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Über drei Dekaden entfaltet sich in „House of Gucci“ eine Geschichte aus Liebe und Betrug, Dekadenz und Rache, die schließlich in einem Mord mündet, der in die Mode-Geschichte eingeht. Unter der Regie von Ridley Scott haben sich viele Stars für ein denkwürdiges Film-Spektakel eingefunden, welches ab 2. Dezember auch in den deutschen Kinos zu sehen ist.

Das italienische Modehaus Gucci ist ein Familien-Imperium. Doch als Patrizia Reggiani (Lady Gaga) Maurizio Gucci (Adam Driver) ehelicht und so Teil der Familie wird, bringen die Ambitionen der Frau aus einfachen Verhältnissen plötzlich das jahrzehntelang aufgebaute Erbe einer etablierten Marke ins Wanken.

Ridley Scott‘s FIlm basiert auf dem Buch The House of Gucci: A Sensational Story of Murder“ das 2001 von Sara Gay Forden veröffentlicht wurde. Patrizia Reggiani wurde als Ex-Frau des italienischen Geschäftsmannes Maurizio Gucci seinerzeit für die Beauftragung des Mordes an ihrem ehemaligen Partner verurteilt. Die italienische Presse nannte sie die „schwarze Witwe“. Bereits im Juni 2006 hatte Scott einen Film zum Fall der Gucci-Familie drehen wollen, obwohl die diese das Projekt von Drehbuchautorin Andrea Berloff ablehnte. Danach durchlief das Projekt unzählige Umbesetzungen vor und hinter der Kamera.

So berühmte Darstellerinnen wie Anne Hathaway, Angelina Jolie, Marion Cotillard, Penelope Cruz, Natalie Portman und Margot Robbie wurden für die Rolle der Patrizia in Betracht gezogen, bevor der Part an Lady Gaga ging. Vor Ridley Scott war außerdem Martin Scorsese für den Regie-Posten im Gespräch und Christian Bale sowie Leonardo DiCaprio wurde zwischenzeitlich als Maurizio Gucci in Betracht gezogen. Der ursprünglich besetzte Robert De Niro verließ den Film und wurde von Jeremy Irons ersetzt.

 

House of Gucci Szene 2

Lady Gaga überzeugt in ihrer Rolle als Patrizia Reggiani.


Die Familie Gucci reagierte unzufrieden mit der Verfilmung der Geschehnisse durch Scott. Patrizia Gucci, die Urenkelin von Guccio Gucci, zeigte sich gegenüber der Associated Press besorgt, dass der Film „über die schlagzeilenträchtige wahre Kriminalgeschichte hinausgeht und in das Privatleben der Guccio-Gucci-Erben eindringt“. Man würde die Identität einer Familie stehlen, um Profit zu machen.

Diesem Vorwurf hat Scott‘s fertiger Film leider nicht viel entgegenzusetzen. Viele Figuren sind geradezu karikaturenhaft überzeichnet und betont albern gespielt. Warum diese durch und durch italienische Familie in Italien den ganzen Film hindurch Englisch mit einem geradezu bizarren italienischen Akzent New Yorker Färbung sprechen würde bleibt (in der Originalfassung) ein Rätsel. Lady Gaga und Jared Leto liefern komödiantische Vorstellungen ab, die in einer Sketch Show wie SNL durchaus als gbeachtenswert und gelungen bezeichnet werden könnten. Innerhalb eines vermeintlich authentisch biografischen Kino-Dramas über lebende Personen hinterlassen ihre Portraits jedoch den schalen Geschmack der Sensations-Hascherei und des würdelosen Umgangs mit dem Opfer eines realen Mordes - der vor gerademal 26 Jahren stattfand.

Maurizio Gucci, der Enkel von Guccio Gucci und damalige Chef des Modehauses Gucci, wurde am im März 1995 durch zwei Schüsse in den Kopf vor einem vornehmen Mailänder Bürogebäude getötet. Der damals 46-jährige starb auf den Marmorstufen in den Armen des Pförtners Giuseppe Onorato. Bei den Attentätern handelte es sich laut dem Pförtner um zwei Männer, die mit einem grünen Renault Clio entkamen.
Patrizia Reggiani, hier gespielt von Lady Gaga, wurde 1998 für schuldig befunden, den Mord an ihrem Ex-Mann Maurizio Gucci beauftragt zu haben und saß hierfür 1997 rund 18 Jahre im Gefängnis. Laut Anklage war es ein „eiskalt geplantes Verbrechen“. 

 

Autor: Christian Oita

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