auch einer der Songs auf ihrem neuen Album.

Baden-Württemberg war das erste Bundesland, das Soloselbstständige unterstützte. Erst jetzt folgt Bayern als zweites Bundesland nach, wie Ministerpräsident Winfried Kretschmann bemerkte. Daniel Earl Unger, ein Aulendorfer Musiker, seit gut fünf Wochen ohne Auftritte, hatte diese Unterstützung sofort im April beantragt und auch gleich, zwei Tage später bekommen, sodass er für die nächsten drei Monate ein Einkommen hat. In der freien Zeit arbeitet er an seiner neuen CD, die nach Fertigstellung in nächster Zeit, neue Erlöse und Einkommen bringen kann. Derzeit macht er unter anderem auch was viele Schwaben derzeit machen. Er räumt auf und ist auf dem Wertstoffhof zu treffen.

Wie lange sämtliche Auftrittsmöglichkeiten abgesagt bleiben, ist noch unklar. Bundes- und Landesregierung fahren auf Sicht. Für Lotte ist schon klar, ihre Auftritte, die Hallen füllen, sind bis zum 31.08. und vermutlich noch länger tabu. Ob es kleine Feste im Sommer geben kann, die erlauben Abstand und Hygiene zu wahren, will man heute noch nicht entscheiden. Aulendorf hofft noch, ein Schlossfest im September veranstalten zu können. Auch das Ravensburger Rutenfest möchte man irgendwie dieses Jahr retten. Schlimmer noch sind die Auftrittslokale betroffen, die ihren Umsatz mit Events machen und derzeit ohne Hilfen von ihren Ersparnissen, sofern überhaupt vorhanden, leben müssen.

Basti Engel, der bei der Engels Hausband am Schlagzeug sitzt, hat als gelernter Brauer aus der Not eine Tugend gemacht. Er hat mit "Droge 15" einen hochkonzentrierten 70 prozentigen Gin entwickelt, der sich zum coolen Desinfizieren und als Mix für Drinks eignet, sowie als weiteres Produkt den reinen Alkohol, den er als Desinfektionsmittel an Einrichtungen kostenlos abgibt, so zum Beispiel die Zieglerschen Anstalten in Aulendorf.

 

Text und Bild: Gerhard Maucher

 

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