Die ersten Zitronenfalter fliegen aus ihren Winterverstecken, sobald im April die Temperaturen steigen. Diese Generation war im Sommer des Vorjahres geschlüpft und hat den langen Winter zwischen Baumspalten, im Efeudickicht oder an Grashalmen verbracht.

Der Zitronenfalter verdankt seine Winterhärte der Zusammensetzung seines Bluts mit körpereigenem Frostschutzmittel, das ihn bis zu minus zwanzig Grad schützt. Er scheidet zu Beginn seiner Winterruhe sämtliche nicht benötigte Flüssigkeiten aus. Bei seinen gaukelnden Flügen stärkt er sich an den ersten nektarreichen Blüten und die Brautschau beginnt.

Die sattgelben Zitronenfaltermännchen jagen den blasseren Weibchen hinterher, um sie zu befruchten. Die Zitronenfalterweibchen ähneln mehr den Weißlingen, ohne dass sie deren gefleckte Flügel wie Kohlweißlinge besitzen. Der Hochzeitsakt kann bis zu drei Stunden dauern und findet in Bodennähe statt. Das Weibchen legt die befruchteten Eier einzeln oder zu zweit an Zweigen und Triebspitzen von Faulbäumen und Kreuzdorn ab, der Hauptnahrungspflanzen der Raupen. Die neue Generation schlüpft nach drei Wochen und verpuppt sich nach weiteren drei bis sieben Wochen. Dies hängt stark von der Witterung im Frühling ab. Ein warmer Frühling bietet mehr Futter und so können die Raupen nach mehrmaligem Häuten schneller in die Puppenruhe gehen.

Die überwinterten Falter sterben nach der Eiablage, deshalb sind von Mai bis Juni kaum Zitronenfalter zu sehen Im Sommer schlüpft die neue Generation und ist im Juli und August gut zu beobachten. Nach einem Sommerschlaf werden die Falter im Frühherbst wieder aktiv bis sie die Winterruhe beginnen.

 

Autorin: Bettina Fieber

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