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Im Garten - Im Mai grünt und blüht es allerorten und viele Gärtner haben bereits wieder den Kampf gegen unliebsame Unkräuter aufgenommen. Doch statt sie mühsam auszureißen oder gar mit chemischen Mitteln abzutöten, könnte man viele von ihnen einfach essen.

 

Wild- oder Beikräuter sind voller gesunder Stoffe. Etwa das in hellem Lila, weiß oder rosa blühende Wiesenschaumkraut, das schon seit Anfang April – der Name lässt es schon erahnen – unsere Wiesen schmückt. Vor allem wenn diese feucht sind. Oft findet man die hübsche Pflanze auch in lichten Wäldern. Sammeln sollte man das Kraut allerdings bereits bevor es blüht. Junge Blätter schmecken nämlich milder. Keine großen Mengen auf einmal essen, sonst könnte der Magen gereizt werden! Ein paar gewaschene, kleingeschnittene Blätter schmecken lecker in einem grünen Salat oder auf einem Butterbrot. Ein paar Blüten als essbare Dekoration dürfen auch dabei sein.
Wild wachsende Pflanzen haben gegenüber manchen kultivierten Obst- und Gemüsesorten den Vorteil, dass sie frisch gepflückt voller Vitamine, Vital- und Mineralstoffe sind und eine ideale Ergänzung zu Gurke & Co. darstellen.
Im eigenen Garten finden Sie hoffentlich, wenn Sie ihm und den Insekten ein paar „unordentliche“ Ecken gönnen, junge Brennnesselblätter. Da Stiel und Blätter mit Brennhaaren besetzt sind, die bei Berührung abbrechen, wird Ameisensäure frei, die auf der Haut brennt. Daher Handschuhe tragen oder die Blätter von unten nach oben streichend pflücken! Die Blätter schmecken roh im Salat oder als Smoothie. Man kann sie aber auch mit Zwiebeln andünsten, sie erinnern im Geschmack an Spinat, und mit etwas Feta in Nudelteig gefüllt als kleine Maultaschen genießen. Sie sind reich an Vitamin A und C, Eisen, Kalium, Mangan und Calcium und haben einen hohen Eiweißgehalt. Essen kann man Blätter, Blütenknospen sowie Samen.
Ein paar Blätter jungen Löwenzahns werten jeden Salat auf. Aber auch ein schmackhafter und farblich ansprechender Brotaufstrich ist mit Löwenzahn schnell gemacht: Man sammelt 200 Gramm Löwenzahnblüten, die man in einem Liter Wasser eine Minute kocht. Dann 24 Stunden ruhen lassen und Saft abseihen. Mit dem Saft einer Zitrone und einem Kilo Gelierzucker vier Minuten sprudelnd kochen. Heiß in Gläser füllen.
Und auch der von vielen Gärtnern leidenschaftlich gehasste Giersch lässt sich vom Feind zum Freund machen. Junge, fein gehackte Blätter schmeckten mit etwas Öl, Knoblauch und kleingehackten oder gemahlenen Walnüssen oder Pinienkernen zu Nudeln richtig gut.

 

Loewenzahn

Knackiger Löwenzahn schmeckt im Salat.

 

Eine Pflanze, die hingegen alle lieben und die man sogar gerne im Rasen hat, ist das Veilchen. Bedenkenlos kann man alle Veilchenarten essen, sie sind überaus schmackhaft. Die Blüten vom Wald- oder Duftveilchen haben ein leckeres parfümartiges Aroma. Vorsicht: Beim Usambaraveilchen, einer beliebten Zimmerpflanze, deren Heimat die Usambara Berge in Tansania sind, handelt es sich nicht um ein Veilchengewächs, sondern um einen Vertreter der Familie der Gesnerien-Gewächse. Diese Pflanze ist giftig und sollte nicht verzehrt werden!
Zurück zum heimischen Veilchen: Dessen Blätter punkten in gemischte Salaten und in Smoothies. Sie schmecken auch pur angenehm mild. Kulinarisch sind aber vor allem die Blüten interessant. Und schließlich isst ja auch das Auge mit.
Ähnlich dekorativ ist die Blüte der Kapuzinerkresse. Die Kapuzinerkresse ist nicht nur äußerst schmackhaft, sondern auch sehr gesund. Sie ist reich an Vitamin C und enthält Senfölglycoside. Dadurch wirkt sie antiviral, antibiotisch und antimykotisch und wird von Kräuterkundigen gern als Heilmittel gegen verschiedene Infektionskrankheiten eingesetzt. Auf die schönen gelben, orangefarbenen oder roten Blüten muss man allerdings warten, sie sind im Mai noch nicht zu ernten.
Das derzeit beliebteste „Unkraut“ hingegen, der Bärlauch, blüht je nach Standort im Mai bereits und schmeckt dann nicht mehr so gut. Und ihn darf man keineswegs verwechseln mit Maiglöckchen, das könnte bei entsprechender Menge sogar tödlich wirken. Während Bärlauch deutlich nach Knoblauch riecht, wenn man die Blätter reibt, sind Maiglöckchen fast geruchslos. Bärlauch treibt seine Blätter früher aus als Maiglöckchen. Bärlauch bildet lange, Lanzetten ähnliche Blätter. An jedem Blattstiel befindet sich ein grünes Blatt. Beim Maiglöckchen sind es immer zwei Blätter, zudem sind Bärlauch-Blätter lang gestielt, während die Stiele von Maiglöckchen-Blättern kürzer sind. Und außerdem sind Maiglöckchen-Stängel rund, Bärlauch-Stängel dreieckig. Fangen Sie vorsichtshalber mit Veilchen und Gänseblümchen an, da kann man nichts falsch machen ...

 

Text und Fotos: Andrea Reck

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