BLIX Banner1

Minari erzählt die Geschichte einer südkoreanischen Familie, die in den 80er Jahren in die USA immigriert.

 

Vater Jacob (Steven Yuen) und Mutter Monica (Yeri Han) verschlägt es zunächst nach Kalifornien, wo sie mit dem Sortieren von Küken nach Geschlecht ein mageres Einkommen verdienen. Doch Jakob hat größeres im Sinn. Sein Traum ist es, eine eigene Farm in Arkansas zu besitzen, wo Grundbesitz günstiger ist. Und somit verschlägt es die Familie in den mittleren Westen. In einem Wohnwagen hausend versuchen sie ihr Stück Land zu bewirtschaften, wobei sie oft an ihre Grenzen stoßen. Doch Hilfe naht aus der Heimat, Großmutter Soonja (Yuh-jung Youn) reißt aus Südkorea an, um der jungen Familie in sehr eigentümlicher Art und Weise unter die Arme zu greifen.


Der bisher kaum in Erscheinung getretene Regisseur Lee Isaac Chung verarbeitet in seinem Spielfilm seine eigenen Kindheitserinnerungen und genau das spürt man hier in jeder Minute, denn authentisch und fernab von Hollywoodkitsch erzählt der junge Filmemacher, der auch für das Drehbuch verantwortlich ist, eine zwar kleine aber kraftvolle Story voller Höhen und Tiefen die einen sowohl schmunzeln als auch schwer schlucken lässt und vor allem auch aus kultureller Sicht ungewohnte Einblicke gewährt. Sowohl die Eltern als auch die Kinder scheinen auf der Suche nach Identität in einem vertrauten aber doch fremden Land zu sein, während Großmutter Soonja mit ihrer herrlich skurillen und doch charmanten Art einen Anker der Heimat bildet. Überhaupt überzeugt die gesamte Darstellerriege durch die Bank. Vor allem der durch die Horrorserie „The Walkig Dead“ bekannte Hauptdarsteller Steven Yuen zeigt hier sein Talent für echte Charakterrollen. Visuell sorgt „Stranger Things“-Kameramann Lachlan Milne für magisch-sonnige Bilder grüner Landschaften, die in ihrer Einfachheit nahezu beruhigend auf die Seele wirken. Völlig zurecht heimste Minari so auch sechs Oscar-Nominierungen und zahlreiche weitere Preise ein. Der Lohn für einen kleinen, stillen Film der es dem Zuschauer nicht immer leicht macht (Stichwort: Untertitel), aber reich an Tiefgang und Facetten ist und dadurch garantiert in Erinnerung bleiben wird. Ein Film, der hoffnungsvoll stimmt.

 

Erscheinungsdatum: 11. November 2021
Laufzeit: 111 Min. / FSK: 6 

 

Autor: Alexander Koschny

Nur registrierte Benutzer können Kommentare schreiben!

­