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Aulendorf – Zum zweiten Mal mit genügend Abstand und somit ohne Mundschutz tagte der Aulendorfer Gemeinderat in der Stadthalle. Wie schon angekündigt konnten die Einwohner Aulendorfs aufgrund der derzeitigen schwierigen Situation Fragen und Vorschläge schriftlich einreichen, die nun verlesen und beantwortet wurden. Zudem erhielten die Fragesteller auch schriftlich eine Antwort.

So wollte ein Anwohner wissen, welcher Breitbandanbieter in Steinenbach verfügbar sei und bekam ebenso eine Antwort (Netcom) wie auch die Initiative, Licht zur Frühschicht, die früher eingeschaltete Straßenlampen wollte, unterstützt durch 60 Unterschriften. Diese Frage wird im nächsten AUT behandelt. Andere Anliegen wurden abschlägig beschieden, etwa den Jugendspielplatz Spitalweg auch für Familien und Ausflügler zu öffnen oder die Kräuter in Topfpflanzen am Bahnhof durch Blumen zu ersetzen. Bürgermeister Burth versicherte zudem, dass die Daten von Google Analytics, das für Aufrufe auf der Homepage eingesetzt wird, nicht nach außen gehen, wenn die Zustimmung verweigert wird. Zudem sind die Daten auf dem eigenen Server der Stadt.

 

Bebauungsplan Oberrauhen

Der Architekt Udo Kienzle erläuterte die Erweiterung des Bebauungsplans. Ein Acker von 0,74 ha angrenzend an die Firma Carthago soll in einen weiteren Stellplatz umgewandelt werden. Die Stellungnahme des Landratsamtes Ravensburg besagt, dass nur überdachte Stellplätze für Reisemobile mit Hagelnetzen zulässig sind. Ein Anwohner, der die nächtliche Beleuchtung nicht akzeptiert und Sichtschutz fordert, kann laut Bürgermeister Matthias Burth nicht genügend befriedigt werden. Bisher habe Carthago durchaus eingelenkt und in Teilbereichen nachgegeben, aber schon aus versicherungstechnischen Gründen könne das Licht nicht vollständig abgeschaltet werden. Die Erweiterung wurde einstimmig von den 16 anwesenden Ratsmitgliedern beschlossen.

 

Klare Strukturierung und mehr Leben im Hofgarten

Mit cirka einem Jahr Abstand berichtete der Landschaftsarchitekt Johannes Göpel von der Freiraumwerkstatt Überlingen über die Entwurfsplanung zur Parkanlage und Hofgarten. Die Details dazu sollen in einem der nächsten Sitzungen des AUT vorberaten werden, somit ging es darum einen Gesamtüberblick zu geben. Vorab stellte er klar, dass das Konzept keine einzelne Baumaßnahme sei, sondern ein Konzept, das sich über Jahrzehnte entwickele. Momentan berichte er über eine Bestands- und Nutzungsanalyse in Abstimmung mit dem Amt für Denkmalschutz.

Der Hofgarten ist als Kulturdenkmal gärtnerisch geschützt. Analog der Ansichten von früher soll dieser wieder ein Gesicht bekommen, das klarer einer englischen Parkanlage ähnelt. Das bedeutet unter anderem, dass die „störende Minigolfanlage“ dort nicht weiter Bestand haben kann. Die Parkanlage weist eine Vielzahl von Wegen und Treppenaufgängen aus. Seiner Ansicht nach sollte man diese Wege klarer definieren, eventuell auch reduzieren. Seiner Vorstellung nach müsste es einen Hauptweg in der Verbindung Hillstraße – Schulzentrum bzw. Schloss geben, der auch in eine Fahrrad- und Fußgängerspur geteilt ist. Derzeit ist Fahrradfahren im Park nicht erlaubt. Auch ein weitgehend barrierefreier Rundweg ohne Treppen sollte geschaffen werden.

Insgesamt mangelt es der Parkanlage und dem Hofgarten an Licht und klaren Ausblicken, die den Reiz einer Parkanlage ausmachen. 50 Prozent der Rasenfläche im Hofgarten und 70 Prozent im Park sind beschattet. Ein vorsichtiges nicht Wiederaufforsten von Bäumen könnte hier Abhilfe schaffen. Auch könnte er sich mehr Leben im Park vorstellen, zum Beispiel durch eine Naturbühne, einen Barfußpfad oder Spielgeräte wie ein Slackline. Der Ortsvorsteher Hartmut Holder warb für einen Erhalt der Orangerie, die eine Sichtbeziehung zum Reithof bildet. Ebenso sollte die Jesustatue als Ausflugsziel mit Sicht auf die Stadt wieder hervorgehoben werden. Dies befürwortete auch Dr. Hans-Peter Reck und Konrad Zimmermann, ebenfalls CDU erinnerte an das Dauernutzungsrecht für Teilflächen, die weiter im Besitz des Haus Königsegg sind. Insgesamt nahm aber der gesamte Rat das Konzept weitgehend zustimmend zur Kenntnis.

 

Mehr Diskussion gab es beim nächsten Tagungspunkt, einer papierlosen und digitalen Gremienarbeit. Extremster Rebell dabei war Rainer Marquart SPD, der fragte wie er weiter eine Vorlage in Papierform erhalten könnte. Diese müsse er sich eben selbst ausdrucken, antwortete der Bürgermeister. Ein anderer Streitpunkt war für viele aus allen Fraktionen die Größe der Ipads und die Darstellung von Bauplänen und anderes darauf. Da im Ausschuss auch über eine größere Alternative gesprochen wurde, diese aber nicht zur Ansicht bereitgestellt war, wurde die Abstimmung dieses Tagesordnungspunktes nochmals verschoben.

 

 

Text und Bilder: Gerhard Maucher

 

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