Ravensburg/Weingarten - Am 28.08.1963 fand der Marsch von Martin Luther King nach Washington: „I have a dream“statt und aus diesem Anlass rief Amnesty International zu einer Kundgebung auf dem Marienplatz mit anschließendem Marsch nach Weingarten. Ziel dort war das Programmkino Linse, wo im Anschluss an die Demonstration der Film „What you gonna do, when the world is on fire“ gezeigt wurde.

 

On fire ist die Welt derzeit in den USA, nachdem jüngst wieder ein Schwarzer mit sieben Schüssen in den Rücken von einem Polizisten ermordet wurde. Und auch weil Präsident Trump seine Wiederwahl mit der Wahl zwischen ihm und dem Kommunismus, den sein Gegenkandidat Biden verkörpere, preist.

 

Zur Kundgebung versammelten sich rund 40 bis 50 Teilnehmer neben dem Rathaus in Ravensburg. Die Polizei, die einen friedlichen und geordneten Verlauf sah, hatte auch mit 50 Teilnehmern gerechnet.

Eine Vertreterin der Amnesty-Gruppe Ravensburg/Weingarten wandte sich in ihrer Eingangsrede gegen Rassismus im Alltag und gegen jede Polizeigewalt, auch auf deutschem Boden. Arzu Eser, eine 21-jährige farbige Studentin sprach von ihren Erfahrungen mit dem Alltagsrassismus, abschätzige Blicke, Bemerkungen wie, du sprichst aber gut deutsch und anderem mehr.

Gestört wurde die Kundgebung kurz von zwei Frauen, die der Menge im Vorbeigehen zuriefen, wir demonstrieren auch, um danach in höhnisches Lachen zu verfallen. Ihr Verhalten, das für sich sprach, wurde mit Nichtbeachtung bestraft.

 

Eine Vertreterin des Freundeskreis Flüchtlingssolidarität die zuerst im Übergangslager Ellwangen entstand, hat sich heute neue weltweite Ziele gesetzt. „Rassismus raus aus den Köpfen“, „Kein Platz für Hass“ oder „We want Freedom“ skandierten die Teilnehmer auf ihrem Weg nach Weingarten, bestückt mit zahlreichen Transparenten. Der Regen lies nicht nach, trotzallem hielten die meisten durch bis zum Ziel in Weingarten. Der Marsch verlief sehr diszipliniert, selbst beim Einsatz eines Notarztwagens, der den Zug überholte, wurde schnell eine Rettungsgasse gebildet, indem alle etwas zur Seite auswichen.


Text und Bilder
Gerhard Maucher

 

 

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