Bad Waldsee/ Bad Wurzach/ Isny/ Leutkirch - An den momentan sehr lauen Sommerabenden durchziehen Grillaromen die heimischen Gärten. Aber was genau wird dort gegrillt, bzw. wo kommt das Grillgut her? Von örtlichen Fachbetrieben, wie der Metzgerei Risstal oder der Firma Wegmann? Von einem zertifizierten Produktionsbetrieb, wie der Firma Feneberg, die ihre Märkte in Isny, Leutkirch und Bad Waldsee mit Fleisch- und Wurstwaren aus eigener Produktion beliefert? Oder bruzzelt auf der Grillkohle ein Stück Tönnies-Fleisch, das in Discountern angeboten wird, und das derzeit massiv in der Kritik steht?

 

Kein oben genannter Betrieb schlachtet noch selbst. Die angelieferten Schweine- oder Rinderhälften aus Lohnschlachtereien werden, nach handwerklichen Grundsätzen des ausgebildeten Metzgers zerlegt und kommen entweder als Frischfleisch in die Verkaufsstätten oder werden zu Wurstwaren weiterverarbeitet.

 

In den Gesprächen zeigen sich dabei die Vorzüge der Regionalität und der individuellen Produktion ganz klar auf. Alle drei Betriebe legen äußersten Wert auf kurze Transportwege der Tiere. Die Firma Feneberg trägt dabei die Zertifizierung „von hier“, die besagt, dass ausschließlich Transportfahrten im Umkreis von 100 km für die Tiere zumutbar sind. Constantin Wegmann geht sogar noch einen Schritt weiter, bei ihm kommen nur Deutsche Sattelschweine in die Theke, die von Bauern in der Umgebung nach seinen Richtlinien gezüchtet und gemästet werden. Auch für Jürgen Hartmann von der Risstalmetzgerei machen lange Transportwege keinen Sinn, denn darunter leide die Qualität des Produktes, wie er im Gespräch signalisierte.

 

 

Während nun bei der Firma Tönnies mehrere tausend Mitarbeiter in Quarantäne sind, die Produktion stillgelegt werden musste, weil sich Virologen noch nicht einig darüber sind, ob Fleisch ein potenzieller Überträger von Coronaviren darstellt, ergibt sich diese Problematik in konventionellen Metzgereien nicht. Die vorgegebenen Hygienemaßnahmen seien ohnehin Standard, versicherten die Verantwortlichen, einzig bei der Firma Feneberg wurde ein Pausenplan erarbeitet, der den Abstandsregeln gerecht wird, das sei jedoch die einzige Maßnahme, die aufgrund der Coronapandemie getroffen werden musste.

 

Die Frische der Ware kann jeder Kunde ganz leicht selbst definieren, wenn in Kempten für die Firma Tönnies Tiere geschlachtet werden, die mindestens 8 Stunden im Kühltransport nach Gütersloh transportiert werden müssen, um dann in diversen Tochterunternehmen weiterverarbeitet zu werden, bleibt davon nicht mehr viel übrig. Die handwerklichen Metzger waren sich einig: „Die Qualität leidet mit jedem gefahrenen Kilometer“.

 

Nun darf jeder Konsument selbst entscheiden, welchen Grillgenuss er haben möchte. Die Metzgereien aus der Region bieten gute, frische Qualität und achten zudem auf das Tierwohl. Eine Grillplatte vom Discounter für 4,99 Euro kann das alles nicht leisten und dennoch wird sie rege konsumiert.

 

Wer nun sicher gehen möchte, ein feines Steak oder eine leckere Bratwurst vom Grill zu genießen, die hygienisch einwandfrei produziert wurden, sollte sich den Griff in die Kühltheke gut überlegen. Der Metzger vor Ort ist im Zweifelsfall die bessere Adresse für unbeschwerten Fleischgenuss und ein herausragendes Grillvergnügen.

 

Bericht: Christine Hofer-Runst

 

 

 

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Schöne Grüße
Wolfgang Weiß

 

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