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Genuss ohne Reue? In der Weihnachtszeit sollte man sich bewusstes Genießen gönnen, das hat mit Völlerei nichts zu tun. Gerade in Coronazeiten schätzt man die kulinarischen Freuden in gemütlichem Rahmen.

Die Studie einer Versicherung, die Angaben von Antragsstellern für eine Risikolebensversicherung auswertete, beweist, was manch einer selbst bemerkt hat: Corona macht uns dick. Kundenangaben im Zeitraum von Februar bis Juni zum Body-Mass-Index wurden umgerechnet auf einen 1,73 Meter großen Durchschnittsmensch. Insbesondere in der Altersgruppe zwischen 31 und 40 Jahren stieg dabei das Körpergewicht um rund 1,6 Kilogramm. 41- bis 50-Jährige brachten durchschnittlich 1,5 Kilogramm mehr auf die Waage, 18- bis 30-Jährige hatten 1,2 Kilogramm zu verzeichnen. Die 51- bis 61-Jährigen legten durchschnittlich ein Kilo zu. Kein Wunder, während der Ausgangsbeschränkungen fielen schließlich zahlreiche Sportangebote weg, stattdessen lümmelte man sich auf dem Sofa. Mittlerweile dürften einige wieder ihr Normalgewicht erreicht haben, war doch Wandern in den Sommermonaten der große Trend zwischen Ameisenberg (Sachsen) und Zugspitze (Bayern). Wenn in der ersten Phase das Virus uns dicker machte, nötigt es uns nun Enthaltsamkeit ab, da in diesem Jahr coronabedingt viele Weihnachtsfeiern und Feste ausfallen, denn Weihnachten ist bekanntermaßen die Zeit, in der man am meisten zulegt. Eine Tüte gebrannte Mandeln auf dem Weihnachtsmarkt (590 kcal) und ein Becher Glühwein (210 kcal) sowie ein Stück Christstollen (405 kcal) sind schnell nebenher konsumiert. Gut, dass wir dieses Jahr diesbezüglich nicht so in Versuchung geführt werden …
Weihnachten wurde immer mehr zur Genießerzeit. Das war nicht immer so. Einst galt der Advent wie die vorösterliche Bußzeit als strenge Fastenzeit. Sie begann unmittelbar nach dem Martinstag, dem 11. November. Seit wann genau ist nicht gesichert. Frühestens ab dem vierten Jahrhundert, als sich die Feier des Weihnachtsfestes durchgesetzt hatte. Wie an Ostern begab man sich auf das Geburtsfest in eine Vorbereitungszeit, in der man fastete und Buße tat. Vorbild war das vierzigtägige Fasten Jesu in der Wüste. Die Adventszeit „tempus adventus Domini“ (Zeit der Ankunft des Herrn) – war somit prinzipiell sechs Wochen lang. Papst Gregor der Große (590 bis 604) legte sie auf vier Sonntage fest. Am Martinstag ließ man es sich noch einmal gutgehen, noch heute erinnert daran die Tradition der Martinsgans.
Heute prägen in vielen Familien Backorgien und Essgelage die Zeit vor Weihnachten bis zum Jahresende. Kein gutes Umfeld für gesundes Essen. Spekulatius & Co locken schon seit September aus der Kalorienreserve. Weihnachten wird in Sachen Ernährung für Manche zum Stresstest. Schon weil beim Familienessen berücksichtigt werden will, wer laktose-intolerant ist, wer vegetarisch isst und wer vegan.
Wenn sich zu viel Christstollen und Dominosteine auf der Waage bemerkbar machen, ärgert man sich meist über sich selbst. Dabei gibt es so viele leckere Naschereien, die auch viel Gesundes enthalten. Da die Bäume dieses Jahr bei uns unter der Last der Äpfel schier zusammenbrachen, bietet sich etwa dieses Rezept an von meiner Nachbarin, deren Äpfel ich pflücken durfte. 

Apfelbrot

Man nehme:
• 750 g Äpfel (Kernhaus entfernen, mit Schale raspeln)
• 100 -150 g Zucker
• 1 TL Zimt, 200 g Rosinen
• 3 EL Rum mischen und zugedeckt über Nacht ziehen lassen
• 500 g Weizenmehl (gerne Typ 505 oder 818)

In Vollkornmehlen sind noch Keim, Schale und Mehlkörper enthalten und damit mehr gesunde Inhaltsstoffe als etwa im Weißmehl Typ 405) mit 1 Beutel Backpulver, je einer Handvoll ganzer Mandeln und ganzer Walnüsse sowie 1 TL Lebkuchengewürz mischen und mit nassen Händen zwei Laibe formen. Auf ein Backblech (evtl. mit Backpapier) legen, in den kalten Ofen stellen. Bei 170° Umluft 50 - 60 Minuten backen. Das Apfelbrot hält sich im Kühlschrank zwei Wochen, schmeckt weihnachtlich und macht satt!

Nimmt man sich Zeit für solche gesunde Leckereien und genießt sie ganz ohne schlechtes Gewissen, steigt das Wohlbefinden auch wenn Regen an die Scheibe klatscht und es viel zu früh dunkel wird. Solche bewussten Genussmomente wirken recht erfolgreich Stress entgegen.
Manch einer fühlt sich in der oft von Luxus und Überschuss geprägten Weihnachtszeit unwohl, wenn er bedenkt, wie viele Menschen auf der Welt nicht satt werden. Aber vielleicht sollten wir, obwohl es anderen nicht so gut geht, diese Zeit genießen. Um daraus Zufriedenheit und Kraft zu schöpfen, sich von fremden Schicksalen berühren zu lassen und zu helfen. Die Möglichkeiten dazu sind so vielfältig.

 

Autorin: Andrea Reck

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