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Am Anfang des Films begleiten wir einen namenlosen Mann (Russel Crowe), der in seinem Auto sitzt, seinen Ehering wegwirft, aussteigt, auf das Haus, vor dem er parkt, zugeht und dieses mit einem Benzinkanister in Flammen aufgehen lässt. Noch wissen wir nichts über diesen Mann, ehe er Rachel (Caren Pistorius) auf der Straße begegnet. Die junge Mutter ist von dem langsam dahintuckernden Pick-Up des Unbekannten genervt und setzt zu einem riskanten Überholmanöver an. Diese Respeklosigkeit nimmt der namenlose Protagonist sehr ernst, er nimmt die Verfolgung auf - getrieben von blinder Wut und dem Verlangen, Rachel fortan das Leben zur Hölle zu machen.

Im Jahr 1971 erschuf der damals junge Steven Spielberg mit seinem Spielfilmdebüt „Duell“ einen Klassiker. In diesem, in nur wenigen Tagen gedrehten Low-Budget Streifen, macht ein nie sichtbarer Trucker gnadenlos Jagd auf einen unbedarften Geschäftsmann, seine Motivation bleibt dabei im Dunkeln. Seither haben sich immer wieder Filmemacher an dieser Formel versucht, meist ohne dem großen Vorbild das Wasser reichen zu können. Das gelingt auch dem weitgehend unbekannten Regisseur Derrick Borte nicht ganz, Unhinged wirkt zu überdreht und unealistisch, um wahre Spannung zu erzeugen. Aufgrund der wilden Verfolgungsjagden und drastisch in Szene  gesetzen Karambolagen entsteht aber immerhin eine ordentliche Portion Nervenkitzel. Der Regisseur setzt also eher auf Action als auf auf subtilen Thrill. Das große Plus des Films ist aber er Cast, vor allem Hauptdarsteller Russell Crowe. Nach seinem Durchbruch mit dem Kinohit „Gladiator“ avancierte der Neuseeländer zum Oscar-Gewinner und gefeierten Weltstar, ehe er  nach einigen weiteren Erfolgen langsam wieder in der Versenkung verschwand. Unhinged kann durchaus als Comeback des Schauspielers bezeichnet werden, schließlich gehört er zu den wenigen Filmen, die es im Corona-Jahr ins Kino schafften. Trotz einiger Kilo Übergewicht liefert Crowe eine wunderbar fiese und bedrohliche Performance ab und verleiht so seiner recht eindimensionalen Figur doch etwas Profil. Unhinged ist ein Film, dem eine subtilere Herangehensweise und ein stärkerer Fokus auf die Motivation der Charaktere sicher gut getan hätte, aber auch so bleibt unterm Strich ein solider Actionreisser. 

Erscheinungsdatum: 27. November 2020
Laufzeit: 90 Min. / FSK: 16

 

Autor: Alexander Koschny

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