BLIX Banner1

In die Fußstapfen Steven Spielbergs scheint der amerikanische Filmemacher Jordan Peele mit seinem neuen Film „Nope“ treten zu wollen. Wer das humoristische TV-Werk des ehemaligen Comedians und Regisseurs kennt, weiß dass seine vermentlich neue Liebe für Science Fiction und die Begegnung mit Außerirdischen nicht von Ungefähr kommt. Am 11. August startet der Film in den deutschen Kinos.

Der eigenbrötlerische Otis Jr. Haywood (Daniel Kaluuya) ist Pferdezüchter. Er betreibt gemeinsam mit seiner extrovertierten kleinen Schwester Emerald (Keke Palmer) die Ranch Haywood Hollywood Horses in einem kargen Tal im kalifornischen Santa Clarita Valley. Sie trainieren als einzige Afroamerikaner Pferde für Film- und Fernsehproduktionen. Beide sehen sich als Nachfahren des namenlosen schwarzen Jockeys, der in einem bahnbrechenden Bewegtbild von Eadweard Muybridge aus dem späten 19. Jahrhundert auftaucht. Ihr Vater Otis Sr. ist ein halbes Jahr zuvor bei einem merkwürdigen Unfall auf der Ranch ums Leben gekommen. Während er gen Himmel blickte, wurde sein Augapfel von einer rasant zur Erde stürzenden Fünf-Cent-Münze durchbohrt.
In der Nähe der Haywood-Ranch lebt der rivalisierende Ricky Park, genannt „Jupe“. Seine Karriere als Kinderstar kam 1998 abrupt zum Erliegen, als ein wild gewordener Schimpanse namens „Gordy“ vor einen Live-Studiopublikum alle Schauspieler außer ihm zu Tode prügelte. Heute betreibt er den kitschigen Wildwest-Themenpark Jupiter’s Claim in der Wüste, ebenfalls mit Pferden. Auch er wird auf die mysteriösen Vorkommnisse am Himmel aufmerksam.
Mit der Zeit nehmen OJ und Emerald seltsame Dinge auf ihrer Ranch wahr. Der Strom und Handys beginnen plötzlich auszufallen. Eine mysteriöse Wolke lauert am Horizont und merkwürdige Stürme lassen Trümmer vom Himmel regnen. Die Wolke scheint von bestimmten Faktoren angezogen, aber auch abgestoßen zu werden. OJ wird aus seiner Lethargie gerissen und glaubt an ein UFO. Emerald und er nehmen daraufhin die Hilfe des Überwachungstechnikers Angel in Anspruch. Mit Hilfe von Videokameras wollen sie beweisen, dass es sich bei dem scheinbar gefährlichen Objekt tatsächlich um eine fliegende Untertasse handelt. Emerald hofft dabei auf einen großen finanziellen Erfolg und landesweite Bekanntheit in den Medien. Auch überredet sie Antlers Holst auf der Ranch Filmaufnahmen vom Himmel zu machen. Diese fertigt der berühmte Kameramann mit seiner IMAX-Kamera mit Handkurbel an. Auch er bemerkt, dass sich die mysteriöse Wolke nicht bewegt. OJ kommt bald zu dem Schluss, dass allen keine Gefahr drohe, sofern man nicht direkt in den Himmel blicke. Tatsächlich stellt sich im Verlauf der Handlung die Wolke als UFO heraus.

 

Szene Nope 2

Die skurillen Szenen erinnern häufig an die Werke des Altmeisters des Bizarren, David Lynch.

 

Es gibt nur wenige Regisseure, die derartigen Einfluss auf das moderne Horror-Kino haben wie Jordan Peele. Mit „Get Out“ hat es der ehemalige Fernseh-Komiker geschafft, einen Oscar für das Beste Drehbuch zu gewinnen. Sein zweiter Spielfilm, „Us“, konnte zwar nicht die Klasse seines Regiedebüts erreichen, festigte aber weiterhin den Status, dass Peele zu den aufregendsten Filmemachern der Gegenwart zählt. Mit seinem dritten selbst geschriebenen und inszenierten Film „Nope“ wagt er sich nun erstmals an so etwas wie Blockbuster-Kino heran. Das Ergebnis ist zweigeteilt. Einerseits gelingt es Peele bildgewaltige Szenen voller Suspense abzuliefern. Als Film für die Masse, der ganz offenkundig das breite Mainstream-Publikum von „Der Weiße Hai“ und „Unheimliche Begegnung der Dritten Art“ anvisiert, funktioniert er aber nicht. Zu ungelenk sind Peele‘s übliche sozialkritische Töne eingestreut, während ganze Passagen des Films schlicht dröge und zäh sind. Zumindest visuell sieht „Nope“ wie echtes Blockbuster-Kino aus. Für die Kameraarbeit zeigt sich hier nämlich niemand Geringeres als Hoyte van Hoytema verantwortlich. Der Niederländer hat zuvor mit Christopher Nolan bei „Interstellar“, „Dunkirk“ und „Tenet“ zusammengearbeitet – und verfügt damit über beste Erfahrungen, wenn es darum geht, großes Kino zu erschaffen.

 

Autor: Christian Oita

Nur registrierte Benutzer können Kommentare schreiben!

­