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Im Märzen spannt zwar kein Bauer mehr sein Rösslein ein, aber der Gartenbesitzer setzt sich zu Frühlingsbeginn voll Tatendrang in Bewegung, um seine Röslein zu schneiden.

Kaum kitzeln die wärmenden Strahlen der Frühlingssonne Insekten aus der Winterstarre, arbeiten auch Gärtnerinnen und Gärtner gerne wieder draußen. Rosen vertragen im März einen beherzten Rückschnitt, dann wenn die Forsythien blühen. Werden erfrorene, kranke und schwache Triebe entfernt, blüht der Rest der Pflanze wieder üppig. Strauch- und Kletterrosen werden behutsam ausgedünnt, kräftige, nicht verzweigte Triebe um gut ein Drittel gekürzt.
Auch zu lange Zweige am Kirschlorbeer vertragen einen Schnitt. Um die kerzenartigen Knospen, die das immergrüne Gehölz bereits im Herbst angelegt hat, nicht versehentlich zu entfernen, schneidet man die betroffenen Triebe vorsichtshalber einzeln mit der Gartenschere. Ähnlich wie Rhododendron und Lavendelheide.
Zweimal jährlich blühende Clematis muss bis Anfang März kräftig zurückgeschnitten werden. Zwiebelblumen wie Narzissen, Tulpen oder Hyazinthen vertragen etwas mineralischen Volldünger wenn die ersten Blätter sprießen. Schneeglöckchen hingegen sollte man nicht düngen.
Wer eine Laubhecke pflanzen möchte, sollte dies bis Ende des Monats tun. Bis dahin müssen auch sommergrüne Bäume und Sträucher umgepflanzt sein. Sonst wachsen empfindliche Arten wie die Zaubernuss (Hamamelis), die dieses Jahr ja bereits im Januar vielerorts blühten, nicht mehr an.

Neue Gärten
Ist das neue Haus fertig, will man so schnell wie möglich den Garten drum herum anlegen. Noch sieht man nur graubraune, vom Bagger aufgegrabene und von tiefen Fahrrinnen durchzogene Brocken und viele Steine. Nur selten findet sich nährstoffreicher Mutterboden aus Humus, eher wertloser Aushub von anderen Baustellen. Daher empfiehlt es sich, Bodenproben zu nehmen. Man sammelt an verschiedenen Stellen des Gartens kleine Mengen feuchter Erde, formt sie mit der Hand zu einer Kugel und versucht sie auszurollen. Je nachdem wie gut das klappt, sieht man schon, ob es sich um Sand oder Lehmboden handelt.
Rieselt Ihnen das Material durch die Finger und gibt Wasser sofort wieder ab, handelt es sich um sandigen Boden, der zwar leicht zu bearbeiten ist und sich gut erwärmt, aber schnell austrocknet und Pflanzen kaum Nährstoffe und wenig Halt bietet. Hält man vorwiegend Klumpen in der Hand, die schwer klein zu kriegen sind und an Schnittstellen glänzen, handelt es sich um Lehmboden. Er bietet viele Nährstoffe und speichert das Wasser gut, neigt aber zum Verdichten und kann Staunässe fördern. Außerdem gibt es fetten und dichten Tonboden, in dem Pflanzen nur schlecht wurzeln können. Ist der Boden locker, aber nicht sandig, relativ dunkel, saftig, aber nicht formbar und riecht gut, handelt es sich um Humus, den man gleich bepflanzen kann. Mit einer Nährstoff-Analyse kann man den pH-Wert des Gartenbodens beurteilen. Der pH-Wert reicht von null (extrem sauer) bis 14 (extrem alkalisch). Ideal ist ein Wert nahe sieben. Gegen zu viel Säure (pH-Wert um sechs) hilft Kalk. Im Gartenfachhandel gibt es verschiedene Präparate, um den pH-Wert zu bestimmen, einfach anzuwenden sind pH-Wert Teststäbchen.

 

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Terrassierungen mit Steinen schaffen spezielle Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Eidechsen lieben lückenhafte Steinmauern.

 

Im Neubau-Garten wird der verdichtete Baustellenboden mit Spaten und Grabgabel etwa 30 Zentimeter tief umgegraben, gelockert und mit Kompost oder Sand versetzt, damit kann der Boden mehr Wasser speichern und wird nährstoffreicher. Steine, Wurzeln und Unkraut werden eingesammelt. Wer sich nach dem Neubau mit der Anlage des Gartens länger Zeit lassen möchte, kann im ersten Jahr auch erst mal eine Gründüngung vornehmen. Das verbessert den Gartenboden ganz natürlich. Dazu werden im März Sonnenblumen, Raps, Lupinen, Klee oder Gelbsenf eingesät. Nach dem Auswachsen werden die gehäckselten Pflanzen eingearbeitet.
Bis die Pflanzen eingesetzt werden können, ist meist noch einiges zu tun. Gerade wenn Mauern gesetzt werden müssen, empfiehlt es sich, die professionelle Hilfe eines Gartenbaubetriebs in Anspruch zu nehmen.

Gärten des Grauens
Ein Garten erfordert immer etwas Pflege, je nachdem wie „ordentlich“ er sein soll. Ein bisschen Mut zu Unkraut (oder Beikräutern wie man auch sagt) kommt nicht nur Schmetterlingen und Bienen zugute, sondern auch dem Rücken. Glücklicherweise ist der Trend zum Schotter“garten“ mittlerweile gebremst. Meist sind diese Vorgärten nicht oder sehr spärlich bepflanzt und ökologisch daher völlig wertlos. Optisch – je nach Geschmack – ohnehin. Das Land Baden-Württemberg hat 2020 erfreulicherweise ein landesweites Verbot ausgesprochen. Die mit Mineralschotter oder Kies abgedeckten Flächen heizen sich und die Umgebung schließlich stark auf, ganz besonders bei dunklen Steinen. Abdeckfolien, die zum Schutz gegen Unkrautaufwuchs unter dem Schotter eingebaut werden, erschweren das Versickern von Regenwasser und verhindern den Aufbau einer natürlichen Bodenfauna. Durch die fehlende Vegetation binden die Flächen keinen Staub, kühlen nicht durch Verdunstung, produzieren keinen Sauerstoff und binden kein CO2. Weg also mit diesen Gärten des Grauens!
Anders verhält es sich mit Steingärten. Mit passenden Steingartenpflanzen können sich selbst sehr sonnige Beete, kahle Mauern und karge Kiesbetten in ein lebendiges Blütenparadies verwandeln. Sogar in Fugen oder herausgebrochenen Mauersteinen finden Steingartenpflanzen Halt. Auch steile Hanggrundstücke sind steingartentauglich, wenn man sie mit großen Steinen terrassiert. Mit einem Steingarten kann man das Grundstück auf natürliche Weise einfrieden. Mit Blaukissen, die je nach Sorte nicht nur blau sondern auch violett, rosa oder weiß blühen, hat man von April bis Juni Freude. Die Ursprungsgebiete der Steingartenpflanzen sind durch ihre kiesige Struktur nährstoffarm. Zu hohe Düngergaben würden somit das vegetative Wachstum übermäßig ankurbeln, ihre Triebe würden weich und unnatürlich lang werden, die Blüten weniger. Auch alle weiteren Pflegeanforderungen fallen bei Steingartenpflanzen praktischerweise weg. Sie brauchen nur wenig Wasser. Schnittarbeiten sind nicht nötig. Oft fällt auch das Unkrautzupfen im Steingarten, Kiesgarten oder in den Mauerfugen weg, weil sich die Wildkräuter dort nicht etablieren können aufgrund der kargen Bedingungen und des dichten Wuchses der Polsterstauden. Von Profis angelegt sind solche Steingärten auch für Menschen geeignet, die den Garten lieber entspannt genießen als dort emsig zu graben.

 

Autorin: Andrea Reck

Fotos: Adobe Stock, Pixabay 

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