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BIBERACH. Not macht erfinderisch! Seit Wochen hält Corona die Kultur und die Künstler im Koma. Damit wollen sich Uli Stöckle und Tobias Meinhold nicht länger arrangieren. Im historischen Komödienhaus, wo sonst der Dramatische Verein sein Publikum beglückt, wird am kommenden Samstag, 9. Mai, „DIE SHOW, die es niemals geben sollte“ Premiere feiern – Corona konform, versteht sich. Die Profis sorgen für Studio- und Live-Atmosphäre. Das Programm habe Late-Night-Show-Charakter, erklärt Meinhold, der die Sendung moderiert. Mit einem bunten Mix aus Musik, Comédie und Kabarett sowie Studiogästen und Einspielern von Zuschauern soll die rund einstündige Sendung daran erinnern, dass die Kultur Corona trotzt. Ein Experiment, das immer samstags im Mai um 20.15 Uhr auf www.die-show.online live zu goutieren sowie auf youtube zu finden sein wird. BLIX sprach mit Uli Stöckle, der Technik und Redaktion verantwortet, über „DIE SHOW, die es nie geben sollte“.

Uli Stockle

Uli Stöckle vom Orga-Team erklärt die Idee hinter dem Projekt "Die Show" und wie es dazu kam.  

Herr Stöckle‚ "DIE SHOW, die es nie geben sollte". Was will uns der Titel sagen?
Wir haben nie vorgehabt, eine Art Fernsehshow zu produzieren. Erst durch Corona kam bei uns die Idee auf, eine Art Fernsehmagazin auf die Beine zu stellen, damit Künstler überhaupt noch ein Publikum erreichen können. Sprich; wir fühlen und fühlten uns durch den Virus gezwungen, diese Show zu entwickeln.

Ist DIE SHOW tatsächlich "ein Kind von Corona" oder doch nur zufällig in dieser Zeit auf die Welt gekommen?
Besondere Zeiten fordern neue oder besondere Wege, insofern ist DIE SHOW tatsächlich "ein Kind von Corona". Ganz zufällig ist die Form allerdings nicht, ich habe jahrelang beim Radio Sendungen gemacht und konzeptioniert, insofern gibt es auch einen Sendeplan und klare Vorgaben – auch einen redaktionellen und formalen Anspruch.

Das Konzept sowie das personelle und technische Aufgebot erscheinen ambitioniert, dass es nach einer neuen, dauerhaften kulturellen Bühne und nicht nur nach einer Pandemie-Erscheinung aussieht. Mit welcher Perspektive erscheint DIE SHOW?
Unsere Perspektive ist klar: vier Sendungen und dann ist vorerst Schluss. Alles ist ehrenamtlich und da alle Beteiligten auch Geld verdienen müssen; ist das zunächst ganz klar zeitlich begrenzt. Nach den vier Sendungen sehen wir weiter. Wenn die Resonanz gut sein sollte, könnten wir im Herbst vielleicht nochmal draufsatteln. 

Tom Slam Band

Die Tom Slam Band will den Zuschauern mit einer Mischung aus Groove, Trash und Rock in den heimischen Wohnzimmern einheizen.  

Biberach goes Youtube – ein ‚must‘ in Zeiten, in denen real ist, was virtuell ist?
Naja, ich bin davon nicht immer überzeugt, oft sind die gebotenen Inhalte zu sehr von Selbstdarstellung und Banalitäten geprägt. Vieles bei Youtube ist aus meiner Sicht Trash. Viele sinnvolle und mühsam erlernte Grundregeln des Filmemachens oder Fernsehens werden häufig ignoriert, und es kommt Mist dabei heraus. Youtube ist für mich nur Mittel zum Zweck, weil es leider anders nicht geht. Es geht nichts über eine künstlerische Live Performance.

Die Location und die Partnerwahl sind bemerkenswert: das Komödienhaus und der Dramatische Verein sind historische Institutionen der Stadt Biberach, das klingt nach schwerem Menü und nicht nach leichter Kost.
Das ist schon auch Programm: Wir wollen nicht NUR unterhaltsam sein – aber eben auch nicht NUR Wieland rezitieren. Dieser Spagat – das haben wir uns vorgenommen – soll sich anspruchsvoll positiv von regionalen TV-Sendern oder auch Youtube-Geblubber absetzen. Gleichzeitig bieten wir aber auch leichte Unterhaltung wie schwäbische Comedy.

Den Segen der Stadt haben Sie, Premierengast ist der Oberbürgermeister. DIE SHOW als Amtsblatt?
Auf keinen Fall! Dafür gibt es Biberach kommunal. Wir sind unabhängig. 

Im Orgateam der Show ist keine Frau nur (alte) Kerle. Kein schöner Ausblick – machen Sie Hoffnung.
Oh je! Das war genau mein erster Gedanke beim Bild des Orgateams – alte Säcke! Hinter den Kulissen gibt es natürlich schon Frauen, die das unterstützen – zum Beispiel Cornelia Sikora. Nur im Organisationsteam fehlen sie wirklich. Wir werden aber dafür sorgen, dass wir mehr Frauen vor der Kamera haben, wie Kathi Wolf, Kabarettistin aus Ulm in der ersten Show.

 

Sendetermine: www.die-show.online: 9., 16., 23., 30. Mai, 20.15 Uhr.

 

Autor: Roland Reck

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