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Friedrichshafen - „Die Liebe erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand“ - so steht es in er Bibel und dieser uralte Satz gilt gerade in Zeiten von Corona. Auch die standesamtliche Trauung von Aneta und Fabian Hurm am 22. August im Graf-Zeppelin-Haus verlief anders als geplant. Covid-19 wies die Hochzeitsgesellschaft in sehr enge Grenzen.

Dieser üblicherweise sehr feierliche und familiäre Akt der Eheschließung erhielt durch die strikte Einhaltung der gängigen Hygieneschutzregeln einen fast schon surrealen Touch.
Die sicherlich angebrachte Infektionsprophylaxe nötigte sowohl den handelnden Personen als auch den in limitierter Zahl geladenen Gästen ein gehöriges Maß an Selbstdisziplin und Geduld ab. Dokumentiert durch einen auf seinem Stuhl fixierten Fotografen spielten sich doch recht ungewohnte Szenen ab.
Die Standesbeamtin saß Corona konform abgeschirmt hinter einer Plexiglasscheibe, dass Brautpaar im Sicherheitsabstand vor ihr. Ebenfalls im vorgegebenen Abstand von zwei Metern zu allen Seiten hin waren die Trauzeugen und die übrigen Gäste weitläufig im Saal angeordnet. Ungeachtet der geringen Teilnehmerzahl und der etwas anderen Begleitumstände kam es dennoch zu den üblichen rührenden Szenen.
Der Moment, als die Standesbeamtin Aneta und Fabian Hurm „Kraft ihres Amtes“ zu rechtmäßig verbundenen Eheleuten erklärte und lächelnd sagte: „... Sie dürfen die Braut jetzt küssen“, war ein unvergesslicher Augenblick. Fast schien es, als mache Corona eine kurze Pause. Nach dem Abschluss des offiziellen Teils der Trauung kam es im seeseitigen Außenbereich vor der grandiosen Kulisse des „Schwäbischen Meeres“ zum zwischenzeitlich ebenfalls eingeschränkten Ausklang des offiziellen Teils der Feierlichkeiten die dann, auch dies Corona bedingt, in noch kleinerer Runde in einem Häfler Restaurant zum Abschluss kamen.
Was die kirchliche Trauung anbelangt, haben die beiden, wie viele andere Brautpaare auch, selbige bereits auf den Sommer 2021 verschoben. Dies sicher auch in der Hoffnung auf dann bessere „Rahmenbedingungen“.

 

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Beim Blick auf den See gerät die Pandemie in den Hintergrund.

 

„Die Stimmung war etwas gedrückt“

Wie beurteilt das frisch vermählte Paar den Ablauf seiner Trauung? BLIX hat nachgefragt.
Wie war die Vorbereitung der Hochzeit in Zeiten von Corona?
Aneta Hurm: Wir waren bei der Vorbereitung in keinerlei Weise eingeschränkt. Einzig auf dem Amt mussten wir Masken tragen und konnten eben nur mit einem Termin die Eheschließung beantragen.

Wie war das „Feeling“ im Standesamt?
Fabian Hurm: Sehr eingeschränkt, da wir nur eine gewisse Anzahl an Gästen mitbringen konnten. Die Gäste mussten beim Rein- und Rausgehen Masken tragen. Während sie saßen, könnten sie diese abnehmen. Der Mindestabstand von zwei Metern musste während der Trauung eingehalten werden. Dadurch kam eine sehr ungemütliche Stimmung zustande. Ebenso durften wir keinen Sektempfang vorbereiten sowie Luftballons steigen lassen. Weitere Freunde und Verwandte, die nicht mit in das Standesamt durften, konnten uns danach, draußen nicht gratulieren, da wir dafür verantwortlich waren, dass sich keine Menschenansammlung bildet.

Wie war das Feeling im Restaurant?
Fabian Hurm: Keinerlei Einschränkung im Restaurant, da wir einen privaten Raum gemietet haben. Einzig die Kellner mussten eine Maske tragen.

Und ganz allgemein - wie hat Corona eingeschränkt?
Aneta Hurm: Einschränkungen gab es wie bereits erwähnt in der Planung und Ausführung. Wir hätten gerne noch mehr gemacht, wie zum Beispiel mehr Gäste eingeladen. Die Stimmung war etwas gedrückt, da man ständig darauf achten musste, dass man den Mindestabstand einhält. Ansonsten war es genau die standesamtliche Hochzeit, die wir uns gewünscht haben, mit all unseren Liebsten.

Bei dieser Trauung galt im Übrigen die Fassung der Verordnung der Landesregierung über infektionsschützende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus SARS-CoV-2 (Corona-Verodrdnung _Corona VO). vom 28. Juli 2020, die am 30. September bis Ende November verlängert wurde. Nachzulesen unter:
www.baden-wuerttemberg.de/de/service/aktuelle-infos

 

Text und Fotos: Franz Thoma

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