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Ulm - Wie sich die Coronakrise auf die Wirtschaft der Region auswirkt, will BLIX von Max-Martin W. Deinhard, Hauptgeschäftsführer der IHK Ulm, wissen.

Herr Deinhard, wie wird die Region mit den Folgen der Coronakrise fertig? Haben Sie aktuelle Zahlen zur Kurzarbeit, zu Insolvenzen, zur Lage auf dem Ausbildungsmarkt?

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die regionale Wirtschaft sind massiv und ziehen sich quer durch alle Branchen und Unternehmensgrößen. Die Umsatzeinbrüche bei vielen Betrieben führen dabei auch zu einem hohen Eigenkapitalverzehr. Gut ein Viertel klagt über einen akuten Liquiditätsengpass. Insofern sind tatsächlich einige Unternehmen in ihrer Existenz gefährdet, wenngleich sich das derzeit noch nicht in Statistiken ablesen lässt. Die Unterstützungsmaßnahmen der Politik helfen hier nämlich zum Glück vielfach. Das gilt gerade auch für das Kurzarbeitergeld, das aus unserer Sicht hervorragend geeignet ist, um Beschäftigung zu sichern. Und der Bedarf ist groß: In unserer Region zeigten im März und April 4.843 Betriebe Kurzarbeit für maximal 85.463 Beschäftigte an. Dennoch müssen wir damit rechnen, dass Corona den Arbeitsmarkt weiter unter Druck setzen wird. Bei der Ausbildung setzen wir darauf, dass aufgrund der Unsicherheiten abgewartet wurde und nun in den Wochen bis zum Ausbildungsbeginn noch einige Ausbildungsverhältnisse dazu kommen. Hier hilft hoffentlich auch das kürzlich beschlossene Konjunkturprogramm der Bundesregierung, dass Unternehmen, die weiterhin ausbilden, mit einer Prämie fördert. Das ist wichtig. Denn die letzte Wirtschaftskrise hat gezeigt, dass der Fachkräftebedarf nach der Krise schnell steigen kann.

 

Wagen Sie eine Prognose, wann mit einer Erholung oder gar einer Rückkehr zu den Vor-Corona-Zuständen zu rechnen ist?

Diese Prognose ist tatsächlich schwierig, da es sich um eine Gleichung mit vielen Unbekannten handelt. Um möglichst rasch zur ‚Normalität‘ zurückkehren zu können, war und ist es aus unserer Sicht aber vor allem wichtig, dass allen Unternehmen gleichermaßen corona-konformes Wirtschaften gewährleistet wird. Die Unternehmen selbst gehen zu einem Gutteil übrigens von keiner schnellen Rückkehr zur Vorkrisen-Geschäftstätigkeit aus. So gaben in unseren Umfragen fast vier von zehn Betrieben an, hiermit erst im Verlauf des Jahres 2021 oder sogar noch später zu rechnen.

 

Autorin: Andrea Reck

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