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Mit dem Fahrrad Oberschwabens „beseelte Landschaft“ entdecken. Kein Problem! Seit einem Jahr ist Günter Brutscher, der ehemalige Schulleiter des Katholischen Freien Gymnasiums in Biberach, im Ruhestand und viel unterwegs. Die christlichen Kleindenkmäler Oberschwabens sind ihm ein Herzensanliegen. Auf seiner eigens eingerichteten Homepage www.wegzeichen-oberschwaben.de finden sich oft unbeachtete Kostbarkeiten.

 Warum nicht mal eine Radtour danach ausrichten? Günter Brutscher ist begeistert: „Machen Sie die Augen auf in unserer Landschaft, ein kleines Verweilen an den Bildstöcken und Wegkreuzen und ein Besuch einer Kapelle, vielleicht sogar ein kurzes Stoßgebet oder Kreuzzeichen!“ Jeder kann sich seine Ziele auf seiner Homepage zusammenstellen.
Oder mal diesen Vorschlag ausprobieren: Eine Rundstrecke von etwas mehr als zwei Stunden reine Fahrzeit mit Bad Wurzach und Molpertshaus als Fixpunkte. Dazwischen liegen Kleinode und es locken Blicke in die Allgäuer Bergkette. Die Steigungen sind moderat, natürlich fährt es sich mit dem E-Bike angenehmer. Auf jeden Fall auch eine Rast einlegen, sei es im Käsereimuseum Gospoldshofen, am Eiscafé in Bad Wurzach, im Biergarten von Molpertshaus oder im Café Fatima in Immenried. Alles liegt auf der Strecke. Ein Schock-Moment in der Kapelle von Molpertshaus ist der lebensgroße Leichnam Jesu hinter einem Vorhang unter der Ölbergszene. Dann ein gemütlicher Spaziergang entlang des Kreuzwegs zur Lorettokapelle mit ihrem Tuffsteinaltar. Die Fahrräder können auf dem geräumigen Platz zwischen alter Schule und Pfarrhaus warten. Die Kreuzwegbilder sind nach Vorlagen von Gerhard Fugel gestaltet. Die Lourdes-Tuffsteingrotte hat Franz Xaver Hafner aus Weitprechts vor dem letzten Krieg erstellt. Übrigens ein fleißiger Kunsthandwerker, denn über achtzig solcher Grotten stammen von ihm. Monika und Mathias Fink betreuen die Kapelle. Monika ist Enkelin des Stifters und Erbauers der Kapelle. Kirchenpfleger Sproll und Ortschronist Rudolph Schumacher hüten das Kleinod wie ihren Augapfel.

Maiandacht vor der Lourdesgrotte Mopertshaus

Maiandacht vor der Lourdesgrotte Molpertshaus.

Der weitere Weg führt auf einer kleinen Teerstraße nach Rohr, wo am See das größte Brutgebiet von Möwen in Europa liegt. Am Ortsende steht ein großes Arma-Christi-Kreuz, es gilt als Vorbild für mehr als sechzig Kreuze in unserer Gegend. Schon deutlich zu sehen ist die St. Martinskirche von Eintürnenberg. Das E-Bike bietet zwar den Turbo an, aber es kann auch mal geschoben werden, um dabei die Kreuzwegstationen aus dem Jahr 1852 zu betrachten. Durch den Wald, am Holzmühleweiher vorbei, zielt der Tourenvorschlag nach Immenried. Eine Einkehr im Café Fatima lockt. Über die Kapelle im nahen Übendorf liegen die Informationen als folierter Kapellenführer bereit.
Gute zwei Stunden berechnet Google für die vorgeschlagene Rundfahrt durch die „beseelte Landschaft“ (Manfred Thierer). Nicht gerechnet die Verweilzeiten an den vielen Kapellen, Wegkreuzen, Feldkreuzen und eventuelle Rast an der weltlichen Art von Kraftorten, den Cafés, Biergärten und Gasthäusern am Weg. Ein Einstieg in diese Rundtour ist von überall möglich. Die Steigungen sind machbar, aber mit Elektro-Unterstützung radelt es sich leichter in der Sakrallandschaft Oberschwabens. Günter Brutscher hat auf seiner Homepage noch viel mehr Kraftorte bereit und beschrieben. Es reicht für ein volles Sommerprogramm.

Karte

Die Karte zeigt die Route der Radwallfahrtstour.

 

Text und Fotos: Johannes Reichert

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