Moore prägen die Landschaft Oberschwabens. Die Gletscher der letzten Eiszeiten hinterließen nach ihrem Rückzug Senken und Löcher, die sich mit Wasser füllten. Diese Seen verlandeten größtenteils und im ständig feuchten, sauerstoffarmen Boden konnten Pflanzen nur unvollständig zersetzt werden.

Statt Humus entstand Torf, der durch reichliche Niederschläge oder einer Verbindung zu Grund- und Oberflächenwasser feucht gehalten wurde. Die Torfschicht wuchs durch die Moorvegetation in die Höhe, so dass die Verbindung zum Grundwasser abriss und schließlich nur noch Regenwasser zur Bewässerung diente. Aus einem Niedermoor war nun ein Hochmoor mit einem vielfältigen, wertvollen Ökosystem entstanden. In Oberschwaben gibt es vier große und bekannte Moore: Das Federseeried, Wurzacher Ried, Pfrunger-Burgweiler Ried und das Eriskircher Ried.

In den letzten 300 Jahren wurden diese Moorgebiete durch Trockenlegen und Torfstechen gefährdet und zerstört. Torf galt als gutes Brennmaterial zum Heizen und für den Betrieb der Schwäbischen Eisenbahn. Erst Mitte des letzten Jahrhunderts beendete man den Abbau des Torfes im großen Stil. Die Hochmoorreste stellte man unter Naturschutz und führte Renaturierungs- und Verwässerungsmaßnahmen durch. So konnte der innere Bereich des Wurzacher Rieds erhalten bleiben und gilt heute als das größte zusammenhängende Hochmoor Mitteleuropas. 

Im Mai und Juni fruchtet das Wollgras. Seine weißen baumwollartigen Blütenwollfäden erstrecken sich über die Moorflächen und sind ein beliebtes Fotomotiv. Die weißen Wollschöpfe der Wollgräser sind aber nicht die Blüten, sondern bereits die Samen der Wollgräser. Sie lösen sich im Laufe des Juni auf und im Hochmoor kann neues Leben entstehen.

Autorin: Bettina Fieber

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