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Der Spätsommer nimmt Abschied und die Moorlandschaften Oberschwabens verändern sich langsam. Die Wiesen sind gemäht und späte Insekten suchen nach den wenigen noch blühenden Pflanzen. Die Zahl der Falter geht zurück: Wanderfalter wie Admiral und Distelfalter sind bereits unterwegs in ihre Winterquartiere, während die ersten Zugvögel eintreffen.

Nur wenige Störche sind unterwegs, manche von ihnen überwintern in ihren oberschwäbischen Brutgebieten. Starenschwärme beginnen sich am Federsee zu formieren und im Südlichen Federseeried fliegen die ersten überwinternden Silberreiher ein. Sie suchen auf den abgemähten Wiesen Nahrung oder lauern an den Gräben Fischen auf. Diese Gräben entstanden zur Entwässerung des einstigen Hochmoors, um Ackerflächen zu gewinnen. Das jährlich nur 1-2 Millimeter wachsende Torf diente als Heizmaterial für den Winter und für den Betrieb der Schwäbischen Eisenbahn nach Ulm. In dem Torf waren große Mengen an Kohlendioxid gebunden, die nun freigesetzt wurden. Im luftdichten Moor des Südlichen Federseerieds lagern jahrtausendelang Kulturzeugnisse aus der Stein-, Bronze- und Eisenzeit, die seit 2011 zum Weltkulturerbe der Unesco gehören. Sie wären durch die Entwässerung in nur wenigen Jahrzehnten für immer verloren gewesen. Das Federseeried wurde seit 1998 renaturiert, um die Wiederansiedlung der moortypischen Flora und Fauna zu unterstützen. Mittelfristig kann sich wieder neuer Torf bilden, der Kohlendioxid aus der Atmosphäre bindet: dies ist ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz.

 

Text und Foto: Bettina Fieber

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