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Aulendorf. Ab dem 12. Juli ist es soweit. Über 5.000 bunte Playmobil Figuren werden sich in Schloss Aulendorf tummeln und dabei nicht nur Kinderaugen zum leuchten bringen. Der Sammler und Playmobil-Markenbotschafter Oliver Schaffer will die Besucher mit fantasievollen Dioramen begeistern. Es ist die bislang größte Ausstellung dieser Art im oberschwäbischen Raum.

Seit 1974 bevölkern die witzigen Kunststoff-Figuren die deutschen Kinderzimmer und haben damit eine ganze Generation von Eltern geprägt, die ihre Leidenschaft heute gerne an ihren Nachwuchs weiter geben. Natürlich ist das Unternehmen aus Nürnberg heute weltweit erfolgreich und neben Lego eine der wenigen Spielzeugmarken, die es schaffen gegen Smartphones und Spielkonsolen zu bestehen. Auch der aus Kiel stammende Oliver Schaffer wurde bereits in seiner Kindheit vom Playmobil-Virus infiziert.

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Das Schloss bietet die perfekte Umgebung für dieses Mittelalter-Diorama.

Dabei frönte er zunächst einer ganz eigenen Leidenschaft, nämlich dem Zirkus. Schon als kleiner Junge war der 41-jährige ein glühender Anhänger der Stars der Manege. Sein größter Wunsch war es, einmal Zirkusdirektor zu werden. So bittete er die echten Zirkusdirektoren, zu deren großer Verwunderung, regelmäßig um Autogramme. Seinen großen Traum lies er dann mit Playmobil wahr werden, mit bunten Tieren und Figuren gründete er seinen eigenen „Zirkus Oliver“, für den sein Vater sogar ein Zelt nähte. Zwar wurde Oliver Schaffer später doch kein Zirkusdirektor, auf die große Bühne zog es ihn aber trotzdem, so arbeitete er viele Jahre als Musical-Darsteller, unter anderem in Stuttgart, bis er schließlich einen Anruf von Playmobil bekam. Als Kind schickte er ein Foto seines „Zirkus Oliver“ nach Nürnberg, dort erkannte man viele Jahre später, dass es sich dabei wohl um die größte Zirkussammlung Deutschlands handeln müsse. Prompt kam die Anfrage seitens Playmobil für die Teilnahme an einer Ausstellung. „Zum Glück haben meine Eltern das Spielzeug nicht weggeworfen, sonst hätte mein Leben wohl einen anderen Lauf genommen“, erzählt Schaffer schmunzelnd. Dieser Ausstellung sollten viele weitere folgen, unter anderem im renommierten Louvre in Paris. „Mein Vater hatte Tränen in den Augen, als er das von ihm genähte Zelt dort sah“, verrät Oliver Schaffer. Heute ist der Kieler Playmobil Markenbotschafter, der zahlreiche Ausstellungen organisiert.

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Mit dem Zirkus fing alles an. Mittlerweile besitzt Oliver Schaffer die größte Schausammlung der Welt.

Silke Johler von der Stadt Aulendorf, die selbst mit Playmobil aufwuchs, machte Oliver Schaffer über Google ausfindig. „Ich musste erstmal schauen, wo Aulendorf liegt“, gibt der Kieler zu. Doch schnell war er von der tollen Umgebung der Stadt begeistert, zudem fand er es besonders reizvoll, seine Dioramen in einem Schloss auszustellen. Natürlich gibt es dabei auch einige Szenen aus Mittelalter und Fantasy zu sehen, aber auch moderne Settings wie Bremerhaven, so dass die gesamte Bandbreite der fantasievollen Playmobil-Welt dargestellt werden kann. Selbstverständlich wird auch der Zirkus wieder vertreten sein. Die Dioramen überzeugen dabei mit liebevollen und detaillierten Arrangements, bei der der Fantasie keine Grenzen gesetzt zu sein scheinen und wo auch vieles zu sehen sein wird, das so im Handel nicht erhältlich ist. Dabei betont Oliver Schaffer ganz explizit, dass es sich hierbei nicht um eine Verkaufsausstellung handelt, sondern um eine Ausstellung, die sowohl Kinder als auch Erwachsene mit Fantasie begeistern soll, natürlich auch mit Spielmöglichkeiten für die kleinen Besucher.

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Auch zahlreiche Großfiguren bevölkern das Schloss.

Am Eröffnungstag wird Schaffer dann auch für drei Expertenführungen zur Verfügung stehen. Der sympathische Norddeutsche besitzt mit 200.000 Figuren und über einer Million Einzelteilen übrigens die mittlerweile größte Schausammlung der Welt. Privat versucht er allerdings ein wenig Abstand zu halten: „Ich lebe nicht inmitten von Playmobil, ich habe zwei Räume damit, den Rest des Hauses halte ich davon frei“, verrät er mit einem Lachen.

 

Text und Fotos: Alexander Koschny

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