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Schön aussehen sollen die Pflanzen, angenehm duften und Insekten Nahrung bieten. Eigentlich gar nicht so schwer zu erfüllende Kriterien fürs Gärtnern im eigenen Garten oder auch auf dem Balkon.

 

„Der Engländer kennt die Namen der Pflanzen, der Deutsche den Preis“, amüsiert sich die Gartenarchitektin Gabriella Pape. Sie muss es wissen, schloss sie ihr Studium doch ab am größten Botanischen Garten der Welt, Kew Gardens in London. Dabei holen die Deutschen nicht erst seit der Coronakrise ganz schön auf, was die Anlage schöner Gärten angeht. Der Trend zum angeblich pflegeleichten Stein“garten“ vor der Haustür stirbt zum Glück schon wieder aus. Da so genannte Gärten, die vorwiegend aus Kies, Splitt oder Steinen bestehen, Insekten kaum Lebensraum bieten, hat Baden-Württemberg per Naturschutzgesetz solche Schottergärten ohnehin verboten.
Für viele Gartenbesitzer sind ja auch Laubbläser und Hochdruckreiniger integraler Bestandteil der Gartenausstattung. Hauptsache ordentlich scheint oft die Devise. Dabei unterstützen bereits manche Kommunen wie etwa Maselheim die Anlage insektenfreundlicher Gärten und greifen Gartenbesitzern mit einem Zuschuss etwa für einen Obstbaum oder eine insektenfreundliche Staude finanziell unter die Arme. Im Rathaus abzuholende Samenmischungen für insektenfreundliche, ortsangepasste Blühpflanzen werden gut angenommen.
Schon bei der Auswahl der Balkonpflanzen kann man der Umwelt Gutes tun. Geranien wurden früher in Bauernhäusern nicht zufällig zur Abwehr von Insekten großflächig vors Fenster gehängt. Dass der Gärtner auch Auge und Nase schmeicheln will, versteht sich. Aber da wäre Lavendel, eine der am längsten blühenden Pflanzen hierzulande, eine gute Alternative.

 

Der Lavendel überwinterte unbeschadet die Bellis Perennis litten ein wenig unter den Nachtfrösten im Apriljpg

Der Lavendel überwinterte unbeschadet, die Bellis Perennis litten ein wenig unter den Nachtfrösten im April.

 

Hortensie und Glockenblumen haben den Winter in der Scheune überlebt Foto Reck

Hortensie und Glockenblumen haben den Winter in der Scheune überlebt.

 

Mitte April gab es in diesem Jahr Nachtfröste, doch nun dürfen die ersten Kübelpflanzen ins Freie, leiden sie doch in Keller oder Garage sehr an mangelndem Licht, Trockenheit oder Staunässe. Oleander oder Kamelie vertragen ebenso wie Olivenbäume leichte Nachtfröste und können gegebenenfalls am Abend noch etwas eingepackt werden. Man sollte sie anfangs aber nicht gleich in die pralle Sonne stellen. Hoffentlich sind Hortensie und Rosenbäumchen in der Winterpause nicht vertrocknet oder von Blattläusen befallen. Meist überwintern sie aber ganz gut und erfreuen als Garten im Topf auch auf Terrassen und Balkonen Pflanzenfreunde.
Um meinem britischen Schwiegersohn das Heimweh nach der Insel ein wenig zu nehmen, wollte ich ihm eine typische Englische Rose schenken und fragte, ob er eine Lieblingsorte habe. Und tatsächlich, ohne lange zu zögern wünschte er sich die rosa blühende Gertrude Jekyll, benannt nach einer berühmten Gartenarchitektin. Nun, wie alle stark gefüllten Blüten ist sie nicht besonders insektenfreundlich. Aber auch im Garten muss man Kompromisse eingehen. Der Gartenfreund von der Insel schätzt jedenfalls die duftende Erinnerung im Kübel auf der Terrasse an den Park seiner Eltern sehr.

 

Text und Fotos: Andrea Reck

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